Thailand stoppt Waffenruhe nach Vorfall an Grenze
11.11.2025 - 06:59:30Nach einem Vorfall mit Landminen im Grenzgebiet mit vier verletzten thailÀndischen Soldaten hat Bangkok die Waffenruhe mit dem Nachbarland Kambodscha vorlÀufig ausgesetzt. MinisterprÀsident Anutin Charnvirakul erklÀrte, der Vorfall zeige, dass die Feindseligkeiten nicht wie erwartet nachgelassen hÀtten. «Nach dem heutigen Vorfall kann die Zusammenarbeit vorerst nicht fortgesetzt werden.» Weiter hieà es, die im Rahmen der Waffenruhe vereinbarte Freilassung von 18 kambodschanischen Soldaten werde vorlÀufig gestoppt.
Die NachbarlĂ€nder hatten erst Ende Oktober ein von US-PrĂ€sident Donald Trump vermitteltes Friedensabkommen unterzeichnet. Trump war dazu eigens zum Gipfeltreffen der sĂŒdostasiatischen Staatengemeinschaft Asean in Malaysias Hauptstadt Kuala Lumpur gereist. Vorausgegangen waren im Juli schwere KĂ€mpfe an der thailĂ€ndisch-kambodschanischen Grenze.Â
Das kambodschanische Verteidigungsministerium teilte mit, es bedaure den Vorfall. Jedoch wies es laut einem Bericht der Zeitung «Khmer Times» VorwĂŒrfe entschieden zurĂŒck, wonach die Landminen neu verlegt worden seien.
«Recht auf Selbstverteidigung»
Durch die explodierten Landminen in der Provinz Si Sa Ket verlor ein Soldat nach Angaben der Zeitung «Bangkok Post» einen FuĂ, drei Kollegen erlitten mittelschwere Verletzungen. «Die Beweise fĂŒhren zu dem Schluss, dass Eindringlinge heimlich den Stacheldraht entfernt und die Landminen auf thailĂ€ndischem Gebiet verlegt haben, um das Personal anzugreifen, das dort regelmĂ€Ăig Patrouillen durchfĂŒhrt», sagte MilitĂ€rsprecher Winthai Suvaree.Â
Armeechef Pana Klaewplodthuk betonte: «Die Wahrheit ist nun eindeutig zutage getreten: Die feindselige Haltung besteht fort. Die Königlich ThailÀndische Armee sieht sich daher gezwungen, alle Abkommen zu beenden, um das Recht auf Selbstverteidigung gegen unfaire Handlungen zu wahren.»
Worum geht es bei dem Abkommen?
Das Abkommen sieht unter anderem den Abzug schwerer Waffen und gemeinsame MinenrÀumungen vor. Zudem sollten bald 18 kambodschanische Kriegsgefangene freikommen, die in Thailand inhaftiert sind. Thailand wirft Kambodscha aber vor, die RÀumung zu verzögern und sogar neue Landminen zu verlegen.
Zwischen den StreitkrĂ€ften der beiden LĂ€nder war es Ende Juli zu tagelangen Gefechten an der 800 Kilometer langen Grenze gekommen, bei denen mehr als 40 Menschen starben und Hunderttausende flohen. Der Grenzkonflikt schwelt bereits seit Jahrzehnten.Â
Nachdem Trump sich eingeschaltet und mehrmals mit den Regierungschefs beider LÀnder telefoniert hatte, einigten sich Thailand und Kambodscha bereits Ende Juli bei einem ersten Treffen in Malaysia auf eine «sofortige und bedingungslose» Waffenruhe. Trump hatte ihnen mit wirtschaftlichen Konsequenzen gedroht, falls der Konflikt nicht beigelegt werde.





