Belarus, Parlament

Belarus wÀhlt neues Parlament - Kritik an Manipulation

25.02.2024 - 20:32:27

Eine Parlamentswahl in Belarus, die als unfrei und manipuliert gilt. Langzeitmachthaber Lukaschenko stellt derweil ein Festklammern an seinem Stuhl auch fĂŒr die Zukunft in Aussicht.

Erstmals seit der umstrittenen PrĂ€sidentenwahl im Sommer 2020 und den darauffolgenden Massenprotesten hat das autoritĂ€r gefĂŒhrte Belarus ein neues Parlament gewĂ€hlt. Die landesweite Abstimmung sei ohne ZwischenfĂ€lle verlaufen, teilte die Wahlkommission in Minsk am Sonntagabend nach Schließung der Wahllokale mit. Die Beteiligung an der Abstimmung wurde mit 72,98 Prozent angegeben. Neben 110 Abgeordneten des Parlaments wurden auch rund 12.000 Vertreter von Kommunalversammlungen neu gewĂ€hlt. 

Ergebnisse wurden zunÀchst nicht genannt. Die Abstimmungen gelten als unfrei und manipuliert. UnabhÀngige Wahlbeobachter aus dem Westen hat der Machtapparat von Langzeitherrscher Alexander Lukaschenko nicht eingeladen.

Eine Opposition gibt es nicht

Opposition gibt es in Belarus nicht. Insgesamt waren nur vier Parteien zugelassen, die alle auf dem Kurs von Machthaber Lukaschenko liegen, der als völlig abhĂ€ngig von Russland und Kremlchef Wladimir Putin gilt. Lukaschenko kĂŒndigte am Sonntag seine erneute Kandidatur auch bei den nĂ€chsten PrĂ€sidentschaftswahlen an. Ein Datum wurde nicht genannt. «Kein verantwortungsbewusster PrĂ€sident wird sein Volk im Stich lassen, das ihm in die Schlacht gefolgt ist», sagte er nach Angaben der Staatsmedien an die Adresse möglicher Opposition. «Machen Sie sich keine Sorgen, wir werden es so machen, wie es fĂŒr Belarus notwendig ist.»

Die ins Ausland geflohene belarussische OppositionsfĂŒhrerin Swetlana Tichanowskaja betonte erst am Donnerstag, dass die Wahlen mit Demokratie nichts zu tun hĂ€tten. Sie verwies auch auf die vielen politischen Gefangenen im Land. Menschenrechtler geben ihre Zahl mit mehr als 1400 an.

Lukaschenko seit 1994 an der Macht

Im August 2020 hatte sich Lukaschenko, der seit 1994 im Amt ist, erneut zum Sieger der PrĂ€sidentenwahl erklĂ€ren lassen. Die Opposition allerdings sah Tichanowskaja als wahre Gewinnerin an. Auch die EU erkennt Lukaschenko nicht mehr als Staatschef an. In den Wochen nach der Wahl gab es Massenproteste, die der Machtapparat allerdings brutal niederschlagen ließ. Mehr als 35 000 Menschen wurden damals festgenommen. 

@ dpa.de