Indonesien: Offizielle Zahlen bestÀtigen Sieg von Prabowo
15.02.2024 - 03:48:21Am Tag nach der PrĂ€sidentschafts- und Parlamentswahl in Indonesien haben offizielle Zahlen den deutlichen Sieg des Ex-Generals Prabowo Subianto bestĂ€tigt. Bis zum Morgen wurden in dem Inselreich knapp 40 Prozent der Stimmen ausgezĂ€hlt. Prabowo (72) kĂ€me demnach auf etwa 56 Prozent und mĂŒsste in keine Stichwahl gegen einen seiner beiden Kontrahenten. Der frĂŒhere Gouverneur von Jakarta und Ex-Bildungsminister Anies Baswedan (54) und der Gouverneur der Provinz Zentraljava Ganjar Pranowo (55) lagen mit rund 24 Prozent und 19 Prozent weit abgeschlagen dahinter.Â
Prabowo, der Ex-Schwiegersohn des frĂŒheren Diktators Suharto, hatte sich bereits zum Wahlsieger erklĂ€rt, nachdem inoffizielle SchnellauszĂ€hlungen ihm schon in den Stunden nach der Wahl einen ĂŒberragenden Sieg prophezeit hatten. Der ehemals mĂ€chtige General, dem unter der brutalen Suharto-Herrschaft in den 1980 und -90er Jahren ebenfalls Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen werden, galt bereits vor der Abstimmung als klarer Favorit auf die Nachfolge von Joko Widodo, genannt Jokowi. Der beliebte Noch-PrĂ€sident durfte nach zwei Amtszeiten nicht erneut kandidieren.Â
Demokratie in Gefahr?
Politische Beobachter befĂŒrchten, dass Prabowo als PrĂ€sident die Demokratie im viertbevölkerungsreichsten Land der Erde in Gefahr bringen könnte. Als Vize-PrĂ€sidenten hat Prabowo den Àltesten Sohn Jokowis, Gibran Rakabuming Raka (36), nominiert. Kritiker erklĂ€rten daraufhin, Jokowi versuche eine politische Familiendynastie aufzubauen.
Sein Sieg bedeute aber vor allem, dass der Fokus weiterhin auf ein starkes Wirtschaftswachstum und eine Steigerung des Wohlstands in ganz Indonesien gelegt werde, sagte Denis Suarsana, Leiter des BĂŒros der Konrad-Adenauer-Stiftung in Jakarta. Â Â
Eine deutliche Mehrheit der Indonesier habe dafĂŒr gestimmt, die Agenda von PrĂ€sident Jokowi fortzusetzen, «mit dem Bonus, dass ein starker Mann das Land fĂŒr die nĂ€chsten fĂŒnf Jahre regieren wird», schrieb die Zeitung «Jakarta Post». «Der nĂ€chste Schritt fĂŒr Prabowo nach seiner MachtĂŒbernahme wird darin bestehen, seinen Kritikern das Gegenteil zu beweisen und zu zeigen, dass er statt eines antidemokratischen Politikers ein Konsensstifter sein kann.»
Im gröĂten muslimischen Land der Welt mit seinen etwa 17.000 Inseln waren knapp 205 Millionen Menschen zur Wahl gerufen. Ein Drittel ist jĂŒnger als 30 Jahre. Das offizielle Endergebnis will die Wahlbehörde Ende MĂ€rz verkĂŒnden.





