Irak, USA

Ex-PrĂ€sident Iraks wird neuer UN-FlĂŒchtlingshochkommissar

18.12.2025 - 23:05:28

Erstmals steht ein ehemaliger irakischer PrĂ€sident an der Spitze des UNHCR. Welche Herausforderungen erwarten Barham Salih bei der UnterstĂŒtzung von Millionen GeflĂŒchteten?

Der ehemalige irakische StaatsprĂ€sident Barham Salih ist zum Hochkommissar der Vereinten Nationen fĂŒr FlĂŒchtlinge ernannt worden. Er leitet kĂŒnftig das UN-FlĂŒchtlingshilfswerk UNHCR in Genf, das Millionen Menschen weltweit unterstĂŒtzt, die wegen Verfolgung in ihrem Heimatland ins Ausland geflohen sind. Nachdem UN-GeneralsekretĂ€r AntĂłnio Guterres Salih vorgeschlagen hatte, bestĂ€tigte ihn die UN-Vollversammlung in New York.

Der 65-jĂ€hrige Salih folgt auf den Italiener Filippo Grandi, der nach zehn Jahren im Amt Ende des Jahres ausscheidet. Salih ĂŒbernimmt eine Organisation in tiefer Krise, wĂ€hrend die Zahl der Vertriebenen weltweit durch Kriege und Krisen in der Ukraine, in Afghanistan, dem Sudan und vielen anderen LĂ€ndern zugleich auf Rekordniveau gestiegen ist. Der Hauptgeldgeber, die USA, hat seine BeitrĂ€ge seit dem Amtsantritt von PrĂ€sident Donald Trump drastisch gekĂŒrzt, ebenso wie Deutschland und andere LĂ€nder. Gut ein Viertel der Mitarbeiter, rund 5.000 Angestellte, wurden entlassen.

Die meisten AmtsvorgÀnger stammten aus Europa

Salih war von 2018 bis 2022 PrĂ€sident des Iraks. Als StaatsprĂ€sident hatte er hauptsĂ€chlich reprĂ€sentative Aufgaben. Zuvor diente er unter anderem als Premierminister der autonomen Kurdistan-Region. Nach dem Sturz der irakischen Baath-Regierung 2003 war er Vize-MinisterprĂ€sident der Übergangsregierung.

Bis auf eine Ausnahme stammten bislang alle elf VorgĂ€nger Salihs - ausschließlich MĂ€nner - aus Europa. Vorgaben, aus welcher Weltregion Leiter von UN-Organisationen stammen sollen, gibt es nicht. Die Bundesregierung hatte 2024 den SPD-Außen- und Entwicklungspolitiker Niels Annen fĂŒr das Amt nominiert. Schweden hatte Jesper Brodin vorgeschlagen, den bisherigen Chef der Firma Ingka, dem grĂ¶ĂŸten Betreiber der IKEA-MöbelhĂ€user. Kandidatinnen und Kandidaten gab es unter anderem auch aus der Schweiz, der TĂŒrkei und Uganda.

@ dpa.de