Europagipfel, Oxford

Europagipfel bei Oxford - Briten suchen den Neustart

18.07.2024 - 05:00:39 | dpa.de

Erst zwei Wochen im Amt - und schon ist der neue britische Premier Gastgeber eines großen Gipfels. Starmer will das VerhĂ€ltnis zur EU reparieren. Hauptthemen sind der Ukraine-Krieg und Migration.

Die UnterstĂŒtzung fĂŒr die Ukraine steht im Mittelpunkt des von den Briten ausgerichteten Europagipfels - Foto: Frank Augstein/AP/dpa

Beinahe 50 europĂ€ische Staats- und Regierungschefs kommen heute in Großbritannien zum Gipfel der EuropĂ€ischen Politischen Gemeinschaft zusammen. In dieser informellen Gruppe haben sich vor zwei Jahren - kurz nach dem russischen Angriff auf die Ukraine - die 27 Staaten der EuropĂ€ischen Union mit anderen LĂ€ndern des Kontinents zusammengeschlossen, die ihre Werte teilen. Russland und Belarus gehören nicht dazu. Sie bleiben auch beim vierten Gipfel dieser Art ausgeschlossen.

Das Treffen findet am Geburtsort von Kriegspremier Winston Churchill, Blenheim Palace, statt, nahe der berĂŒhmten UniversitĂ€tsstadt Oxford. Knapp 60 Jahre nach dem Tod des Regierungschefs geht es bei den eintĂ€gigen Beratungen vor allem um Sicherheitsfragen. Der Krieg in der Ukraine steht neben den Themen Migration und Energiesicherheit im Vordergrund des informellen Gipfels, bei dem keine BeschlĂŒsse getroffen werden.

Starmer will VerhÀltnis zu Europa reparieren

Gastgeber ist neben dem PrĂ€sidenten des EuropĂ€ischen Rats, Charles Michel, die neue Labour-Regierung in Großbritannien von Premierminister Keir Starmer. Auch Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) nimmt teil. König Charles III. hat die Teilnehmer zu einem Empfang in der prunkvollen Schlossbibliothek geladen. Neben vielen bilateralen Begegnungen treffen sich die Politiker in mehreren Arbeitsgruppen und Plenarsitzungen.

FĂŒr den erst vor gut zwei Wochen ins Amt gewĂ€hlten Starmer ist es nach dem Nato-Gipfel die zweite Gelegenheit sich auf einer großen internationalen BĂŒhne zu beweisen. Ihm ist daran gelegen, das VerhĂ€ltnis zu den europĂ€ischen Partnern nach den Brexit-Jahren wieder zu reparieren. Von einem Neustart in der Beziehung mit Europa ist die Rede.

Scholz nimmt an Arbeitsgruppe zu Migration teil

Gleichzeitig sucht Starmer VerbĂŒndete im Kampf gegen Schlepperbanden, die Migranten in kleinen Booten ĂŒber den Ärmelkanal schleusen. Das Thema Migration steht gerade nach dem Erfolg rechtspopulistischer Parteien bei der Europawahl auch bei vielen EU-Regierungen ganz oben auf der Agenda. 

Eine Arbeitsgruppe dazu wird bei dem Gipfel von der italienischen MinisterprĂ€sidentin Giorgia Meloni und dem albanischen Regierungschef Edi Rama geleitet. Italien will Zehntausende BootsflĂŒchtlinge nach Albanien bringen, um Asylverfahren dorthin auszulagern. Die Bundesregierung prĂŒft derzeit auf Wunsch der 16 BundeslĂ€nder, ob ein Ă€hnliches Modell fĂŒr Deutschland machbar ist. Scholz hat sich vielleicht auch deswegen fĂŒr diese Arbeitsgruppe angemeldet. Gastgeber Starmer ist ebenfalls mit von der Partie. Er hat die PlĂ€ne der VorgĂ€ngerregierung aber aufgegeben, Asylsuchende ohne RĂŒckfahrschein nach Ruanda zu bringen. 

Selenskyj ist als regulÀrer Teilnehmer dabei

Im Mittelpunkt dĂŒrfte aber wie bei frĂŒheren Treffen die UnterstĂŒtzung fĂŒr die Ukraine stehen. Mit bangem Blick dĂŒrften die Teilnehmer in die USA schauen, wo PrĂ€sidentschaftskandidat Donald Trump mit dem Hardliner J. D. Vance beim Parteitag der Republikaner in Milwaukee gerade einen ausgesprochenen Gegner der UnterstĂŒtzung fĂŒr Kiew zu seinem Vize berufen hat.

Anders als bei Gipfeln der EuropÀischen Union oder der Nato ist der ukrainische PrÀsident Wolodymyr Selenskyj nicht nur als Gast, sondern als regulÀrer Teilnehmer dabei. Ebenfalls eingeladen sind die GeneralsekretÀrinnen von Europarat und OSZE sowie NATO-GeneralsekretÀr Jens Stoltenberg. 

Von dem Treffen solle ein starkes Zeichen fĂŒr die konstruktive Zusammenarbeit in ganz Europa - und gegen den Imperialismus Russlands ausgehen, hieß es vorab aus Teilnehmerkreisen. Eine AbschlusserklĂ€rung ist nicht geplant, dafĂŒr aber mehrere Pressekonferenzen am frĂŒhen Abend.

Von der Leyen ist nicht dabei

EU-KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen ist nicht dabei, weil die Abgeordneten des EuropĂ€ischen Parlaments am Mittag darĂŒber entscheiden, ob sie eine zweite Amtszeit antreten kann. Am Vormittag hĂ€lt sie deswegen im Plenum im Straßburg noch eine Rede und nach der Wahl ist eine Pressekonferenz vorgesehen.

 

 

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