USA mĂŒssen ihr MilitĂ€rpersonal aus dem Niger abziehen
21.04.2024 - 14:03:08 | dpa.deDie US-Regierung hat Medienberichten zufolge zugestimmt, rund 1000 Mann MilitÀrpersonal in den kommenden Monaten aus dem Niger abzuziehen. «Der Verlust der Basis im Niger erschwert die FÀhigkeit des Pentagons, die Sicherheitsziele der USA in der Region zu erreichen», zitierte das «Wall Street Journal» einen hochrangigen US-MilitÀr. Kommentatoren sprachen von einem strategischen Sieg Russlands.
«Bis zum MilitĂ€rputsch im vergangenen Jahr war der Niger der Eckpfeiler in Washingtons Strategie zur TerrorismusbekĂ€mpfung in der Region. US-Green Berets berieten einheimische Kommandos bei KampfeinsĂ€tzen gegen den inzwischen aktivsten islamistischen Aufstand der Welt. US-Drohnen sorgten fĂŒr die Ăberwachung der AktivitĂ€ten der AufstĂ€ndischen», schrieb das Blatt weiter. Der Abzug werde NotfallplĂ€ne beschleunigen, die US-Strategie, das Terrornetzwerk Al-Kaida und die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) dort zu besiegen, wo sie am stĂ€rksten seien, zu verlagern. KĂŒnftig gehe es um einen Versuch, die Militanten daran zu hindern, in die NachbarlĂ€nder entlang der westafrikanischen KĂŒste einzudringen.
Der Niger mit seinen 1000 US-Soldaten sei bei weitem die gröĂte US-Basis in Westafrika und bei ihrem Abzug könnten nur einige Dutzend Soldaten ĂŒbrig bleiben, die sich auf Benin und den Tschad verteilen, schrieb das Blatt weiter. Infrage gestellt wird mit dem Abzug auch der Status eines 110 Millionen Dollar (rund 94 Millionen Euro) teuren US-LuftwaffenstĂŒtzpunkts in Agadez, der erst sechs Jahre alt ist.
MilitÀrjunta fordert Abzug
Mit dem Abzug geht die Biden-Regierung auf eine Forderung der MilitĂ€rjunta des westafrikanischen Landes ein. Diese hatte Mitte MĂ€rz ein militĂ€risches Kooperationsabkommen mit den USA gekĂŒndigt. Juntasprecher Amadou Abdramane begrĂŒndete das Aus mit «herablassendem Verhalten» und einer angeblichen Androhung von Repressalien durch eine US-Delegation. Bis dahin hatte die Vereinbarung US-Soldaten und zivilen Mitarbeitern des Verteidigungsministeriums erlaubt, in dem Land zu operieren.
Seit Ende Juli 2023 wird Niger von einer MilitĂ€rjunta gefĂŒhrt. Davor galt das Land als letzter demokratischer Partner europĂ€ischer Staaten und der USA im Inneren der Sahelzone. Es war ein enger VerbĂŒndeter gegen Terrorismus und illegale Migration nach Europa. Der Umsturz löste eine schwere diplomatische Krise in der Region aus.
Auch NachbarlÀnder wie Mali und Burkina Faso haben sich von den USA und Europa abgewandt und nÀhern sich immer weiter Russland an. Anfang April hatte Russland dem Niger ein Luftabwehrsystem und 100 MilitÀrausbilder geschickt.
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