Trump am Gericht in Washington eingetroffen
03.08.2023 - 21:23:19 | dpa.deDer frĂŒhere US-PrĂ€sident Donald Trump ist zur Verlesung einer neuen Anklage gegen ihn am zustĂ€ndigen Gericht in Washington eingetroffen. Die Autokolonne des Republikaners erreichte am Donnerstagnachmittag (Ortszeit) das GerichtsgebĂ€ude in der US-Hauptstadt. Trump war am Dienstag im Zusammenhang mit versuchtem Wahlbetrug und der Attacke seiner AnhĂ€nger auf das Kapitol am 6. Januar 2021 angeklagt worden.
Bei dem Gerichtstermin werden Trump die VorwĂŒrfe gegen ihn formal vorgestellt. Der 77-JĂ€hrige dĂŒrfte höchstwahrscheinlich auf «nicht schuldig» plĂ€dieren. Er streitet alle VorwĂŒrfe ab und wertet jedes juristische Vorgehen gegen ihn als Versuch seiner Gegner, ihn von einem Wiedereinzug ins WeiĂe Haus abzuhalten. Trump hat sich erneut fĂŒr die republikanische Kandidatur bei der PrĂ€sidentenwahl im kommenden Jahr beworben. Im Feld der Bewerber seiner Partei liegt er Umfragen zufolge derzeit mit groĂem Abstand vorne.
Sonderermittler Jack Smith hatte die beispiellose Anklage gegen den Ex-PrĂ€sidenten am Dienstag bekanntgegeben. Trump wird beschuldigt, eine Verschwörung gestartet zu haben, um die Vereinigten Staaten zu betrĂŒgen, WĂ€hlern ihr Wahlrecht zu entziehen und ein offizielles Verfahren zu behindern. In der 45-seitigen Anklageschrift werden Trump vier formale Anklagepunkte zur Last gelegt.
Jahrzehntelange Haftstrafe könnte drohen
Es ist die zweite Anklage auf Bundesebene gegen Trump und die insgesamt dritte gegen den Ex-PrĂ€sidenten wegen einer mutmaĂlichen Straftat. Im Fall einer Verurteilung könnte ihm eine jahrzehntelange Haftstrafe drohen. Experten zufolge wĂŒrde eine Verurteilung Trump rechtlich nicht davon abhalten, bei der Wahl 2024 anzutreten - zumal höchst fraglich ist, ob bis dahin ĂŒberhaupt ein rechtskrĂ€ftiges Urteil vorliegen wird.
Trump hatte die PrÀsidentenwahl 2020 gegen den Demokraten Joe Biden verloren. Er gestand seine Niederlage aber nie ein, sondern verbreitet seitdem falsche Behauptungen, er sei durch Wahlbetrug um einen Sieg gebracht worden. Trump und sein Umfeld versuchten damals auf diversen Wegen, das Ergebnis nachtrÀglich noch zu kippen.
Der Feldzug gegen den Wahlausgang gipfelte schlieĂlich am 6. Januar 2021 in einem beispiellosen Gewaltausbruch: An jenem Tag erstĂŒrmten AnhĂ€nger Trumps den Sitz des US-Kongresses, wo zu der Zeit Bidens Wahlsieg formal bestĂ€tigt werden sollte. Trump hatte seine UnterstĂŒtzer in einer Rede kurz zuvor einmal mehr mit der Behauptung angestachelt, ihm sei durch massiven Wahlbetrug ein Sieg «gestohlen» worden. Mehrere Menschen starben im Zuge der Krawalle.
In den vergangenen Monaten war Trump bereits in zwei anderen FĂ€llen angeklagt worden: im Zusammenhang mit Schweigegeldzahlungen an einen Pornostar vor mehreren Jahren und wegen der unrechtmĂ€Ăigen Aufbewahrung geheimer Regierungsdokumente nach dem Ende seiner Amtszeit. AuĂerdem könnte ihm eine weitere Anklage im Bundesstaat Georgia wegen seiner Rolle nach der Wahl 2020 bevorstehen.
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