Knesset gegen einseitige GrĂŒndung eines PalĂ€stinenserstaats
21.02.2024 - 20:03:35Israels Parlament hat sich gegen eine «einseitige Anerkennung» eines palĂ€stinensischen Staates ausgesprochen. 99 der 120 Abgeordneten stimmten am Mittwoch fĂŒr eine entsprechende RegierungserklĂ€rung, wie die konservative Likud-Partei des israelischen MinisterprĂ€sidenten Benjamin Netanjahu mitteilte.
«Die Knesset hat sich heute mit groĂer Mehrheit gegen den Versuch ausgesprochen, uns die GrĂŒndung eines palĂ€stinensischen Staates zu diktieren», sagte Netanjahu nach Angaben seiner Partei. Er gratulierte den Abgeordneten, die fĂŒr seinen Vorschlag gestimmt hĂ€tten.
Netanjahus Kabinett hatte am Sonntag einstimmig eine ErklÀrung gebilligt, wonach Israels Regierung eine von internationalen Parteien aufgezwungene Friedensregelung mit den PalÀstinensern ablehnt. Eine Friedensregelung sei nur als Ergebnis direkter Verhandlungen beider Seiten ohne Vorbedingungen denkbar, hieà es darin weiter.
Medien hatten zuvor berichtet, die USA und andere BĂŒndnispartner könnten auch ohne israelische Zustimmung einen palĂ€stinensischen Staat anerkennen.
Israels Armee: «Dutzende Terroristen» getötet
Die israelische Armee tötete in einem Viertel der Stadt Gaza nach eigenen Angaben «Dutzende Terroristen bei BodenkĂ€mpfen und gezielten Luftangriffen». Das MilitĂ€r teilte mit, es seien dort auch zahlreiche Waffen gefunden worden. Gleichzeitig hĂ€tten die Truppen auch ihren Einsatz in Chan Junis im SĂŒden des Gazastreifens verstĂ€rkt. Auch dort seien binnen 24 Stunden rund 20 bewaffnete KĂ€mpfer getötet worden, hieĂ es in der Mitteilung. Die Angaben lasseb sich bisher nicht unabhĂ€ngig ĂŒberprĂŒfen.
Der israelische Armeesender hatte am Dienstag berichtet, Truppen seien in der Nacht bereits in das Viertel Al-Saitun vorgedrungen. Der Einsatz konzentriere sich auf «Terror-Infrastruktur der Hamas, die von der Armee bisher nicht zerstört wurde». Es werde damit gerechnet, dass die Operation dort mehrere Wochen andauern könnte. Die Armee hatte die Einwohner von Al-Saitun sowie eines weiteren Viertels am Dienstag zur Flucht aufgerufen.
PalĂ€stinenser: Junge bei ZusammenstöĂen im Westjordanland getötet
Bei Konfrontationen im Zuge eines israelischen Armeeeinsatzes im besetzten Westjordanland wurde palĂ€stinensischen Angaben zufolge ein 14-JĂ€hriger getötet. Dem Jungen sei ins Herz geschossen worden, teilte das Gesundheitsministerium in Ramallah mit. In einem Ort östlich der Stadt Kalkilia sei es zu ZusammenstöĂen zwischen israelischen Soldaten und PalĂ€stinensern gekommen, berichtete die palĂ€stinensische Nachrichtenagentur Wafa. Vier Menschen wurden den Angaben zufolge festgenommen.
Israels Armee teilte auf Anfrage mit, in dem Ort im Nordwesten des PalÀstinensergebiets habe ein PalÀstinenser einen Molotowcocktail auf einen zivilen, israelischen Bus gefeuert. Zudem habe es gewaltsame Ausschreitungen gegeben. VerdÀchtige hÀtten Steine auf die israelischen EinsatzkrÀfte geschleudert. Diese hÀtten daraufhin scharf geschossen und dabei eine Person getroffen.
Eine Tote im Libanon nach israelischem Angriff
Bei einem israelischen Angriff im SĂŒden des Libanon wurde eine Frau getötet. Die Tochter der Frau sei bei dem Angriff auf den Ort Madschdal Zun zudem schwer verletzt worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur NNA. Von der israelischen Armee hieĂ es, israelische Kampfjets hĂ€tten Kommandozentren der libanesischen Schiitenmiliz Hisbollah in dem Gebiet angegriffen. Insgesamt seien im SĂŒden des Libanons drei Hisbollah-Kommandozentren attackiert worden. Israelische Artillerie habe zudem zwei Ziele in dem Nachbarland beschossen, «um eine Bedrohung zu entfernen».
Die Hisbollah reklamierte ihrerseits mehrere Angriffe auf israelische Ziele fĂŒr sich. Die proiranische Miliz griff nach eigenen Angaben Stellungen des israelischen MilitĂ€rs unter anderem in Even Menachem, Schomera und im Gebiet der Schebaa-Farmen an. Als Reaktion auf frĂŒhere israelische Angriffe auf Zivilisten hĂ€tten die KĂ€mpfer auĂerdem zwei GebĂ€ude in Avivim angegriffen. Darin sollen sich nach Hisbollah-Angaben israelische Soldaten befunden haben.
Berichte ĂŒber Explosionen in Damaskus
Mehrere Explosionen erschĂŒtterten Berichten zufolge die syrische Hauptstadt Damaskus. Der in GroĂbritannien ansĂ€ssigen Syrischen Beobachtungsstelle fĂŒr Menschenrechte zufolge soll es sich um israelische Angriffe gehandelt haben, bei denen drei Menschen getötet wurden. Eines der Opfer soll ein syrischer Zivilist gewesen sein, zwei weitere seien auslĂ€ndische StaatsbĂŒrger gewesen, deren IdentitĂ€t bisher nicht festgestellt werden konnte. Auch die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana meldete einen israelischen Angriff. Israels MilitĂ€r wollte sich auf Anfrage nicht zu den Berichten Ă€uĂern.Â
Am Nachmittag wurden in Damaskus als auch in dessen Umland weitere Explosionen gemeldet. Wie die Beobachtungsstelle berichtete, soll es sich wohl um israelische Angriffe auf iranische Milizen gehandelt haben. Angaben ĂŒber mögliche Opfer gab es zunĂ€chst keine.
USA: UN-Gericht soll sich in Gaza-Konflikt zurĂŒckhalten
Indessen riefen die USA den Internationalen Gerichtshof auf, sich im Gaza-Krieg mit einseitigen Forderungen an Israel zurĂŒckzuhalten. Die Aufforderung, die besetzten Gebiete unverzĂŒglich und bedingungslos zu rĂ€umen, könnte den Friedensprozess noch weiter blockieren, warnte der Rechtsvertreter der USA; Richard Visek, vor dem Gericht in Den Haag. Das Gericht sollte nicht versuchen, den lang andauernden Konflikt mit einem Rechtsgutachten zu lösen, das nur das Verhalten einer Seite gezielt anspreche.
Seit Montag lĂ€uft bei dem höchsten Gericht der Vereinten Nationen eine Anhörung zur Frage, ob die seit fast 60 Jahren dauernde israelische Besatzung der palĂ€stinensischen Gebiete rechtmĂ€Ăig ist. Eine Rekordzahl von 52 Staaten und drei internationalen Organisationen beteiligt sich daran. Eine Entscheidung des Gerichts wird erst in Monaten erwartet.
Der Vertreter der USA bekrĂ€ftigte, dass ein solches Rechtsgutachten Konsequenzen fĂŒr die Konfliktparteien und fĂŒr die andauernden «BemĂŒhungen um einen dauerhaften Frieden» haben werde. Der Vertreter Russlands, Botschafter Wladimir Tarabrin, klagte Israel wegen der «andauernden Verweigerung des Selbstbestimmungsrechtes fĂŒr die PalĂ€stinenser» an. Er beschuldigte auch die USA, den Friedensprozess seit Jahren absichtlich zu stören.









