Tag, Alaska-Gipfel

Noch ein Tag bis zum Alaska-Gipfel: Trump droht Putin

Veröffentlicht am: 14.08.2025 um 04:57 Uhr | dpa.de

Europa und die Ukraine haben sich vor dem amerikanisch-russischen Gipfel abgestimmt, PrĂ€sident Selenskyj kam eigens nach Berlin. Doch wird US-PrĂ€sident Trump ihre Forderungen am Ende berĂŒcksichtigen?

  • Eine Mehrheit der Deutschen (55 Prozent) gab darin auch an, dass die Verhandlungsmacht bei den GesprĂ€chen ihrer Ansicht nach eindeutig oder eher beim russischen PrĂ€sidenten liegt. (Archivbild) - Bild: Mark Schiefelbein/Mihail Metzel/AP/Pool Sputnik Government via AP/dpa
    Eine Mehrheit der Deutschen (55 Prozent) gab darin auch an, dass die Verhandlungsmacht bei den GesprÀchen ihrer Ansicht nach eindeutig oder eher beim russischen PrÀsidenten liegt. (Archivbild) - Bild: Mark Schiefelbein/Mihail Metzel/AP/Pool Sputnik Government via AP/dpa
  • Auch Kanzler Merz reist mit Selenskyj nach Washington. (Archivbild) - Bild: Fabian Sommer/dpa
    Auch Kanzler Merz reist mit Selenskyj nach Washington. (Archivbild) - Bild: Fabian Sommer/dpa
  • US-PrĂ€sident Donald Trump ist dem russischen Staatschef Wladimir Putin freundlicher zugeneigt, als es vielen Menschen im Westen lieb ist. (Archivfoto) - Bild: Dmitri Lovetsky/AP/dpa
    US-PrÀsident Donald Trump ist dem russischen Staatschef Wladimir Putin freundlicher zugeneigt, als es vielen Menschen im Westen lieb ist. (Archivfoto) - Bild: Dmitri Lovetsky/AP/dpa
Eine Mehrheit der Deutschen (55 Prozent) gab darin auch an, dass die Verhandlungsmacht bei den GesprÀchen ihrer Ansicht nach eindeutig oder eher beim russischen PrÀsidenten liegt. (Archivbild) - Bild: Mark Schiefelbein/Mihail Metzel/AP/Pool Sputnik Government via AP/dpa Auch Kanzler Merz reist mit Selenskyj nach Washington. (Archivbild) - Bild: Fabian Sommer/dpa US-PrÀsident Donald Trump ist dem russischen Staatschef Wladimir Putin freundlicher zugeneigt, als es vielen Menschen im Westen lieb ist. (Archivfoto) - Bild: Dmitri Lovetsky/AP/dpa

Bangen und Hoffen am Tag vor dem amerikanisch-russischen Gipfel: Zwar sitzen die europĂ€ischen Staaten und Vertreter Kiews nicht mit am Tisch, wenn US-PrĂ€sident Donald Trump und Kremlchef Wladimir Putin am Freitag in Alaska ĂŒber den Ukraine-Krieg sprechen. Aber sie haben Trump mit auf den Weg gegeben, was aus ihrer Sicht die Botschaft an Putin sein sollte. Der US-PrĂ€sident drohte Putin vorab mit «sehr schwerwiegenden Konsequenzen», falls sich Russlands Staatschef nicht auf ein Ende des von ihm befohlenen Angriffskriegs einlassen sollte. 

«Der Weg zum Frieden kann nicht ohne die Ukraine festgelegt werden, und Verhandlungen können nur ein Ergebnis bringen, wenn sie wĂ€hrend einer Waffenruhe stattfinden», bekrĂ€ftigte der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj. Darin seien sich die UnterstĂŒtzer der Ukraine in der sogenannten Koalition der Willigen einig, schrieb er auf der Plattform X.

Mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) nahm Selenskyj von Berlin aus an einer Videoschalte dieses BĂŒndnisses mit etwa 20 LĂ€ndern wie Großbritannien, Frankreich, Italien, Polen, Australien und Japan teil. Vorangegangen waren eine Schalte fĂŒhrender EU- und Nato-Staaten und der EU-Spitze sowie ein kollektives Telefonat mit Trump.

Merz: Europas Sicherheitsinteressen mĂŒssen gewahrt werden

«In Alaska mĂŒssen grundlegende europĂ€ische und ukrainische Sicherheitsinteressen gewahrt bleiben», verlangte Merz bei einem Auftritt mit Selenskyj im Kanzleramt. Er sprach mit Blick auf den Gipfel im nördlichsten US-Bundesstaat von «Hoffnung auf Bewegung» und «Hoffnung auf einen Frieden in der Ukraine». 

Auch der britische Premierminister Keir Starmer will eine «realistische Chance» auf eine Waffenruhe in dem Krieg erkennen, den Russland mit seinem Überfall auf das Nachbarland vor fast dreieinhalb Jahren begonnen hatte. Trump habe die Vorarbeit fĂŒr eine solche Kampfpause geleistet, sagte Starmer laut der britischen Nachrichtenagentur PA. Sein Credo: «Wir mĂŒssen aktive Diplomatie auf der einen Seite mit militĂ€rischer UnterstĂŒtzung fĂŒr die Ukraine und Druck auf Russland verbinden.»

EuropÀer fordern Waffenruhe vor Verhandlungen

Die EuropĂ€er und Ukrainer, allen voran Selenskyj, sind von den Gipfelberatungen ausgeschlossen. Sie befĂŒrchten, dass Trump und Putin sich auf Gebietsabtretungen der Ukraine an Russland verstĂ€ndigen könnten, die Kiew strikt ablehnt. 

Zu den Forderungen aus Europa, die Merz auflistete, gehört, dass die Ukraine bei einem Folgetreffen mit am Tisch sitzen muss. Vor Verhandlungen mĂŒsse es eine Waffenruhe geben. Wenn ĂŒber Territorialfragen gesprochen werde, mĂŒsse der derzeitige Frontverlauf Ausgangspunkt sein. Eine völkerrechtliche Anerkennung russischer Eroberungen sei ausgeschlossen. Zudem brauche die Ukraine Sicherheitsgarantien und mĂŒsse auch eine starke Armee behalten.

Trump droht mit Konsequenzen - und schweigt zu Details

Trump, der sehr auf ein Treffen mit Putin gedrĂ€ngt hat, drohte dem Kremlchef nun mit ernsten Folgen, falls dieser sich weiterhin einem Kriegsende verweigern sollte. Auf eine RĂŒckfrage, ob er mit den Konsequenzen Zölle meine, ging der US-PrĂ€sident nicht ein. Trumps Äußerungen ĂŒber Putin waren in den vergangenen Monaten schwankend - mal nannte er den Kremlchef vertrauenswĂŒrdig, dann wieder kritisierte er ihn. Der US-PrĂ€sident hat daraus bislang aber nicht die Konsequenz gezogen, den Druck auf Putin wirklich zu erhöhen. 

Trump stellte erneut ein Treffen zwischen Selenskyj und Putin in Aussicht. Sofern die beiden dies wĂŒnschten, könne er auch selbst daran teilnehmen. Allerdings wolle er zunĂ€chst abwarten, wie sein Gipfel mit Putin verlaufe - denn ebenso könnte es auch nicht zu einem weiteren Treffen kommen.

Bei dem Gipfel in Alaska will Trump nach eigenen Worten zunÀchst die Rahmenbedingungen abklÀren. Zugleich gab er zu, dass er wohl nicht in der Lage sei, Putin von weiteren Angriffen auf die Ukraine abzuhalten.

Russische Kampfdrohnen ĂŒber der Ukraine

Über den östlichen Teilen der Ukraine herrschte am spĂ€ten Mittwochabend zeitweise Luftalarm. Die ukrainische Luftwaffe ortete russische Drohnen am Himmel. Außerdem berichteten ukrainische Warn-Apps von Raketenangriffen auf das Gebiet Tschernihiw nördlich von Kiew. Russland scheint seine nĂ€chtlichen Angriffe aber reduziert zu haben, seit das Treffen mit Trump im Raum steht. 

Auf russischer Seite stellte gegen Mitternacht Ortszeit der Flughafen Wolgograd den Betrieb aus SicherheitsgrĂŒnden ein, wie die staatliche Nachrichtenagentur Tass meldete - ein Zeichen dafĂŒr, dass in der Umgebung ukrainische Drohnen geortet wurden.

USA setzen fĂŒr Gipfel Sanktionen gegen Russen aus 

Der Gipfel zwischen Trump und Putin findet am Freitag auf dem US-LuftwaffenstĂŒtzpunkt Elmendorf-Richardson statt - unmittelbar vor den Toren von Anchorage, der grĂ¶ĂŸten Stadt in Alaska. Über den Fernen Osten seines Riesenlandes kann Putin direkt in die abgelegene Region fliegen, Russland und die USA sind dort nur durch die Beringstraße getrennt. Bis ins 19. Jahrhundert gehörte Alaska zu Russland, dann wurde das Gebiet vom Zarenreich an die USA verkauft.

Eigens fĂŒr den Gipfel setzt die US-Regierung einige Russland-Sanktionen bis zum 20. August aus, wie das Finanzministerium in Washington mitteilte. In den vergangenen Jahren hatten die USA viele Behörden und Unternehmen aus Russland mit Sanktionen belegt. WĂ€ren sie in Kraft geblieben, hĂ€tte das den Betroffenen die Reise nach Alaska erschwert.

Wegen der Zeitverschiebung fĂ€llt das Treffen zwischen Trump und Putin in Europa in die spĂ€ten Stunden des Freitags. Die Bundesregierung rechnet damit, dass Trump sowohl Selenskyj als auch die wichtigsten europĂ€ischen Partner am Freitagabend oder Samstagmorgen ĂŒber die Ergebnisse unterrichtet.

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