Selenskyj bestÀtigt Einsatz von ATACMS-Raketen aus USA
17.10.2023 - 18:26:46Der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj hat am Dienstagabend den Erhalt sowie den ersten Einsatz von amerikanischen ATACMS-Raketen bestĂ€tigt. Er dankte US-PrĂ€sident Joe Biden fĂŒr die UnterstĂŒtzung und bestĂ€tigte, dass die getroffenen Vereinbarungen umgesetzt wĂŒrden.
«Sie werden sehr genau umgesetzt», sagte er in seiner abendlichen Videoansprache. «Die ATACMS haben sich bewÀhrt.» Nach Berichten ukrainischer und amerikanischer Medien wurden die ATACMS am Morgen erstmals bei Angriffen auf zwei von den russischen Besatzern betriebene FlughÀfen im Osten der Ukraine eingesetzt.
Kiew hatte das Waffensystem (englisch: Army Tactical Missile System) schon vor lĂ€ngerem angefordert. Bei den Angriffen gegen FlugplĂ€tze in der NĂ€he der StĂ€dte Luhansk und Berdjansk wurden am Dienstag nach ukrainischen Angaben neun Hubschrauber zerstört. DarĂŒber hinaus seien Spezialtechnik, eine Abschussrampe der Flugabwehr und Waffenarsenale zerstört worden, teilten die SpezialkrĂ€fte der Armee in Kiew am Dienstag ĂŒber Telegram mit. Start- und Landebahnen seien ebenfalls beschĂ€digt worden.
Bedenken westlicher Partner
Die ATACMS-Raketen, die vom Boden aus gegen Ziele am Boden abgefeuert werden, haben nach Angaben des RĂŒstungskonzerns Lockheed Martin eine Reichweite von bis zu 300 Kilometern und treffen sehr prĂ€zise. Wie die «New York Times» und die «Washington Post» am Dienstag unter Berufung auf US-Regierungsbeamte berichteten, handelt es sich bei den nun an Kiew gelieferten Raketen aber um gedrosselte Modelle.
Die ATACMS werden wegen ihrer relativ groĂen Reichweite oft mit den deutschen Taurus-Marschflugkörpern verglichen, welche Kiew ebenfalls anfordert. Die Taurus-Marschflugkörper sind fĂŒr die Zerstörung von Bunkern und geschĂŒtzten GefechtsstĂ€nden in bis zu 500 Kilometer Entfernung geeignet. Zu den Waffen mit einer möglichen Reichweite ĂŒber Hunderte Kilometer zĂ€hlen neben ATACMS und Taurus auch die Marschflugkörper Storm Shadow und Scalp, die Kiew aus GroĂbritannien und Frankreich bekommen hat.
Bei diesen Waffensystemen gibt es die Sorge, dass damit auch Ziele in Russland angegriffen werden könnten. Daher reagierten die USA und andere westliche Partner lange sehr zögerlich auf die Forderungen aus Kiew. Dieses Zögern könnte dafĂŒr sprechen, dass die USA nun eine Version mit geringerer Reichweite fĂŒr die Ukraine bereitgestellt haben. Aus dem US-Verteidigungsministerium gab es dazu zunĂ€chst keine Angaben.
Selenskyj: ATACMS militÀrisch sehr wichtig
Kiew hatte diese Bedenken in den vergangenen Monaten stets zurĂŒckgewiesen. PrĂ€sident Selenskyj beteuerte, sein Land plane nicht, mit den Raketen Moskau oder andere Ziele auf russischem Boden anzugreifen. Er bezeichnete die ATACMS als militĂ€risch sehr wichtig.
Im September war Selenskyj mit US-PrĂ€sident Biden im WeiĂen Haus in Washington zusammengekommen. Bei dem Besuch nahm der Ukrainer auch neue Zusagen fĂŒr MilitĂ€rhilfen entgegen. Ein öffentliches Bekenntnis zur Lieferung von ATACMS gab es damals zunĂ€chst nicht. Die US-Regierung soll Selenskyj die ATACMS schlieĂlich versprochen haben, ohne dies öffentlich zu kommunizieren.
Die Ukraine verteidigt sich seit Ende Februar 2022 gegen den russischen Angriffskrieg. Die USA gelten als wichtigster VerbĂŒndeter der Ukraine im Abwehrkampf gegen die russische Invasion. Seit Kriegsbeginn haben die Vereinigten Staaten der Ukraine nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums militĂ€rische AusrĂŒstung im Umfang von rund 44 Milliarden Dollar (41,6 Milliarden Euro) zur VerfĂŒgung gestellt.





