Ex-Soldat nach Ultimatum an Putin in Haft
28.06.2026 - 08:33:34 | dpa.de
Der ehemalige Frontsoldat Alexander Lunin hat ein GesprĂ€ch mit Kremlchef Wladimir Putin ĂŒber die wahre Lage an der Front gefordert â und ein Treffen mit der Polizei bekommen. Lunin sei fĂŒr elf Tage in Ordnungshaft genommen worden, teilte ein Bekannter des MilitĂ€rbloggers auf dessen Telegramkanal mit. Zuvor hatten Beamte bereits eine nĂ€chtliche Durchsuchung in Lunins Haus in der westrussischen Region Woronesch durchgefĂŒhrt.
Ausgangspunkt war ein Video Lunins, das unter anderem in Russland Wellen schlug. Der Mann hatte im eigentlich in Russland verbotenen Netzwerk Instagram erklĂ€rt, er mĂŒsse Putin bei einer Live-Audienz die «ganze Wahrheit ĂŒber das, was bei uns im Land passiert», sagen. An der Front wĂŒrden Soldaten von ihren Vorgesetzten ausgebeutet, gequĂ€lt und verheizt, klagte er.Â
«Wenn ich nicht in KĂŒrze neben Ihnen live im Fernsehen auftrete, dann richtet die Armee ihre Waffen auf den Kreml», drohte er. Zugleich behauptete er, von ranghohen MilitĂ€rs und Beamten zu der Forderung veranlasst worden zu sein. Innerhalb kĂŒrzester Zeit wurde das Video etwa zehn Millionen Mal aufgerufen und erhielt Hunderttausende Likes.
Kreml reagiert auf Video
Auf das Video musste schlieĂlich auch der Kreml reagieren. Von der Forderung nach einer Audienz bei Putin habe man gehört, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. «Man muss sich das erst einmal anschauen», gab er sich angesichts zunehmender Kritik an der KriegsfĂŒhrung Russlands â auch bei der eigenen Truppe â zunĂ€chst zurĂŒckhaltend.
WĂ€hrend Lunin offenbar weiter auf ein Treffen mit Putin hoffte, wurde anschlieĂend die Justiz aktiv. In der Nacht durchsuchte die Polizei nach Angaben von Lunins Ehefrau das Wohnhaus des Ex-Frontsoldaten, den sie dabei aber zunĂ€chst nicht antrafen. Er wurde demnach spĂ€ter auf dem Weg nach Moskau verhaftet.
