Supreme Court nimmt Trumps Antrag auf Berufung an
28.02.2024 - 23:44:07Das Oberste Gericht der USA hat die Berufung von Donald Trump in der Frage nach ImmunitĂ€t des Ex-PrĂ€sidenten vor Strafverfolgung angenommen. Geplant sei dazu eine Anhörung Ende April, teilte der Supreme Court mit. Mit diesem Schritt des Gerichts ist offen, ob und wann der Prozess gegen den ehemaligen PrĂ€sidenten wegen versuchten Wahlbetrugs in Washington starten kann. Die Entscheidung ist ein Erfolg fĂŒr Trump, da dieser versucht, einen möglichen Prozessbeginn so weit wie möglich hinauszuzögern.Â
Trump ist in der US-Hauptstadt Washington im Zusammenhang mit versuchtem Wahlbetrug angeklagt. AnhĂ€nger Trumps hatten am 6. Januar 2021 den Parlamentssitz in Washington gestĂŒrmt. Dort war der Kongress zusammengekommen, um den Sieg des Demokraten Joe Biden bei der PrĂ€sidentenwahl formal zu bestĂ€tigen.
Trump hatte seine AnhĂ€nger zuvor bei einer Rede aufgewiegelt. Infolge der Krawalle kamen damals fĂŒnf Menschen ums Leben. Trump hatte bereits vor dem Sturm auf das Kapitol auf verschiedenen Ebenen versucht, das Wahlergebnis zu kippen. Er erkennt seine Niederlage gegen Biden bis heute nicht an und will nach der PrĂ€sidentenwahl im November wieder ins WeiĂe Haus einziehen. Â
Trump will, dass Anklage fallen gelassen wird
Trump und seine AnwĂ€lte wollen, dass die Anklage fallen gelassen wird. Sie berufen sich dabei auf die ImmunitĂ€t Trumps in seinem damaligen Amt als PrĂ€sident. Sie argumentieren, dass Trump nicht rechtlich fĂŒr Taten belangt werden könne, die zu seinen Pflichten als PrĂ€sident gehörten. Mit dieser Argumentation waren sie zuletzt Anfang Februar vor einem Berufungsgericht in der US-Hauptstadt gescheitert. Dieses urteilte, dass der 77 Jahre alte Republikaner fĂŒr seine Handlungen im Amt strafrechtlich belangt werden könne. Trump ist gegen diese Entscheidung beim Supreme Court juristisch vorgegangen.
Das Gericht teilte nun mit, dass es prĂŒfen werde, «ob und wenn ja, in welchem Umfang ein ehemaliger PrĂ€sident ImmunitĂ€t vor strafrechtlicher Verfolgung fĂŒr Verhaltensweisen genieĂt, die mutmaĂlich mit Amtshandlungen wĂ€hrend seiner Amtszeit zusammenhĂ€ngen».
Bei der Anhörung Ende April werden beide Seiten ihre Position vortragen. Danach dĂŒrfte es mehrere Wochen dauern, bis das Gericht eine Entscheidung fĂ€llt. Die Entscheidung ĂŒber den Schutz vor Strafverfolgung hat auch immense Bedeutung fĂŒr kĂŒnftige PrĂ€sidenten. Sollten diese wirklich ImmunitĂ€t genieĂen, könnten sie möglicherweise Straftaten im Amt begehen, ohne Konsequenzen fĂŒrchten zu mĂŒssen. Es bleibt aber abzuwarten, wie genau das Urteil des Supreme Courts aussehen wird.Â
Wahlbetrugsprozess in Washington vor dem Aus?
Die zustĂ€ndige Richterin im Wahlbetrugsverfahren hatte den Beginn des Prozesses bis zur endgĂŒltigen KlĂ€rung der ImmunitĂ€tsfrage auf unbestimmte Zeit verschoben. Eigentlich sollte das Verfahren Anfang MĂ€rz beginnen. Sollte das Gericht dem Republikaner Recht geben, dĂŒrfte dies das Aus fĂŒr den Wahlbetrugsprozess in Washington bedeuten.Â
Trump will fĂŒr die Republikaner nach der Wahl wieder ins WeiĂe Haus einziehen und bezeichnet die Ermittlungen gegen ihn regelmĂ€Ăig als «politische Hexenjagd» und stellt sich als Justizopfer dar. Bisher deutet alles auf eine Neuauflage des Rennens zwischen ihm und dem demokratischen Amtsinhaber Biden hin. Bisher haben Trump die Ermittlungen gegen ihn in Umfragen nicht geschadet. Dies könnte sich Ă€ndern, wenn Trump von einer Geschworenenjury noch vor der Wahl verurteilt werden wĂŒrde.Â
Vier strafrechtliche Verfahren gegen Trump
Insgesamt ist Trump mit vier strafrechtlichen Verfahren gegen ihn konfrontiert - neben dem Wahlbetrugsverfahren im Bund gibt es ein weiteres im US-Bundesstaat Georgia. Trump ist auch wegen der Mitnahme geheimer Regierungsdokumente nach seiner Zeit im Amt und im Zusammenhang mit Schweigegeld an einen Pornostar angeklagt worden. Gleichzeitig laufen zivilrechtliche Verfahren gegen ihn.Â
Der Supreme Court befasst sich aktuell noch mit einem anderen Trump-Fall. Dabei geht es um die Frage, ob der Republikaner weiterhin an den Vorwahlen teilnehmen darf oder gar vom Amt des PrĂ€sidenten ausgeschlossen werden kann. Die Richterinnen und Richter zeigten sich eher skeptisch - eine Entscheidung im Sinne Trump deutete sich bei einer Anhörung an. Wann das Urteil kommt, ist offen. Trump hatte sich zuvor an das Gericht gewandt, um ein Urteil aus dem Bundesstaat Colorado zu kippen, wonach er sich aufgrund seiner Rolle in Verbindung mit dem Angriff auf das US-Kapitol 2021 fĂŒr die Vorwahl disqualifiziert hat.
Der Supreme Court ist unter Trump deutlich nach rechts gerĂŒckt. Der Republikaner verschob wĂ€hrend seiner Amtszeit die Mehrheiten am Gericht deutlich. Allerdings entschied das Gericht in der Vergangenheit nicht immer Sinne des ehemaligen PrĂ€sidenten.Â







