Weitere Epstein-Dokumente veröffentlicht
23.12.2025 - 15:08:12Das US-Justizministerium hat erneut Tausende Ermittlungsakten zum Fall des SexualstraftĂ€ters Jeffrey Epstein auf seiner Webseite veröffentlicht. Inzwischen ist die Datenmenge auf acht Datensets angewachsen, nachdem am Freitagnachmittag die Veröffentlichung begonnen hatte. In den neuen Dokumenten, die am Dienstagvormittag (Ortszeit) einsehbar waren, sind unter anderem E-Mails, Informationen rund um GerichtsverfahrensablĂ€ufe und zu FlĂŒgen mit Epsteins Privatjet enthalten.
Erneut gab es Verwirrung um die Freigabe. Mehrere US-Medien, darunter die «Washington Post» berichteten, dass zwischenzeitlich Dokumente wieder verschwunden waren, bevor sie erneut veröffentlicht wurden.
Darum sind die Epstein-Akten so brisant
Jahrelang hatte der MultimillionĂ€r Epstein aus New York einen Missbrauchsring betrieben, dem Dutzende junge Frauen und MinderjĂ€hrige zum Opfer fielen. Ăber mehrere Jahre hinweg soll er MinderjĂ€hrige etwa in New York und Florida auch selbst missbraucht haben. 2019 starb Epstein mit 66 Jahren im GefĂ€ngnis, bevor es zu einer möglichen weiteren Verurteilung hĂ€tte kommen können.
Der Finanzier hatte beste Kontakte in die High Society, was zahlreiche Spekulationen ĂŒber die Tragweite des Skandals mit sich brachte. Immer wieder kam die Frage auf, welche prominenten Persönlichkeiten in Epsteins Machenschaften verwickelt gewesen sein könnten. Per Gesetz wurde schlieĂlich vor einem Monat die Veröffentlichung der Akten verfĂŒgt, gegen die sich Trump lange gewehrt hatte.
Ex-PrÀsident Clinton oft in den Dateien zu finden
Auf den bislang veröffentlichten Fotos tauchen einige Prominente auf. Neben Rockstar Mick Jagger, dem 2009 gestorbenen Pop-König Michael Jackson und Schauspieler Kevin Spacey ist der frĂŒhere US-PrĂ€sident Bill Clinton verhĂ€ltnismĂ€Ăig oft abgelichtet. Immer wieder taucht er auf Fotos auf - zum Beispiel beim Schwimmen im Pool mit Epsteins langjĂ€hriger Vertrauten Ghislaine Maxwell. Auf anderen Aufnahmen sieht man ihn ohne Bezug zu ihr oder Epstein. Dass Clinton in den Epstein-Akten vorkommt, lĂ€sst per se keine SchlĂŒsse auf mögliche Verwicklungen in den Skandal zu.Â
Trump sagte lange nichts
Trump hielt sich in den vergangenen Tagen mit ĂuĂerungen zu der Veröffentlichung auffĂ€llig zurĂŒck. Erst drei Tage danach sprach er am Montagnachmittag auf eine Nachfrage von Journalisten lĂ€nger dazu und machte Demokraten erneut VorwĂŒrfe. AuffĂ€llig war, dass Trump seine frĂŒheren heftigen Attacken gegen Clinton nicht fortsetzte. Von einem Journalisten darauf angesprochen, ob ihn die zahlreichen Fotos in den Ermittlungsakten, auf denen der Demokrat Clinton abgebildet ist, ĂŒberrascht hĂ€tten, sagte Trump: «Ich mag die Bilder von Bill Clinton nicht, die gezeigt werden. Ich mag die Bilder von anderen Leuten nicht, die gezeigt werden. Ich finde das eine schreckliche Sache.»Â
Er denke aber, dass Clinton damit umgehen könne, sagte Trump. Er sei immer gut mit ihm ausgekommen. Der US-PrÀsident sagte auch, er hasse es, nun Fotos von Clinton zu sehen, aber genau das verlangten die Demokraten und ein paar «schlechte» Republikaner. Trump sagte weiter, viele Leute seien verÀrgert. Fotos von Menschen, die nichts mit Epstein zu tun hÀtten, seien auf Fotos abgebildet, weil er etwa auf derselben Party gewesen sei. So zerstöre man den Ruf von Menschen.
Trump hatte in den vergangenen Wochen immer wieder versucht, die Aufmerksamkeit auf Clinton zu lenken. Dabei behauptete er, dass dieser auf einer Privatinsel Epsteins gewesen sei. Trumps Stabschefin Susie Wiles hatte dieser Darstellung aber widersprochen: «Es gibt keine Beweise dafĂŒr», sagte sie dem Magazin «Vanity Fair». Warum Trump jetzt mildere Töne Richtung Clinton anschlug und diese VorwĂŒrfe nicht wiederholte, blieb unklar.Â
Clinton-Sprecher fordert Veröffentlichung aller Dokumente
Clinton-Sprecher Angel Urena veröffentlichte auf der Plattform X ein Statement, in dem er die US-Regierung aufforderte, unverzĂŒglich das noch vorhandene Material freizugeben, das sich auf Clinton beziehe. Eine Weigerung wĂŒrde den Verdacht erwecken, dass es dem Ministerium nicht um Transparenz gehe, sondern durch selektive Veröffentlichungen darum, ein Fehlverhalten einzelner Personen zu suggerieren.
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