Frankreich, Niger

Frankreich zieht StreitkrÀfte aus dem Niger ab

25.09.2023 - 00:36:22

Ende Juli haben MilitĂ€rs im Niger die Macht ĂŒbernommen. Seitdem fordern die Putschisten den Abzug der französischen Soldaten. Nun reagiert PrĂ€sident Macron. Was bedeutet dies fĂŒr den Bundeswehrstandort?

  • Französische Soldaten in Niamey. Frankreichs PrĂ€sident Emmanuel Macron hat das Ende der militĂ€rischen Zusammenarbeit mit dem Niger verkĂŒndet. - Foto: Jerome Delay/AP

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  • Frankreichs PrĂ€sident Emmanuel Macron will die französischen StreitkrĂ€fte aus dem Niger abziehen. - Foto: Francois Walschaerts/AP/dpa

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Französische Soldaten in Niamey. Frankreichs PrĂ€sident Emmanuel Macron hat das Ende der militĂ€rischen Zusammenarbeit mit dem Niger verkĂŒndet. - Foto: Jerome Delay/APFrankreichs PrĂ€sident Emmanuel Macron will die französischen StreitkrĂ€fte aus dem Niger abziehen. - Foto: Francois Walschaerts/AP/dpa

Zwei Monate nach dem MilitĂ€rputsch im Niger hat Frankreich angekĂŒndigt, seinen Botschafter und seine StreitkrĂ€fte aus dem westafrikanischen Land abzuziehen. Die militĂ€rische Zusammenarbeit werde beendet, sagte PrĂ€sident Emmanuel Macron in einem Interview der Fernsehsender TF1 und France 2. Die Soldaten sollen nach seinen Worten bis zum Jahresende zurĂŒckkehren.

Ende Juli hatte im Niger die PrĂ€sidentengarde das Staatsoberhaupt Mohamed Bazoum mit einem MilitĂ€rputsch abgesetzt. Neuer Machthaber ist General Abdourahamane Tiani, der die verfassungsmĂ€ĂŸige Ordnung außer Kraft setzte. Die ehemalige Kolonialmacht Frankreich erkennt die neue Regierung nicht an - wie auch andere westliche und afrikanische Staaten.

Das sehr arme afrikanische Land mit seinen etwa 26 Millionen Einwohnern war fĂŒr Frankreich bis zum Putsch ein wichtiger Partner in seinem Anti-Terror-Kampf in der Sahelzone. Paris hat im Niger und im benachbarten Tschad etwa 2500 Soldaten im Einsatz. Auch Deutschland unterhĂ€lt noch einen militĂ€rischen LufttransportstĂŒtzpunkt in der Hauptstadt Niamey, ĂŒber den derzeit der Abzug der Bundeswehr aus Mali lĂ€uft.

Auch der französische Botschafter Sylvain IttĂ© soll bald nach Frankreich zurĂŒckkehren, wie Macron weiter sagte. Schon Ende August hatten die Putschisten die Ausreise des Diplomaten verlangt - das Ultimatum ignorierte Frankreich aber. Seither wurde der Botschafter mit seinem Personal laut Macron quasi als «Geisel» festgehalten.

Macron: Nicht fĂŒr die Politik dieser LĂ€nder verantwortlich

Macron sagte in dem Interview, Frankreich sei nicht im Niger, um Geisel der Putschisten zu sein. Die Putschisten seien Freunde des Chaos. So nĂ€hmen inzwischen Angriffe islamistischer Dschihadisten zu, die schon in Mali tĂ€glich Menschenleben kosteten. Er mache sich Sorgen um diese Region. Frankreich habe, manchmal alleine, seine Verantwortung ĂŒbernommen und er sei stolz auf die französischen Soldaten. Aber man sei nicht fĂŒr die Politik dieser LĂ€nder verantwortlich.

Wie französische Medien ĂŒbereinstimmend berichteten, schloss die MilitĂ€rregierung am Samstag den nigrischen Luftraum speziell fĂŒr französische Flugzeuge. Zuvor hatte Niger eine mehrwöchige, nach dem Putsch verordnete Sperrung am 4. September eigentlich wieder komplett aufgehoben.

Die ehemalige Kolonialmacht Frankreich musste ihre Truppen bereits nach den MilitĂ€rputschen in den NachbarlĂ€ndern Mali und Burkina Faso abziehen. Der Niger galt als letzter VerbĂŒndeter des Westens in der Region.

@ dpa.de