Betrugsprozess, Abschluss

Betrugsprozess vor Abschluss - Trump teilt erneut aus

12.01.2024 - 03:17:33

Es ist nur einer von mehreren Prozessen gegen Trump - aber fĂŒr den Ex-US-PrĂ€sidenten geht es bei dem New Yorker Betrugsprozess um die Zukunft seines Firmenimperiums. Jetzt teilt er noch einmal aus.

Zum Abschluss des New Yorker Betrugsprozesses gegen ihn hat der ehemalige US-PrĂ€sident Donald Trump den Richter und die GeneralstaatsanwĂ€ltin noch einmal verbal attackiert. Richter Arthur Engoron habe «seine eigene Agenda» und GeneralstaatsanwĂ€ltin Letitia James «hasst Trump und benutzt Trump, um gewĂ€hlt zu werden», wetterte Trump, der die beiden zuvor in und außerhalb des Gerichtssaals schon mehrfach beleidigt und dafĂŒr auch eine Geldstrafe kassiert hatte.

Beide Seiten hielten bei dem Zivilprozess ihre AbschlussplĂ€doyers. WĂ€hrend die AnwĂ€lte der Staatsanwaltschaft noch einmal detailliert die Betrugsanschuldigungen gegen Trumps Firmenimperium, die Trump Organization, darlegten, wiesen die Verteidiger erneut absichtliches Fehlverhalten Trumps und seiner Söhne Eric und Donald Jr. zurĂŒck. Die Staatsanwaltschaft fordert eine Strafe von 370 Millionen US-Dollar (etwa 340 Millionen Euro).

Trump bezeichnet sich als «unschuldigen Mann»

Trump hatte schon vor dem Termin mitgeteilt, sich selbst Ă€ußern zu wollen. Richter Engoron stellte Bedingungen dafĂŒr, die dann aber von Trumps AnwĂ€lten nicht akzeptiert wurden. Engoron hatte verlangt, dass Trump das PlĂ€doyer nicht als Wahlkampfrede missbrauchen dĂŒrfe. WĂ€hrend ihrer AbschlussplĂ€doyers baten Trumps Verteidiger dann noch einmal darum, Trump das Wort zu erteilen - und Engoron gewĂ€hrte ihre Bitte. Trump bezeichnete sich selbst daraufhin als «unschuldigen Mann» und teilte verbal aus. Richter Engoron forderte Trumps AnwĂ€lte auf, ihren Mandanten zu zĂŒgeln.

Die New Yorker GeneralstaatsanwĂ€ltin James war ebenfalls im Gerichtssaal. «Ich bin stolz auf den Fall, den wir vorgebracht haben, und bin zuversichtlich, dass die Fakten und die Rechtsstaatlichkeit auf unserer Seite sind», hatte sie zuvor erklĂ€rt. Trump verließ den Gerichtssaal Medienberichten zufolge nach der Mittagspause und hielt anstelle dessen eine Pressekonferenz in einem seiner GebĂ€ude im SĂŒden Manhattans ab.

Es geht um die Zukunft seines Firmenimperums

In dem Zivilprozess geht es um die Zukunft des Firmenimperiums des 77-JĂ€hrigen. Die Staatsanwaltschaft warf Trump, dessen Söhnen und Mitarbeitern vor, den Wert der Trump Organization jahrelang manipuliert zu haben, um an gĂŒnstigere Kredite und VersicherungsvertrĂ€ge zu kommen. Richter Engoron hatte dies vor dem Prozess bereits bestĂ€tigt. Nach einem Urteil, das bis Ende Januar angekĂŒndigt ist, könnte der Fall noch in Berufung gehen.

Der Ex-PrĂ€sident will 2024 erneut gewĂ€hlt werden. Er ist der aussichtsreichste Bewerber fĂŒr die Kandidatur der Republikaner. Den Prozess nutzte er nach EinschĂ€tzung vieler Beobachter als Wahlwerbung und behauptete immer wieder, die Verhandlung sei Teil einer politischen Kampagne gegen ihn. WĂ€hrend des Prozesses wurden sowohl Trump selbst als auch seine Kinder Eric, Donald Jr. und Ivanka befragt.

Wenige Stunden vor Beginn der AbschlussplĂ€doyers hatte es der zustĂ€ndigen Polizeibehörde zufolge eine Bombendrohung gegen das außerhalb der Metropole New York gelegene Wohnhaus von Engoron gegeben. NĂ€here Einzelheiten teilte die Polizei zunĂ€chst nicht mit.

@ dpa.de