Knesset, GrĂŒndung

Knesset gegen einseitige GrĂŒndung eines PalĂ€stinenserstaats

21.02.2024 - 20:03:35

Eine «einseitige Anerkennung» eines palĂ€stinensischen Staates? Das will weder die israelische Regierung, noch das Parlament in Jerusalem. Zugleich gehen die KĂ€mpfe weiter - und nicht nur im Gazastreifen. Der Überblick.

  • Protestaktion fĂŒr die Freilassung der israelischen Geiseln in Tel Aviv. - Foto: Oded Balilty/AP/dpa

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  • SchĂ€den an einem Wohnhaus in Rafah, das von israelischen Kampfflugzeugen bombardiert wurde. - Foto: Mohammed Talatene/dpa

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  • Israelische Flaggen wehen vor dem ParlamentsgebĂ€ude in Jerusalem. - Foto: Christophe Gateau/dpa

    Christophe Gateau/dpa

  • Auf einer pro-palĂ€stinensischen Demonstration in London wird ein Waffenstillstand im Gazastreifen gefordert. - Foto: Lucy North/PA Wire/dpa

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Protestaktion fĂŒr die Freilassung der israelischen Geiseln in Tel Aviv. - Foto: Oded Balilty/AP/dpaSchĂ€den an einem Wohnhaus in Rafah, das von israelischen Kampfflugzeugen bombardiert wurde. - Foto: Mohammed Talatene/dpaIsraelische Flaggen wehen vor dem ParlamentsgebĂ€ude in Jerusalem. - Foto: Christophe Gateau/dpaAuf einer pro-palĂ€stinensischen Demonstration in London wird ein Waffenstillstand im Gazastreifen gefordert. - Foto: Lucy North/PA Wire/dpa

Israels Parlament hat sich gegen eine «einseitige Anerkennung» eines palĂ€stinensischen Staates ausgesprochen. 99 der 120 Abgeordneten stimmten am Mittwoch fĂŒr eine entsprechende RegierungserklĂ€rung, wie die konservative Likud-Partei des israelischen MinisterprĂ€sidenten Benjamin Netanjahu mitteilte.

«Die Knesset hat sich heute mit großer Mehrheit gegen den Versuch ausgesprochen, uns die GrĂŒndung eines palĂ€stinensischen Staates zu diktieren», sagte Netanjahu nach Angaben seiner Partei. Er gratulierte den Abgeordneten, die fĂŒr seinen Vorschlag gestimmt hĂ€tten.

Netanjahus Kabinett hatte am Sonntag einstimmig eine ErklĂ€rung gebilligt, wonach Israels Regierung eine von internationalen Parteien aufgezwungene Friedensregelung mit den PalĂ€stinensern ablehnt. Eine Friedensregelung sei nur als Ergebnis direkter Verhandlungen beider Seiten ohne Vorbedingungen denkbar, hieß es darin weiter.

Medien hatten zuvor berichtet, die USA und andere BĂŒndnispartner könnten auch ohne israelische Zustimmung einen palĂ€stinensischen Staat anerkennen.

Israels Armee: «Dutzende Terroristen» getötet

Die israelische Armee tötete in einem Viertel der Stadt Gaza nach eigenen Angaben «Dutzende Terroristen bei BodenkĂ€mpfen und gezielten Luftangriffen». Das MilitĂ€r teilte mit, es seien dort auch zahlreiche Waffen gefunden worden. Gleichzeitig hĂ€tten die Truppen auch ihren Einsatz in Chan Junis im SĂŒden des Gazastreifens verstĂ€rkt. Auch dort seien binnen 24 Stunden rund 20 bewaffnete KĂ€mpfer getötet worden, hieß es in der Mitteilung. Die Angaben lasseb sich bisher nicht unabhĂ€ngig ĂŒberprĂŒfen.

Der israelische Armeesender hatte am Dienstag berichtet, Truppen seien in der Nacht bereits in das Viertel Al-Saitun vorgedrungen. Der Einsatz konzentriere sich auf «Terror-Infrastruktur der Hamas, die von der Armee bisher nicht zerstört wurde». Es werde damit gerechnet, dass die Operation dort mehrere Wochen andauern könnte. Die Armee hatte die Einwohner von Al-Saitun sowie eines weiteren Viertels am Dienstag zur Flucht aufgerufen.

PalĂ€stinenser: Junge bei ZusammenstĂ¶ĂŸen im Westjordanland getötet

Bei Konfrontationen im Zuge eines israelischen Armeeeinsatzes im besetzten Westjordanland wurde palĂ€stinensischen Angaben zufolge ein 14-JĂ€hriger getötet. Dem Jungen sei ins Herz geschossen worden, teilte das Gesundheitsministerium in Ramallah mit. In einem Ort östlich der Stadt Kalkilia sei es zu ZusammenstĂ¶ĂŸen zwischen israelischen Soldaten und PalĂ€stinensern gekommen, berichtete die palĂ€stinensische Nachrichtenagentur Wafa. Vier Menschen wurden den Angaben zufolge festgenommen.

Israels Armee teilte auf Anfrage mit, in dem Ort im Nordwesten des PalÀstinensergebiets habe ein PalÀstinenser einen Molotowcocktail auf einen zivilen, israelischen Bus gefeuert. Zudem habe es gewaltsame Ausschreitungen gegeben. VerdÀchtige hÀtten Steine auf die israelischen EinsatzkrÀfte geschleudert. Diese hÀtten daraufhin scharf geschossen und dabei eine Person getroffen.

Eine Tote im Libanon nach israelischem Angriff

Bei einem israelischen Angriff im SĂŒden des Libanon wurde eine Frau getötet. Die Tochter der Frau sei bei dem Angriff auf den Ort Madschdal Zun zudem schwer verletzt worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur NNA. Von der israelischen Armee hieß es, israelische Kampfjets hĂ€tten Kommandozentren der libanesischen Schiitenmiliz Hisbollah in dem Gebiet angegriffen. Insgesamt seien im SĂŒden des Libanons drei Hisbollah-Kommandozentren attackiert worden. Israelische Artillerie habe zudem zwei Ziele in dem Nachbarland beschossen, «um eine Bedrohung zu entfernen».

Die Hisbollah reklamierte ihrerseits mehrere Angriffe auf israelische Ziele fĂŒr sich. Die proiranische Miliz griff nach eigenen Angaben Stellungen des israelischen MilitĂ€rs unter anderem in Even Menachem, Schomera und im Gebiet der Schebaa-Farmen an. Als Reaktion auf frĂŒhere israelische Angriffe auf Zivilisten hĂ€tten die KĂ€mpfer außerdem zwei GebĂ€ude in Avivim angegriffen. Darin sollen sich nach Hisbollah-Angaben israelische Soldaten befunden haben.

Berichte ĂŒber Explosionen in Damaskus

Mehrere Explosionen erschĂŒtterten Berichten zufolge die syrische Hauptstadt Damaskus. Der in Großbritannien ansĂ€ssigen Syrischen Beobachtungsstelle fĂŒr Menschenrechte zufolge soll es sich um israelische Angriffe gehandelt haben, bei denen drei Menschen getötet wurden. Eines der Opfer soll ein syrischer Zivilist gewesen sein, zwei weitere seien auslĂ€ndische StaatsbĂŒrger gewesen, deren IdentitĂ€t bisher nicht festgestellt werden konnte. Auch die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana meldete einen israelischen Angriff. Israels MilitĂ€r wollte sich auf Anfrage nicht zu den Berichten Ă€ußern. 

Am Nachmittag wurden in Damaskus als auch in dessen Umland weitere Explosionen gemeldet. Wie die Beobachtungsstelle berichtete, soll es sich wohl um israelische Angriffe auf iranische Milizen gehandelt haben. Angaben ĂŒber mögliche Opfer gab es zunĂ€chst keine.

USA: UN-Gericht soll sich in Gaza-Konflikt zurĂŒckhalten

Indessen riefen die USA den Internationalen Gerichtshof auf, sich im Gaza-Krieg mit einseitigen Forderungen an Israel zurĂŒckzuhalten. Die Aufforderung, die besetzten Gebiete unverzĂŒglich und bedingungslos zu rĂ€umen, könnte den Friedensprozess noch weiter blockieren, warnte der Rechtsvertreter der USA; Richard Visek, vor dem Gericht in Den Haag. Das Gericht sollte nicht versuchen, den lang andauernden Konflikt mit einem Rechtsgutachten zu lösen, das nur das Verhalten einer Seite gezielt anspreche.

Seit Montag lĂ€uft bei dem höchsten Gericht der Vereinten Nationen eine Anhörung zur Frage, ob die seit fast 60 Jahren dauernde israelische Besatzung der palĂ€stinensischen Gebiete rechtmĂ€ĂŸig ist. Eine Rekordzahl von 52 Staaten und drei internationalen Organisationen beteiligt sich daran. Eine Entscheidung des Gerichts wird erst in Monaten erwartet.

Der Vertreter der USA bekrĂ€ftigte, dass ein solches Rechtsgutachten Konsequenzen fĂŒr die Konfliktparteien und fĂŒr die andauernden «BemĂŒhungen um einen dauerhaften Frieden» haben werde. Der Vertreter Russlands, Botschafter Wladimir Tarabrin, klagte Israel wegen der «andauernden Verweigerung des Selbstbestimmungsrechtes fĂŒr die PalĂ€stinenser» an. Er beschuldigte auch die USA, den Friedensprozess seit Jahren absichtlich zu stören.

@ dpa.de