Gewalt, Serbien

RĂ€delsfĂŒhrer der Gewalt im Kosovo festgenommen

03.10.2023 - 19:15:45

Ende September hatte ein schwer bewaffneter serbischer Kommandotrupp kosovarische Polizisten angegriffen. Der AnfĂŒhrer konnte jetzt geschnappt werden. Wie geht es weiter?

Der Initiator des jĂŒngsten Überfalls serbischer ParamilitĂ€rs auf kosovarische Polizisten, Milan Radoicic, ist vorlĂ€ufig fĂŒr 48 Stunden festgenommen worden. Das teilte das serbische Innenministerium in Belgrad mit.

Der kosovo-serbische GeschĂ€ftsmann und Politiker Radoicic hatte sich Tage zuvor öffentlich bekannt, Urheber der Gewaltakte zu sein. Nun soll ein Gericht entscheiden, ob Radoicic fĂŒr 30 Tage in Untersuchungshaft kommt. Welche Straftaten ihm vorgeworfen werden, wurde zunĂ€chst nicht mitgeteilt.

Die Straftaten

Die Staatsanwaltschaft verdĂ€chtigt ihn krimineller Handlungen im Zusammenhang mit der illegalen Herstellung explosiver Stoffe sowie dem Besitz, Tragen und Verkauf von Schusswaffen. Ihm wĂŒrden außerdem schwere VerstĂ¶ĂŸe gegen die allgemeine Sicherheit zur Last gelegt, berichtete die serbische Nachrichtenagentur Tanjug.

Bei der Vernehmung habe der VerdĂ€chtige bestritten, diese Straftaten begangen zu haben, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Tage zuvor hatte sich Radoicic allerdings öffentlich als RĂ€delsfĂŒhrer der Aktion in Banjska bekannt.

Serbischer Kommandotrupp verschÀrfte Spannungen

Zuvor hatten die USA mit Nachdruck verlangt, dass die Verantwortlichen fĂŒr die Gewalt zur Rechenschaft gezogen werden. Am 24. September hatte ein 30-köpfiger, schwer bewaffneter serbischer Kommandotrupp in der Ortschaft Banjska bei Mitrovica im Nordkosovo kosovarische Polizisten angegriffen. Dabei wurden drei serbische Angreifer sowie ein kosovarischer Polizist getötet.

Dies verschĂ€rfte die Spannungen zwischen dem Kosovo und Serbien. Die kosovarische FĂŒhrung warf Belgrad vor, hinter Radoicic' Aktion zu stecken. Dieser beteuerte, auf eigene Faust gehandelt zu haben. Das Kosovo und die USA warfen Serbien vor, die MilitĂ€rprĂ€senz an der Grenze zum Kosovo verstĂ€rkt zu haben. Belgrad bestritt dies.

Am Montag hatte Kosovos MinisterprĂ€sident Albin Kurti zudem erklĂ€rt, die serbische ParamilitĂ€rs hĂ€tten vor ihrem Überfall in Banjska auf serbischem Territorium trainiert. Er postete beim Kurznachrichtendienst Plattform X (vormals Twitter) auch Drohnenaufnahmen, die diese Übungen zeigen sollen. Die Drohnenaufnahmen hĂ€tten die serbischen Aggressoren selber gemacht und Kosovos Polizei habe diese zusammen mit Waffen sichergestellt.

Serbiens ehemalige Provinz Kosovo hatte sich 2008 nach einem blutigen Krieg fĂŒr unabhĂ€ngig erklĂ€rt. Serbien erkennt dies nicht an.

@ dpa.de