Unfall, Hubschrauber

Unfall von Hubschrauber mit Irans PrÀsident an Bord

19.05.2024 - 15:50:15

Er gilt als erzkonservativer Hardliner und ist seit 2021 PrĂ€sident des Iran. Nun musste ein Hubschrauber mit Ebrahim Raisi an Bord notlanden. Außerdem dabei: Irans Außenminister.

Ein Hubschrauber mit dem iranischen PrÀsidenten Ebrahim Raisi an Bord musste nach Berichten staatlicher Medien am Sonntag im Westen des Landes notlanden. Demnach war zunÀchst unklar, ob Raisi bei dem Unfall zu Schaden kam.

Ebenfalls an Bord war den Angaben zufolge der iranische Außenminister Hussein Amirabdollahian. Einige Medien berichten von «harter Landung», andere von einem «Absturz».

Innenminister Ahmad Wahidi zufolge haben die RettungskrĂ€fte wegen des Wetters keinen einfachen Zugang zum Absturzort. Daher gebe es keine genauen Informationen ĂŒber die Lage vor Ort. In den sozialen Medien wurde gemutmaßt, dass sowohl PrĂ€sident Raisi als auch Außenminister Amirabdollahian etwas zugestoßen sei.

Treffen mit dem PrÀsidenten Aserbaidschans

Raisi war zuvor in der iranischen Provinz Ost-Aserbaidschan. Dort hatte er sich mit dem PrÀsidenten des Nachbarlandes Aserbaidschan, Ilham Aliyev, getroffen. Zusammen weihten sie einen Staudamm ein. 

Irans Luftwaffe gilt als stark veraltet, ihre Modernisierung kommt angesichts scharfer internationaler Sanktionen kaum voran. Viele der Flugzeuge und Helikopter stammen noch aus der Zeit vor der Islamischen Revolution von 1979 als das Land enge Beziehungen zu den USA unterhielt.

Raisi wurde im August 2021 als neuer PrĂ€sident des Irans vereidigt. Der 63 Jahre alte, erzkonservative Kleriker wurde damit offiziell der Nachfolger von Hassan Ruhani, der nach zwei Amtsperioden nicht mehr antreten durfte. Als Spitzenkandidat der politischen Hardliner sowie Wunschkandidat und ProtegĂ© des obersten FĂŒhrers Ajatollah Ali Chamenei hatte Raisi die PrĂ€sidentenwahl im Juni mit knapp 62 Prozent der Stimmen gewonnen.

Der 1960 in Maschad im Nordosten des Iran geborene Raisi gilt innerhalb des islamischen Systems als sehr einflussreich. Er pflegt auch ein enges VerhĂ€ltnis zum obersten FĂŒhrer Chamenei. Raisi war ĂŒber drei Jahrzehnte in der Justizbehörde tĂ€tig, 2019 wurde er zum Justizchef ernannt. Ihm wird nachgesagt, dass er in seiner frĂŒheren Funktion als Staatsanwalt fĂŒr zahlreiche Verhaftungen und Hinrichtungen politischer Dissidenten verantwortlich gewesen sei. Laut Verfassung ist Raisi nur die Nummer zwei im Land, weil Chamenei das eigentliche Staatsoberhaupt ist und auch das letzte Wort in allen strategischen Belangen hat.

@ dpa.de