Slowakei: Stichwahl um PrÀsidentschaft
24.03.2024 - 02:49:37Die Frage, wer in der Slowakei neues Staatsoberhaupt wird, entscheidet sich erst am 6. April in einer Stichwahl. Dann werden der von der liberalen Opposition unterstĂŒtzte Ex-AuĂenminister und Diplomat Ivan Korcok und der zum Regierungslager gehörende sozialdemokratische ParlamentsprĂ€sident Peter Pellegrini gegeneinander antreten.
Die erste Runde der PrÀsidentschaftswahl gewann Korcok nach dem Endergebnis mit 42,5 Prozent, wie aus den am Sonntag von der staatlichen Wahlkommission veröffentlichten offiziellen Endergebnissen hervorgeht. Pellegrini kam demnach auf 37,0 Prozent. Die Wahlbeteiligung erreichte 51,9 Prozent.
Die Ergebnis-AuszĂ€hlung ging unerwartet spannend zu Ende. ZunĂ€chst fĂŒhrte der zum Regierungslager gehörende sozialdemokratische ParlamentsprĂ€sident Peter Pellegrini deutlich vor dem von der liberalen Opposition unterstĂŒtzten Ex-AuĂenminister und Diplomaten Ivan Korcok. Nach AuszĂ€hlung der letzten Wahlbezirke drehte sich das Ergebnis nach Mitternacht aber zugunsten Korcoks um.
Pellegrini und Korcok in Stichwahl um PrÀsidentschaft
DrittstĂ€rkster Kandidat wurde der prorussische Nationalist und ehemalige Justizminister Stefan Harabin mit 11,7 Prozent. Offiziell bestĂ€tigt werden soll das Wahlergebnis bis Sonntagmittag. Die amtierende PrĂ€sidentin Zuzana Caputova verzichtete trotz ihrer noch immer groĂen Beliebtheit auf die Kandidatur fĂŒr eine zweite fĂŒnfjĂ€hrige Amtszeit.
Korcok hatte im Wahlkampf versprochen, ein Gegengewicht zur linksnationalistischen Regierung unter MinisterprĂ€sident Robert Fico zu sein. Pellegrini hatte hingegen mit dem Slogan «Die Slowakei braucht Ruhe!» fĂŒr ein Ăberwinden der tiefen innenpolitischen Spaltung geworben.
Auch die Haltung zum russischen Angriffskrieg gegen das Nachbarland gehört zu den Konfliktthemen, die Politik und Gesellschaft des Landes spalten. Das EU- und Nato-Land Slowakei grenzt direkt an die Ukraine. Korcok tritt fĂŒr eine entschlossene militĂ€rische UnterstĂŒtzung der Ukraine ein. Pellegrini mahnt hingegen bei Waffenlieferungen zur Vorsicht und beruft sich dabei auf den deutschen Bundeskanzler Olaf Scholz.


