Russland, Ukraine

Putin warnt USA vor Tomahawk-Raketen fĂŒr die Ukraine

02.10.2025 - 21:37:53

Einmal im Jahr spricht Putin vor Außenpolitikexperten. Die Themen: Ukraine, USA, der Nahe Osten und vieles mehr. Einem europĂ€ischen Land wirft der Kremlchef Piraterie vor.

Russlands PrĂ€sident Wladimir Putin hat die USA fĂŒr den Fall der Lieferung weitreichender Tomahawk-Raketen an die Ukraine vor einer neuen Eskalation in dem Krieg gewarnt. Der Einsatz solcher Waffen sei nicht ohne US-MilitĂ€rs möglich, sagte Putin auf dem politischen Waldai-Forum in Sotschi am Schwarzen Meer. «Das ist gefĂ€hrlich.» 

Zwar werde sich das KrĂ€fteverhĂ€ltnis auf dem Schlachtfeld im Ukraine-Krieg nicht verĂ€ndern. Die Waffen könnten die Beziehungen zwischen Russland und den USA beschĂ€digen und zu einer «absolut neuen, qualitativ neuen Etappe der Eskalation» fĂŒhren. Russland werde seine Flugabwehrsysteme vervollkommnen, um auch diese Raketen abzuwehren – wie zuvor im Fall der ATACMS-Angriffe.

Der Kremlchef sprach mehrere Stunden vor den Außenpolitikexperten des vom Kreml initiierten Diskussionsklubs und Ă€ußerte sich zu vielen Themen. 

Zentrale Aussagen Putins in Stichworten: 

  • Nahost 

Russland ist Putins Worten nach bereit, den Friedensplan von US-PrĂ€sident Donald Trump fĂŒr den Nahen Osten zu unterstĂŒtzen. Wichtigstes Element einer Friedenslösung in der Region bleibe dabei eine Zweistaatenlösung mit Israel und PalĂ€stina. Er sei aber bereit, dem Modell Trumps eine Chance zu geben, sagte Putin. Wichtig sei, dass der Lösung sowohl Israel als auch die Autonomieverwaltung der PalĂ€stinensergebiete und die Hamas zustimmen.

  • Festgesetzter Schattentanker in Frankreich

«Das ist Piraterie», sagte Putin. Ihm sei bekannt, dass Frankreich einen Tanker, der angeblich zur russischen Schattenflotte gehört, festgesetzt habe. «Der Tanker wurde in neutralen GewĂ€ssern festgesetzt.» In Paris wird vermutet, dass das Schiff mit den rĂ€tselhaften DrohnenflĂŒgen ĂŒber dĂ€nischen FlughĂ€fen zu tun gehabt haben könnte. «Jetzt suchen sie dort MilitĂ€rgĂŒter, Drohnen, noch etwas. Da ist nichts. Das war nichts und da kann nichts sein», sagte Putin. Er stritt zudem ab, dass Russland hinter den DrohnenflĂŒgen steckte. Er verglich die Ängste vor russischen Drohnen mit der UFO-Phobie vor langer Zeit.

  • Drohungen gegen Atomkraftwerke der Ukraine

Putin warf der Ukraine vor, das Umfeld des russisch besetzten Kernkraftwerks Saporischschja mit Artillerie zu beschießen. «Das ist ein gefĂ€hrliches Spiel», sagte er. Die Ukrainer sollten an ihre anderen Kernkraftwerke denken. «Was hindert uns daran, symmetrisch zu reagieren?»

  • Ukraine-Krieg

Putin gab Europa die Schuld, dass der von ihm befohlene Krieg gegen die Ukraine weiter andauere. Viele hĂ€tten versucht, eine friedliche Lösung zu finden. Die europĂ€ischen LĂ€nder mit ihrer Politik der stĂ€ndigen Eskalation seien dafĂŒr verantwortlich, dass dies nicht gelungen sei. «Wir verfolgen die immer stĂ€rkere Militarisierung Europas aufmerksam», sagte er. Die deutsche Armee solle angeblich die stĂ€rkste in Europa werden. «Niemand zweifelt, dass Schritte Russlands, Gegenmaßnahmen Russlands nicht lange auf sich warten lassen.»

  • VerhĂ€ltnis zu Trump

Sehr zur Verwunderung von Moderator Fjodor Lukjanow lobte Putin Trump als angenehmen GesprĂ€chspartner. NatĂŒrlich liebe es Trump, «ein wenig zu provozieren», das sehe die ganze Welt. «Aber im Grunde ist er ein Mensch, 
der zuhören kann. Seltsamerweise hört er zu, hört und reagiert.» FĂŒr ihn sei es außerdem angenehmer, wenn ein Mensch offen seine Meinung sage, als wenn er dessen Absichten erraten mĂŒsse.

  • Uran-Lieferungen an die USA

Die USA kaufen weiter in großem Stil Uran von der Rohstoffgroßmacht Russland, allein in diesem Jahr fĂŒr 1,2 Milliarden US-Dollar, wie Putin sagte. «Die Amerikaner kaufen unser Uran, weil es gĂŒnstig ist.» Russland bleibe ein stabiler Lieferant, der mit 25 Prozent Marktanteil zweitgrĂ¶ĂŸte in den USA und rechne auch im kommenden Jahr mit Einnahmen von 800 Millionen US-Dollar. Trump hatte zuletzt LĂ€nder in der EU und andere Rohstoffkunden kritisiert, dass sie weiter EnergietrĂ€ger von Russland kaufen und so den Krieg gegen die Ukraine mitfinanzieren.

@ dpa.de

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