USA, Haushalt

Gericht stoppt «Shutdown»-Stellenabbau der Trump-Regierung

15.10.2025 - 22:32:58

Eine Bundesrichterin wirft der Trump-Regierung vor, im Haushaltsstreit die Regeln des Rechtsstaats zu umgehen - und blockiert deren Vorstoß zu dauerhaften Personalkürzungen bei Bundesbehörden.

Ein kalifornisches Bundesgericht hindert die Regierung von US-Präsident Donald Trump vorerst daran, einen dauerhaften Stellenabbau im öffentlichen Dienst voranzutreiben. Das Vorhaben der Regierung verstoße gegen das Gesetz - in einem Rechtsstaat dürfe man so etwas nicht machen, erklärte Bundesrichterin Susan Illston laut anwesenden US-Reportern in einer Anhörung. Die Regierung scheine die Situation im Haushaltsstreit auszunutzen, um davon auszugehen, dass alle Regeln außer Kraft gesetzt seien.

Eine schriftliche Begründung werde die Richterin im Laufe des Mittwochs nachreichen, hieß es in den Berichten. Es ist davon auszugehen, dass die Trump-Regierung sich juristisch gegen die Entscheidung wehren wird.

Seit mehr als zwei Wochen ist ein Teil des US-Regierungsapparats lahmgelegt, weil sich Republikaner und Demokraten im Kongress nicht auf einen Übergangshaushalt einigen konnten. In der Praxis bedeutet das, dass zahlreiche Bundesbehörden ihre Arbeit stark einschränken und nur noch dringend notwendige Aufgaben erledigen dürfen.

Tausende Kündigungen ausgesprochen 

Die Trump-Regierung hat damit begonnen, dauerhaft Stellen im öffentlichen Dienst zu streichen. In den USA werden solche Maßnahmen «RIFs» («reduction in force») genannt. Eigentlich ist der Kongress in solche Entscheidungen eingebunden. Gewerkschaften reichten Klage ein.

Im Zuge dessen musste die Trump-Regierung auch offenlegen, bei welchen Behörden bereits Kündigungen ausgesprochen wurden. Betroffen waren demnach unter anderem das Gesundheits-, das Bildungs- und das Handelsministerium. Insgesamt erhielten Tausende Bundesbedienstete entsprechende Mitteilungen, wie aus Gerichtsdokumenten hervorgeht. Etliche Hundert dieser Kündigungen seien demnach irrtümlich verschickt und später wieder zurückgenommen worden.

Die Richterin untersagte der Regierung laut dem Portal «The Hill», weitere Kündigungsschreiben zu verschicken oder bereits ausgesprochene Entlassungen umzusetzen. Zudem müsse die Regierung bis Freitag eine genaue Zahl der betroffenen Beschäftigten vorlegen.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Der Shutdown ist beendet, aber der Streit geht weiter. Der Streit, der ihn ausgelöst hatte, schwelt aber weiter. Ein besonders in der Kritik stehendes Ministerium muss weiter ums Geld bangen. Der Teilstillstand der US-Regierungsgeschäfte ist vorbei. (Ausland, 04.02.2026 - 04:55) weiterlesen...

Trump unterschreibt Haushaltspaket: Shutdown beendet. Nun gibt es eine Einigung - fürs Erste. Ein Streit um die Finanzierung des Heimatschutzministeriums, zu dem auch die Einwanderungsbehörde ICE gehört, hatte einen Regierungsstillstand ausgelöst. (Ausland, 03.02.2026 - 22:43) weiterlesen...

US-Parlament ebnet Weg für Ende des Shutdowns. Nun scheint ein Kompromiss gefunden. Ein Streit um die Finanzierung des Heimatschutzministeriums, zu dem auch die Einwanderungsbehörde ICE gehört, hatte einen Regierungsstillstand ausgelöst. (Politik, 03.02.2026 - 20:12) weiterlesen...

Warum gibt es in den USA schon wieder einen Shutdown?. Erinnerungen an den historisch langen Shutdown im Herbst werden wach. Erneut können in den USA zahlreiche Regierungsgeschäfte nicht finanziert werden. (Ausland, 31.01.2026 - 07:59) weiterlesen...

Finanzierung für viele US-Regierungsgeschäfte ausgelaufen (Ausland, 31.01.2026 - 06:24) weiterlesen...

Wichtige Hürde: US-Senat stimmt Haushalt zu. Nun steht eine Lösung bevor. Damit soll ein Stillstand der Regierungsgeschäfte vermieden werden. Nach den Schüssen auf US-Bürger in Minnesota haben Demokraten einen Streit um den Haushalt eskaliert. (Ausland, 31.01.2026 - 01:46) weiterlesen...