Weitere Epstein-Dokumente veröffentlicht und wieder gelöscht
23.12.2025 - 12:38:21 | dpa.deWenige Tage nach der Veröffentlichung Tausender Ermittlungsakten zum Fall des SexualstraftĂ€ters Jeffrey Epstein hat die US-Regierung Medienberichten zufolge weitere Dokumente ins Netz gestellt und kurz darauf wieder gelöscht. Die Dateien, die offenbar ebenfalls zu den Ermittlungsakten gehörten, seien am Montagnachmittag (Ortszeit) mehrere Stunden lang auf der Webseite des Justizministeriums zum Download verfĂŒgbar gewesen, berichteten die «Washington Post» und «Politico».Â
Demnach handelte es sich um tausende Regierungsdokumente und E-Mails sowie Videos der GefĂ€ngnisbehörde. Enthalten seien darin unter anderem Details zu FlĂŒgen von US-PrĂ€sident Donald Trump mit Epsteins Flugzeug. AuĂerdem sei ein Austausch zwischen GefĂ€ngnisbeamten ĂŒber Epsteins psychischen Zustand wenige Wochen vor dessen Tod veröffentlicht worden. Die US-Regierung Ă€uĂerte sich auf Anfrage der Zeitungen zunĂ€chst nicht zu der Veröffentlichung.
Gelöschte Dateien sorgen fĂŒr harte Kritik
Am Freitag hatte das US-Justizministerium nach massivem Druck der Ăffentlichkeit und des Parlaments Tausende Dateien auf seiner Webseite hochgeladen, weitere sollten folgen. Die Freigabe erfolgte am letzten Tag einer Frist, die dem Ministerium auferlegt worden war.
Kurz nach der Veröffentlichung wurden mehrere Dateien vorĂŒbergehend wieder gelöscht, darunter auch ein Foto von Trump vor seiner PrĂ€sidentschaft, auf dem er mit Frauen in Bikinis posiert. Grund fĂŒr die Löschungen sei der Schutz von Opfern, hieĂ es aus dem Ministerium. Das Trump-Foto wurde nach einer ĂberprĂŒfung spĂ€ter wieder veröffentlicht. Aus dem Kongress hagelte es fĂŒr die unvollstĂ€ndige Veröffentlichung des Materials und die SchwĂ€rzung vieler Dokumente Kritik.
Ex-PrÀsident Clinton oft in den Dateien zu finden
Auf den bislang veröffentlichten Fotos tauchen einige Prominente auf. Neben Rockstar Mick Jagger, dem 2009 gestorbenen Pop-König Michael Jackson und Schauspieler Kevin Spacey ist der frĂŒhere US-PrĂ€sident Bill Clinton verhĂ€ltnismĂ€Ăig oft abgelichtet. Immer wieder taucht er auf Fotos auf - zum Beispiel beim Schwimmen im Pool mit Epsteins langjĂ€hriger Vertrauten Ghislaine Maxwell. Auf anderen Aufnahmen sieht man ihn ohne Bezug zu ihr oder Epstein.
Trump hatte in den vergangenen Wochen immer wieder versucht, die Aufmerksamkeit auf Clinton zu lenken. Dabei behauptete er, dass dieser auf einer Privatinsel Epsteins gewesen sei. Nun schlug er jedoch mildere Töne an. «Wir haben uns immer gut verstanden. Ich respektiere ihn», sagte er am Montag wĂ€hrend einer Pressekonferenz in seinem Privatanwesen Mar-a-Lago in Florida. Er hasse es, nun Fotos von Clinton zu sehen, aber genau das verlangten die Demokraten und ein paar «schlechte» Republikaner. Er denke aber, dass Clinton damit umgehen könne, sagte Trump.Â
Clinton-Sprecher fordert Veröffentlichung aller Dokumente
Clinton-Sprecher Angel Urena veröffentlichte auf der Plattform X ein Statement, in dem er die US-Regierung aufforderte, unverzĂŒglich das noch vorhandene Material freizugeben, das sich auf Clinton beziehe. Eine Weigerung wĂŒrde den Verdacht erwecken, dass es dem Ministerium nicht um Transparenz gehe, sondern durch selektive Veröffentlichungen darum, ein Fehlverhalten einzelner Personen zu suggerieren.
Darum sind die Epstein-Akten so brisant
Jahrelang hatte der MultimillionĂ€r Epstein aus New York einen Missbrauchsring betrieben, dem Dutzende junge Frauen und MinderjĂ€hrige zum Opfer fielen. Ăber mehrere Jahre hinweg soll er MinderjĂ€hrige etwa in New York und Florida auch selbst missbraucht haben. 2019 starb Epstein mit 66 Jahren im GefĂ€ngnis, bevor es zu einer möglichen weiteren Verurteilung hĂ€tte kommen können.
Der Finanzier hatte beste Kontakte in die High Society, was zahlreiche Spekulationen ĂŒber die Tragweite des Skandals mit sich brachte. Immer wieder kam die Frage auf, welche prominenten Persönlichkeiten in Epsteins Machenschaften verwickelt gewesen sein könnten. Per Gesetz wurde schlieĂlich vor einem Monat die Veröffentlichung der Akten verfĂŒgt, gegen die sich Trump lange gewehrt hatte.
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