Thailand, Kambodscha

Thailand stoppt Waffenruhe nach Vorfall an Grenze

11.11.2025 - 06:59:30

Erst vor zwei Wochen hatten Thailand und Kambodscha ein Friedensabkommen unterzeichnet. Es stand auf wackligen FĂŒĂŸen - und wird jetzt nach einem Vorfall an der Grenze zunĂ€chst ausgesetzt.

  • Bei der Explosion einer Landmine wurden vier thailĂ€ndische Soldaten verletzt. - Foto: Uncredited/Royal Thai Army/AP/dpa

    Uncredited/Royal Thai Army/AP/dpa

  • Trump hatte Thailand und Kambodscha zu dem Friedensabkommen gedrĂ€ngt. - Foto: Mark Schiefelbein/AP/dpa

    Mark Schiefelbein/AP/dpa

Bei der Explosion einer Landmine wurden vier thailÀndische Soldaten verletzt. - Foto: Uncredited/Royal Thai Army/AP/dpaTrump hatte Thailand und Kambodscha zu dem Friedensabkommen gedrÀngt. - Foto: Mark Schiefelbein/AP/dpa

Nach einem Vorfall mit Landminen im Grenzgebiet mit vier verletzten thailĂ€ndischen Soldaten hat Bangkok die Waffenruhe mit dem Nachbarland Kambodscha vorlĂ€ufig ausgesetzt. MinisterprĂ€sident Anutin Charnvirakul erklĂ€rte, der Vorfall zeige, dass die Feindseligkeiten nicht wie erwartet nachgelassen hĂ€tten. «Nach dem heutigen Vorfall kann die Zusammenarbeit vorerst nicht fortgesetzt werden.» Weiter hieß es, die im Rahmen der Waffenruhe vereinbarte Freilassung von 18 kambodschanischen Soldaten werde vorlĂ€ufig gestoppt.

Die NachbarlĂ€nder hatten erst Ende Oktober ein von US-PrĂ€sident Donald Trump vermitteltes Friedensabkommen unterzeichnet. Trump war dazu eigens zum Gipfeltreffen der sĂŒdostasiatischen Staatengemeinschaft Asean in Malaysias Hauptstadt Kuala Lumpur gereist. Vorausgegangen waren im Juli schwere KĂ€mpfe an der thailĂ€ndisch-kambodschanischen Grenze. 

Das kambodschanische Verteidigungsministerium teilte mit, es bedaure den Vorfall. Jedoch wies es laut einem Bericht der Zeitung «Khmer Times» VorwĂŒrfe entschieden zurĂŒck, wonach die Landminen neu verlegt worden seien.

«Recht auf Selbstverteidigung»

Durch die explodierten Landminen in der Provinz Si Sa Ket verlor ein Soldat nach Angaben der Zeitung «Bangkok Post» einen Fuß, drei Kollegen erlitten mittelschwere Verletzungen. «Die Beweise fĂŒhren zu dem Schluss, dass Eindringlinge heimlich den Stacheldraht entfernt und die Landminen auf thailĂ€ndischem Gebiet verlegt haben, um das Personal anzugreifen, das dort regelmĂ€ĂŸig Patrouillen durchfĂŒhrt», sagte MilitĂ€rsprecher Winthai Suvaree. 

Armeechef Pana Klaewplodthuk betonte: «Die Wahrheit ist nun eindeutig zutage getreten: Die feindselige Haltung besteht fort. Die Königlich ThailÀndische Armee sieht sich daher gezwungen, alle Abkommen zu beenden, um das Recht auf Selbstverteidigung gegen unfaire Handlungen zu wahren.»

Worum geht es bei dem Abkommen?

Das Abkommen sieht unter anderem den Abzug schwerer Waffen und gemeinsame MinenrÀumungen vor. Zudem sollten bald 18 kambodschanische Kriegsgefangene freikommen, die in Thailand inhaftiert sind. Thailand wirft Kambodscha aber vor, die RÀumung zu verzögern und sogar neue Landminen zu verlegen.

Zwischen den StreitkrÀften der beiden LÀnder war es Ende Juli zu tagelangen Gefechten an der 800 Kilometer langen Grenze gekommen, bei denen mehr als 40 Menschen starben und Hunderttausende flohen. Der Grenzkonflikt schwelt bereits seit Jahrzehnten. 

Nachdem Trump sich eingeschaltet und mehrmals mit den Regierungschefs beider LÀnder telefoniert hatte, einigten sich Thailand und Kambodscha bereits Ende Juli bei einem ersten Treffen in Malaysia auf eine «sofortige und bedingungslose» Waffenruhe. Trump hatte ihnen mit wirtschaftlichen Konsequenzen gedroht, falls der Konflikt nicht beigelegt werde.

@ dpa.de