#COP28, Svenja Schulze

Zusagen von mehr als 9 Milliarden US-Dollar fĂŒr Klimafonds

05.10.2023 - 14:56:55

Entwickelte LĂ€nder haben die zunehmende ErderwĂ€rmung vor allem verursacht, Ă€rmere LĂ€nder hingegen leiden besonders unter den Folgen. Helfen soll der GrĂŒne Klimafonds - doch der kann nicht alle Probleme adressieren.

FĂŒr den Kampf gegen den Klimawandel und den Umgang mit dessen Auswirkungen sollen Ă€rmere Staaten in den kommenden Jahren von IndustrielĂ€ndern mindestens 9,322 Milliarden US-Dollar erhalten. Das Geld sei von GeberlĂ€ndern fĂŒr den GrĂŒnen Klimafonds zugesagt worden, um Projekte fĂŒr die Zeit von 2024 und 2027 in Schwellen- und EntwicklungslĂ€ndern zu finanzieren, wie das Bundesentwicklungsministerium am Donnerstag anlĂ€sslich einer von Deutschland ausgerichteten Konferenz in Bonn mitteilte. Die Summe entspricht aktuell knapp 8,9 Milliarden Euro.

25 LĂ€nder machten demnach Zusagen, fĂŒnf weitere erklĂ€rten, dies in KĂŒrze tun zu wollen, weshalb die Summe am Ende laut Ministerium «erheblich höher» ausfallen dĂŒrfte. Entwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD) sagte, sie erwarte dies bis zur Weltklimakonferenz Ende des Jahres in Dubai, fĂŒr eine finale Bewertung sei es derzeit noch zu frĂŒh. FĂŒr die Bundesregierung bekrĂ€ftigte Kanzler Olaf Scholz (SPD) seine Zusage von zwei Milliarden Euro fĂŒr die aktuelle Finanzierungsrunde des Fonds.

Die Klima- und Entwicklungsorganisation Germanwatch wertete das Ergebnis als enttĂ€uschend. «Wir haben uns ein ambitionierteres Ergebnis erhofft. Mit Blick auf die sich zuspitzende Klimakrise ist eine Summe, die unter der letzten AuffĂŒllungsrunde vor vier Jahren liegt, viel zu wenig», erklĂ€rte David Eckstein von der Organisation. Einige LĂ€nder hĂ€tten ihre BeitrĂ€ge sogar reduziert.

Aufbau einer klimafreundlicheren Wirtschaft

Der Fonds soll EntwicklungslĂ€ndern bei der Anpassung an den Klimawandel und beim Aufbau einer klimafreundlicheren Wirtschaft helfen. Dazu stellt er ZuschĂŒsse, Kredite, Garantien und Eigenkapital bereit und bemĂŒht sich auch um die Mobilisierung privaten Kapitals. Nach Angaben des Bundesentwicklungsministeriums wurden bisher 228 Projekte finanziert, jeweils rund zur HĂ€lfte in den Bereichen Treibhausgasminderung und Anpassung an den Klimawandel.

Die Industriestaaten haben sich dazu verpflichtet, 100 Milliarden US-Dollar jĂ€hrlich fĂŒr den internationalen Einsatz gegen den Klimawandel aus öffentlichen und privaten Quellen bereitzustellen - eigentlich schon bis zum Jahr 2020. Scholz geht davon aus, dass dieses Ziel im laufenden Jahr erstmals erreicht wird.

Schulze betonte, nötig seien aber auch Änderungen der internationalen Finanzarchitektur insgesamt, um mehr Investitionen in EntwicklungslĂ€ndern zu ermöglichen. Sie wolle deshalb eine Reform der Weltbank erreichen, die mehr Gelder fĂŒr Solarparks oder fĂŒr den Schutz des Regenwaldes frei machen solle. Auch die Exekutivdirektorin des GrĂŒnen Klimafonds, Mafalda Duarte, drĂ€ngte auf eine solche Reform. Derzeit wĂŒrden arme LĂ€nder von ihrer Schuldenlast erdrĂŒckt.

Brown: «Bescheidene Geldsumme»

Der Premierminister der vom Anstieg des Meeresspiegels bedrohten Cook-Inseln im SĂŒdpazifik, Mark Brown, sagte, das 100-Milliarden-Ziel möge groß erscheinen, im Vergleich zu der mehr als eine Billion US-Dollar, die im vergangenen Jahr in fossile Subventionen geflossen sein, handele es sich aber um eine «bescheidene Geldsumme». Er warnte davor, bei der Klimafinanzierung zu stark auf den Privatsektor zu setzen, weil dieser stets eine Rendite erwarte, was gerade Ă€rmere LĂ€nder, die Kredite in Anspruch nĂ€hmen, ĂŒberfordere. Hier seien reiche LĂ€nder gefragt. «LĂ€nder wie unseres sollten kein Geld von LĂ€ndern borgen, die die Treibhausgase verursachen, um uns gegen die Wirkungen dieser Emissionen zu schĂŒtzen.»

@ dpa.de