Nadeschdin bei Putins PrÀsidentenwahl nicht zugelassen
08.02.2024 - 10:51:09Russlands Zentrale Wahlkommission lĂ€sst den liberalen Oppositionellen und Kriegsgegner Boris Nadeschdin erwartungsgemÀà nicht als Kandidat zur Abstimmung ĂŒber den PrĂ€sidenten im MĂ€rz zu. Die Wahlkommission unter Leiterin Ella Pamfilowa begrĂŒndete die Ablehnung mit einer Vielzahl an fehlerhaften UnterstĂŒtzerunterschriften.
Damit treten neben Kremlchef Wladimir Putin, der zum fĂŒnften Mal PrĂ€sident werden will, drei weitere Kandidaten an. Sie gelten als aussichtslose Bewerber, die Putin entweder direkt unterstĂŒtzen oder kein eigenes politisches Profil haben.
Nadeschdin: «Nicht einverstanden mit der Entscheidung»
Der 60 Jahre alte Nadeschdin galt als Hoffnung der Opposition auf eine Alternative zu Putin. Der Politiker will die Entscheidung der Wahlkommission vor dem Obersten Gericht anfechten. «Ich bin nicht einverstanden mit der Entscheidung der Wahlleitung», sagte Nadeschdin. Die Unterschriften fĂŒr ihn seien offen und ehrlich gesammelt worden. «Von meinen Absichten lasse ich nicht ab.»
UnterstĂŒtzer hatten fĂŒr Nadeschdin, der fĂŒr die Partei BĂŒrgerinitiative antreten wollte, im Januar lange angestanden, um ihre Unterschriften fĂŒr ihn als Kandidat bei der Wahl vom 15. bis 17. MĂ€rz abzugeben. Dabei kamen deutlich mehr als die geforderten 100.000 Unterschriften zusammen. Aus einer Stichprobe von 60.000 Unterschriften wurden laut Wahlkommission 9147 fĂŒr ungĂŒltig erklĂ€rt. Das waren rund 15 Prozent bei einem zulĂ€ssigen Maximalwert von 5 Prozent.
Nadeschdins Haltung zum Krieg erfreute die Landsleute
Nadeschdin war der einzige Bewerber, der offen gegen Putins Angriffskrieg in der Ukraine auftrat. FĂŒr diese Anti-Kriegs-Haltung erntete der Oppositionspolitiker zum Ărger des Kreml von vielen Landsleuten groĂen Zuspruch. Politische Beobachter hatten die Kandidatur Nadeschdins praktisch ausgeschlossen.
Amtsinhaber Putin hatte 2020 extra die russische Verfassung Ă€ndern lassen, um erneut als Kandidat antreten zu können. Seine Wiederwahl gilt als sicher. Nach sechs Jahren im Amt darf er laut aktuell gĂŒltiger Verfassung 2030 ein letztes Mal kandidieren.


