Trump, Englisch

Trump macht Englisch zur offiziellen Amtssprache der USA

02.03.2025 - 06:49:18 | dpa.de

Englisch ist die mit weitem Abstand meistgesprochene Sprache in den USA. Aber eine offizielle Landessprache hatten die Vereinigten Staaten bisher trotzdem nicht. Das ist jetzt anders - und hat Folgen.

Mit seinem Dekret hob Trump einen mehr als 20 Jahre alten Erlass des damaligen US-PrÀsidenten Clinton auf. - Foto: Evan Vucci/AP/dpa
Mit seinem Dekret hob Trump einen mehr als 20 Jahre alten Erlass des damaligen US-PrÀsidenten Clinton auf. - Foto: Evan Vucci/AP/dpa

US-PrĂ€sident Donald Trump hat Englisch per Dekret zur offiziellen Amtssprache der Vereinigten Staaten erklĂ€rt. Die Verordnung stellt es Behörden kĂŒnftig frei, ausschließlich auf Englisch oder zusĂ€tzlich auch in anderen Sprachen zu kommunizieren. Damit hob Trump ein vor mehr als 20 Jahren erlassenes Dekret des damaligen demokratischen PrĂ€sidenten Bill Clinton auf. Dieses schrieb vor, amtliche Dienstleistungen und Dokumente auch in anderen Sprachen zugĂ€nglich zu machen, damit Menschen mit mangelhaften Englischkenntnissen nicht benachteiligt werden.

Zwar ist Englisch die mit Abstand meistgesprochene Sprache in den USA und wird fĂŒr die offizielle Kommunikation verwendet. Bislang gab es aber auf Bundesebene - anders als in manchen der 50 Bundesstaaten - keine offiziell festgelegte Amtssprache. Viele Behörden veröffentlichen ihre Dokumente zum Beispiel auch auf Spanisch - nach Englisch die am zweithĂ€ufigsten gesprochene Sprache in den USA. Insgesamt werden in den Vereinigten Staaten nach Regierungsangaben mehr als 350 Sprachen gesprochen.

«Nationale Werte stÀrken» oder Migranten schikanieren?

Im Begleittext der Regierung zu Trumps Dekret heißt es: «Die Festlegung auf Englisch als offizielle Amtssprache wird nicht nur die Kommunikation vereinheitlichen, sondern auch gemeinsame nationale Werte stĂ€rken und eine geschlossenere und effizientere Gesellschaft schaffen.» Englisch zu sprechen helfe Einwanderern dabei, im Arbeitsmarkt Fuß zu fassen, an nationalen Traditionen teilzuhaben und «unserer Gesellschaft etwas zurĂŒckzugeben».

Es gibt aber auch Kritik an der Entscheidung. Die Regierung werde das Dekret dazu nutzen, Schulunterricht fĂŒr Kinder auslĂ€ndischer Herkunft in anderen Sprachen als Englisch zu verhindern, warnte die US-Organisation United We Dream, die sich fĂŒr die Rechte von Einwanderern einsetzt. Trumps Erlass werde die Einwanderungsbehörden dazu ermutigen, «einzelne Menschen, die auf eine bestimmte Art und Weise sprechen, auszusondern und zu schikanieren».

Kurz nach seiner AmtsĂŒbernahme hatte Trump schon die spanische Variante der Webseite des Weißen Hauses aus dem Netz tilgen lassen. Auch an dieser Entscheidung und der von ihr ausgehenden Botschaft an Einwanderer entzĂŒndete sich Kritik.

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