PalÀstinenser: Dutzende Tote bei Angriff auf SchulgebÀude
06.06.2024 - 09:26:41Bei einem israelischen Luftangriff auf eine vom UN-PalĂ€stinenserhilfswerk UNRWA betriebene Schule im Gazastreifen sind palĂ€stinensischen Angaben zufolge mindestens 30 Menschen getötet worden. Die meisten Opfer seien Frauen, Kinder und Jugendliche, hieĂ es am Morgen aus medizinischen Kreisen in dem KĂŒstengebiet.
Mehr als 50 weitere Menschen wurden demnach verletzt. Die Angaben lieĂen sich zunĂ€chst nicht unabhĂ€ngig ĂŒberprĂŒfen. Nach Erkenntnissen der israelischen Armee sollen sich wĂ€hrend des Angriffs 20 bis 30 Mitglieder der Hamas und des PalĂ€stinensischen Islamischen Dschihads (PIJ) dort aufgehalten haben. Die Schule sei in den vergangenen Tagen beobachtet und der Angriff zweimal verschoben worden, um zivile Opfer zu vermeiden, erklĂ€rte Armeesprecher Peter Lerner mit. Das MilitĂ€r habe aktuell keine Kenntnisse ĂŒber mögliche zivile Opfer infolge des Angriffs, sagte er weiter. Auch die Angaben des MilitĂ€rs lieĂen sich zunĂ€chst nicht unabhĂ€ngig ĂŒberprĂŒfen.
Seit Kriegsbeginn dienen SchulgebĂ€ude des UN-PalĂ€stinenserhilfswerks hĂ€ufig BinnenflĂŒchtlingen als Zufluchtsort - auch in der Hoffnung, dass Israel die UN-GebĂ€ude in der Regel nicht gezielt angreift. Israel wiederum wirft der Hamas immer wieder vor, aus zivilen Einrichtungen heraus zu operieren und Zivilisten damit in Gefahr zu bringen oder bewusst als Schutzschild zu missbrauchen.
Deutschland und VerbĂŒndete: Hamas soll Biden-Plan annehmen
Die USA, Deutschland, Frankreich und GroĂbritannien haben die islamistische Hamas dazu aufgerufen, den kĂŒrzlich von US-PrĂ€sident Joe Biden vorgestellten Plan zur Beendigung des Gaza-Kriegs anzunehmen. Man unterstĂŒtze den umfĂ€nglichen Plan voll, heiĂt es in einem gemeinsamen, vom ĂlysĂ©epalast veröffentlichten Schreiben. Die Staats- beziehungsweise Regierungschefs der vier LĂ€nder rufen demnach am Rande des D-Day-Gedenkens in der französischen Normandie dazu auf, dass die Hamas ihre vollstĂ€ndige Zustimmung zum Ausdruck bringe und der Plan unverzĂŒglich umgesetzt werde.
Der kĂŒrzlich von US-PrĂ€sident Joe Biden vorgelegte Plan zielt auf die Beendigung des Krieges ĂŒber drei Phasen ab. ZunĂ€chst ist darin eine vollstĂ€ndige und uneingeschrĂ€nkte Waffenruhe ĂŒber sechs Wochen vorgesehen. Diese soll in einer zweiten Phase in einem dauerhaften Waffenstillstand mĂŒnden. Die Bedingungen dafĂŒr sollen dem Entwurf zufolge wĂ€hrend der Einstellung der Waffen ausgehandelt. Die Hamas will einem Abkommen nach eigenen Angaben jedoch nur dann zuzustimmen, wenn darin ein sofortiger und dauerhafter Waffenstillstand vereinbart wĂŒrde.
Hamas-FĂŒhrer lehnt Waffenruhe mit Entwaffnung ab
Doch der FĂŒhrer der radikalislamischen Hamas im Gazastreifen, Jihia al-Sinwar, lehnt einem US-Medienbericht zufolge ein Waffenruhe-Abkommen mit Israel ab, das eine Entwaffnung seiner Terrormiliz vorsehen wĂŒrde. «Die Hamas wird nicht ihre Waffen abgeben, noch wird sie ein Abkommen unterzeichnen, das dies verlangt», soll Al-Sinwar, der sich an einem unbekannten Ort im Gazastreifen aufhĂ€lt, gesagt und den Verhandlern seiner Organisation aufgetragen haben. Dies berichtete die US-Zeitung «Wall Street Journal» (Online-Ausgabe) unter Berufung auf arabische Vermittler, die in Kontakt mit den Hamas-Verhandlern stehen.Â
Armee: Bewaffnete in Gaza getötet - wollten nach Israel eindringen
Die israelische Armee hat eigenen Angaben zufolge drei bewaffnete VerdĂ€chtige getötet, die versucht haben sollen, vom Gazastreifen aus nach Israel vorzudringen. Israelische Soldaten im SĂŒdosten des Gazastreifens hĂ€tten in der Nacht zunĂ€chst verdĂ€chtige Bewegungen dort entdeckt, teilte ein Sprecher des MilitĂ€rs mit. Bodentruppen seien dann in die NĂ€he des GrenzĂŒbergangs Kerem Schalom im SĂŒden geschickt worden und dort unter Beschuss geraten. Sie hĂ€tten auf den Angriff reagiert. Zwei der verdĂ€chtigen Personen seien aus der Luft, eine dritte kurze Zeit spĂ€ter durch Panzerfeuer getötet worden. Bei dem Gefecht wurde auch ein israelischer Soldat getötet, wie das MilitĂ€r mitteilte.
Laut dem Armeesprecher wird derzeit untersucht, ob noch eine vierte Person beteiligt gewesen sein könnte und wie die Gruppe ĂŒberhaupt so nah an die Grenze gelangen konnte. Die VerdĂ€chtigen seien 300 Meter von der Grenze entfernt aufgegriffen worden. Ihnen sei es nicht gelungen, den Grenzzaun nach Israel zu ĂŒberqueren.
Westjordanland: Drei Tote bei KĂ€mpfen mit Militanten
Bei KĂ€mpfen von israelischen Soldaten mit militanten PalĂ€stinensern sind in Dschenin im besetzten Westjordanland drei Menschen ums Leben gekommen. Mehrere weitere PalĂ€stinenser erlitten Verletzungen, wie das palĂ€stinensische Gesundheitsministerium mitteilte. Nach Darstellung des israelischen MilitĂ€rs nahmen die Soldaten einen gesuchten PalĂ€stinenser fest. Militante nahmen sie unter Feuer, das die Truppen erwiderten. Bei dem Gefecht erhielten sie UnterstĂŒtzung durch einen Kampfhelikopter. Mehrere bewaffnete PalĂ€stinenser seien getötet worden.
PalĂ€stinensische Medien berichteten unter Berufung auf Augenzeugen, dass zunĂ€chst Mitglieder einer verdeckt operierenden israelischen Spezialeinheit in Dschenin eingedrungen seien, um jemanden festzunehmen. Militante hĂ€tten das Feuer auf die Israelis eröffnet, woraufhin weitere Truppen in die Stadt eingerĂŒckt seien und sich mit den Militanten Gefechte geliefert hĂ€tten. Dschenin gilt als eine Hochburg palĂ€stinensischer Extremisten.
Schwerer Beschuss an libanesisch-israelischer Grenze
An der Grenze zwischen dem Libanon und Israel hat es erneut schweren gegenseitigen Beschuss gegeben. Auf libanesischer Seite wurde dabei mindestens ein Mensch in Aitarun nahe der Grenze zu Israel getötet, wie lokale Medien berichteten. Eine weitere Person soll verletzt worden sein.
Das israelische MilitĂ€r teilte mit, Infrastruktur der Hisbollah in der Gegend mit Kampfflugzeugen angegriffen zuhaben. Dabei seien zwei Mitglieder der Schiitenmiliz getroffen worden. Die Hisbollah bestĂ€tigte den Tod eines ihrer Mitglieder. FĂŒr gewöhnlich fĂŒhrt die Miliz nicht weiter aus, wann, wo und wie ihre KĂ€mpfer ums Leben kommen. Die Angaben lassen sich nicht unabhĂ€ngig ĂŒberprĂŒfen.
Die Hisbollah reklamierte erneut mehrere Angriffe auf Ziele in Nordisrael fĂŒr sich. Als Reaktion auf den Angriff in Aitarun seien israelische Soldaten mit Raketen angegriffen worden.
Die Situation an der israelisch-libanesischen Grenze hatte sich zuletzt deutlich zugespitzt. Bei einem Drohnenangriff aus dem Libanon war nach Angaben der israelischen Armee am Mittwoch ein Soldat getötet worden. Eine mit Sprengstoff beladene Drohne explodierte dabei, ohne zuvor einen Luftalarm ausgelöst zu haben. AuĂerdem wurden mehrere Menschen verletzt. Die libanesische Schiitenmiliz Hisbollah reklamierte den Angriff fĂŒr sich.
Seit Beginn des Gaza-Kriegs kommt es in dem Grenzgebiet tĂ€glich zu militĂ€rischen Konfrontationen mit der proiranischen Hisbollah und anderen Gruppierungen. Todesopfer gab es bereits auf beiden Seiten. In Ortschaften beiderseits der Grenze hat der gegenseitige Beschuss schwere SchĂ€den angerichtet und zuletzt in Israel groĂe Wald- und BuschbrĂ€nde verursacht. Rund 150.000 Menschen wurden evakuiert oder verlieĂen in Israel und im Libanon die Kampfzone.







