Alaska am nÀchsten Freitag: Trump empfÀngt Putin
09.08.2025 - 03:22:01US-PrĂ€sident Donald Trump und sein russischer Amtskollege Wladimir Putin wollen sich am Freitag (15. August) im US-Bundesstaat Alaska treffen. Es wĂ€re die erste persönliche Begegnung eines amtierenden US-PrĂ€sidenten mit Putin seit dem Sommer 2021. Damals traf Trumps demokratischer AmtsvorgĂ€nger Joe Biden den Kremlchef in Genf.Â
Worum geht es?
Auf Putins Befehl fĂŒhrt Russland seit rund dreieinhalb Jahren einen zerstörerischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Bis heute sterben Menschen. Viele Ukrainerinnen und Ukrainer flohen aus ihrer Heimat. Eine Waffenruhe - oder gar ein Friedensschluss - schien zuletzt nicht in Sicht.
Trump stellt den Gipfel als Versuch dar, um einem Ende der KĂ€mpfe nĂ€herzukommen. Er warf in diesem Kontext einen möglichen Gebietstausch zwischen der Ukraine und Russland in den Raum, blieb dabei aber vage.Â
Moskau forderte zuletzt fĂŒr eine friedliche Lösung des Konflikts unter anderem einen Verzicht der Ukraine auf einen Nato-Beitritt sowie die Abtretung der von Russland annektierten Gebiete. Der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj lehnt den Verzicht auf die von Russland schon 2014 annektierte Schwarzmeer-Halbinsel Krim sowie auf die teils von Moskau kontrollierten Gebiete Luhansk, Donezk, Saporischschja und Cherson bisher aber kategorisch ab.
Wo bleibt bei dem Treffen Selenskyj?
Es ist weiterhin offen, ob es auch zu einem Treffen zwischen Putin und Selenskyj kommen wird. Der Ukrainer forderte ein solches GesprĂ€ch immer wieder. Auch Trump betonte die Notwendigkeit direkter GesprĂ€che zwischen Moskau und Kiew auf höchster Ebene, wobei er zuletzt sagte, sie seien keine Voraussetzung dafĂŒr, dass er selbst sich mit Putin treffe. Der Kremlchef zeigte sich eher verhalten mit Blick auf einen möglichen Dreier-Gipfel. Er halte ein solches Treffen zwar fĂŒr möglich, noch seien die Bedingungen dafĂŒr aber weit entfernt, erklĂ€rte er zuletzt.
Kurz nach der AnkĂŒndigung der Zusammenkunft in Alaska brachte Moskau unterdessen schon ein Anschlusstreffen zwischen Putin und Trump ins Spiel - dann auf russischem Gebiet.
Wann war Putin zuletzt in den USA?
Das ist schon eine Weile her: Nach Angaben des US-AuĂenministeriums war Putin zuletzt im September 2015 in den Vereinigten Staaten, um in New York an der Generalversammlung der Vereinten Nationen teilzunehmen. Dort traf er auch den damaligen US-PrĂ€sidenten Barack Obama. Genau genommen zĂ€hlen die Vereinten Nationen allerdings nicht zu den USA, es handelt sich um ein Territorium mit Sonderstatus.
Kennen sich Trump und Putin persönlich?
Ja. WÀhrend seiner ersten Amtszeit von 2017 bis 2021 haben sich Trump und der russische PrÀsident mehrfach gesehen, unter anderem 2019 beim G20-Gipfel im japanischen Osaka. Unter Trumps Nachfolger Biden herrschte nach Beginn des russischen Angriffskriegs im Februar 2022 zwischen Washington und Moskau weitgehend Funkstille.
Seit Beginn seiner zweiten Amtszeit im Januar 2025 prĂ€sentiert sich Trump als Vermittler fĂŒr eine Friedenslösung, der einen guten Draht zu Putin pflegt. Er distanzierte sich dabei vom UnterstĂŒtzerkurs Bidens fĂŒr die Ukraine und stellte auch US-Waffenlieferungen an das angegriffene Land infrage. Er geht sogar regelmĂ€Ăig so weit zu behaupten, es handele sich um «Bidens Krieg».Â
Im Verlauf der vergangenen Monate telefonierte Trump mehrfach mit Putin. Zuletzt Ă€uĂerte er sich jedoch zunehmend kritisch ĂŒber den Kremlchef. Dass Putin sich gerade jetzt zu einem raschen Wiedersehen mit dem US-PrĂ€sidenten bereiterklĂ€rte, kam deshalb relativ ĂŒberraschend.Â
Wollte Trump nicht eigentlich den Druck auf Putin erhöhen?
Am 29. Juli hatte Trump eine Frist von zehn Tagen gesetzt und in diesem Zeitraum eine Waffenruhe zwischen Moskau und Kiew gefordert. FĂŒr den Fall, dass es dazu nicht kommen sollte, kĂŒndigte er Sanktionen gegen wichtige Handelspartner Russlands an - und belegte als erstes Land Indien wegen seiner ĂlgeschĂ€fte mit Moskau mit neuen Strafzöllen. Diese sollen allerdings erst am 27. August in Kraft treten. Das 10-Tage-Ultimatum von Ende Juli scheint nun abgelaufen zu sein, ohne dass Trump weitere Staaten mit neuen Abgaben im Kontext des Ukraine-Kriegs belegt hat.Â
Gibt es nicht einen internationalen Haftbefehl gegen Putin?
Den gibt es, aber er hat in den USA keine Wirkung. Die ukrainische Regierung wirft den russischen Invasoren vor, Tausende Kinder aus den besetzten Gebieten entfĂŒhrt zu haben - vor allem deswegen erlieĂ der Internationale Strafgerichtshof im MĂ€rz 2023 Haftbefehl gegen Putin.Â
Derzeit hat dieser Haftbefehl vor allem symbolische Bedeutung: Das Gericht mit Sitz in Den Haag verfĂŒgt ĂŒber keine eigene Polizeimacht, um den Kremlchef festzunehmen. Und anders als etwa die EuropĂ€ische Union oder Kanada, das an Alaska grenzt, erkennen weder die USA noch Russland den Gerichtshof an. Daher sind die USA auch nicht verpflichtet zu handeln.
Warum ĂŒberhaupt Alaska?
Medien hatten spekuliert, dass das Treffen auf neutralem Boden stattfindet könnte - man las und hörte etwa vom Vatikan und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Nun kommt es anders. Trump ist Hausherr, Putin kommt als Gast. Alaska ist der nördlichste Bundesstaat der USA. Er liegt gar nicht so weit entfernt von Russland - an der engsten Stelle sind es nur wenige Kilometer. Die Meerenge BeringstraĂe trennt das Gebiet von russischem Territorium.Â
Alaska zĂ€hlte bis Mitte des 19. Jahrhunderts zum heutigen Russland, bis die Vereinigten Staaten dem damaligen Kaiserreich das Gebiet mit vielen BodenschĂ€tzen abkauften. Der Ort könnte auch ganz praktische GrĂŒnde haben: Trump sprach vor Bekanntgabe des Termins davon, dass er eigentlich ein noch viel schnelleres Treffen angestrebt habe, aber es eben Sicherheitsvorkehrungen geben mĂŒsse. Die Planungen auf eigenem Staatsgebiet könnten auch logistische Vorteile mit sich bringen.





