Flughafen Riad: Angriff tötet zwölf Menschen und verletzt 300
Veröffentlicht am: 11.10.2026 um 13:30 Uhr | dpa, AD HOC NEWSFlughafenbetrieb bis Sonntagabend ausgesetzt
- Der Flugverkehr am King-Chalid-Flughafen in Riad wurde bis Sonntag um Mitternacht Ortszeit eingestellt.
- Die saudisch geführte Militärkoalition machte die Huthi-Miliz für den Angriff auf ein Passagierterminal verantwortlich.
- US-Präsident Donald Trump ließ prüfen, ob die USA Saudi-Arabien militärisch unterstützen.
Beim bisher schwersten Angriff auf den internationalen Flughafen von Riad sind nach offiziellen Angaben mindestens zwölf Menschen getötet und mehr als 300 weitere verletzt worden.
Rauch und Flucht in zerstörten Hallen
In sozialen Medien verbreitete Videos zeigen nach Darstellung ihrer Verbreiter zerstörte Bereiche des Flughafens und Reisende, die durch Rauch flüchten; die Echtheit der Aufnahmen ist nicht geklärt.
An einem Terminal stiegen nach einer Explosion dunkle Rauchwolken auf. Erst am Donnerstag waren bei einem Angriff auf den Flughafen drei Menschen getötet worden.
Riad kündigt entschlossene Reaktion an
Das von Saudi-Arabien angeführte Militärbündnis bezeichnete den Angriff auf eines der Passagierterminals als „regelrechtes Kriegsverbrechen“. Bündnissprecher Turki al-Maliki kündigte eine entschlossene Antwort an.
Die Huthi-Miliz äußerte sich zunächst nicht direkt zu dem Angriff. Ihr Militärsprecher Jahja Sari hatte jedoch neue Attacken angekündigt und saudische Flughäfen sowie den saudischen Luftraum mit Ausnahme von Mekka und Medina als legitime Ziele bezeichnet.
Internationale Warnungen vor Eskalation
UN-Generalsekretär António Guterres zeigte sich tief erschüttert und verwies auf den Schutz von Zivilisten und ziviler Infrastruktur nach dem Völkerrecht. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sprach von einer gefährlichen Eskalation.
Der Flughafen King Chalid gehört gemessen am Passagieraufkommen zu den größten Flughäfen der Golfregion. Die US-Vertretung rief ihre Landsleute auf, den Flughafen und die umliegenden Gebiete zu meiden.
USA prüfen Unterstützung Saudi-Arabiens
Saudi-Arabien kämpft seit mehr als zehn Jahren mit Verbündeten im Jemen gegen die vom Iran unterstützten Huthi. Der Konflikt ist im Zuge des Iran-Krieges Ende Februar erneut aufgeflammt.
Trump erklärte, mögliche neue US-Militärschläge im Jemen würden geprüft. Die USA sind ein wichtiger Verbündeter und Waffenlieferant Saudi-Arabiens und stationieren Truppen im Königreich.
Pakistan stellt sich an Riads Seite
Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif verurteilte den Angriff und erklärte, sein Land werde keine Aggression dulden. Sollte eine friedliche Beilegung scheitern, werde Pakistan Saudi-Arabien jede mögliche Unterstützung leisten.
Pakistan, Saudi-Arabien und die Türkei hatten im August einen Verteidigungspakt mit einer Beistandsklausel unterzeichnet. Eine militärische Unterstützung Pakistans ist bislang nicht erfolgt.
Neue Kämpfe im Jemen
Nach Angaben des von den Huthi kontrollierten Gesundheitsministeriums wurden seit Anfang September durch saudische Angriffe mehr als 90 Menschen im Jemen getötet und mehr als 160 verletzt. Die von Saudi-Arabien unterstützte Regierung startete nach Geländegewinnen der Rebellen eine Gegenoffensive.
Auch in der Straße von Hormus dauern die Angriffe an. Ein Tanker wurde nach Angaben der britischen Behörde UKMTO von einem unbekannten Geschoss getroffen; die Besatzung blieb in Sicherheit.
Ein Angriff mit regionaler Tragweite
Der Angriff trifft Saudi-Arabien in einer Phase, in der der seit Jahren andauernde Konflikt im Jemen erneut deutlich eskaliert. Die Huthi kontrollieren weite Teile des Nordjemen und verfügen über Raketen- und Drohnenkapazitäten, mit denen sie wiederholt Ziele im Nachbarland bedroht haben. Der Flughafen von Riad ist dabei nicht nur ein ziviler Verkehrsknotenpunkt, sondern auch ein Symbol für die Verwundbarkeit des Königreichs.
Die vorübergehende Schließung des Flughafens hat unmittelbare Folgen für Reisende, Airlines und internationale Vertretungen. Riad zählt zu den wichtigsten Luftverkehrsdrehkreuzen der Golfregion. Ausfälle und Umleitungen können deshalb auch Geschäftsreisen, Hilfslieferungen und den regionalen Warenverkehr beeinträchtigen. Für Passagiere ist zudem mit kurzfristigen Änderungen bei Abflug, Einreise und Anschlussverbindungen zu rechnen.
Risiko einer weiteren Eskalation
Politisch erhöht der Angriff den Druck auf Saudi-Arabien, militärisch zu reagieren. Zugleich wächst die Gefahr, dass die USA stärker in den Konflikt hineingezogen werden. Eine solche Entwicklung könnte die Fronten im Jemen verhärten und die Sicherheitslage rund um den Golf sowie wichtige Seewege weiter belasten. Die Reaktionen der saudischen Militärkoalition und der US-Regierung werden daher entscheidend dafür sein, ob sich der Angriff auf den Flughafen zu einer breiteren Konfrontation ausweitet.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
tagesschau: „Saudi-Arabien: Viele Tote bei Angriff auf Flughafen in Riad“ (11.10.2026)
Der Bericht bestätige zwölf Tote und mindestens 309 Verletzte sowie die vorübergehende Einstellung des Flughafenbetriebs. Er setze zusätzlich einen Schwerpunkt auf die Warnungen für Reisende, die mögliche Beteiligung der Huthi und die Frage, ob US-Präsident Donald Trump Saudi-Arabien militärisch unterstützen könnte.
Der Artikel bestätige die Opferzahlen und die Schuldzuweisung der saudisch geführten Militärkoalition. Anders als die offizielle Darstellung hebe er hervor, dass es zunächst kein Bekennerschreiben der Huthi gegeben habe, und stelle die Warnung der Bundesregierung sowie die Folgen für den Flugverkehr heraus.
Beide Berichte stimmten bei den Opferzahlen, der vorübergehenden Flughafenschließung und der politischen Verantwortung der saudischen Stellen überein. Unterschiede bestünden vor allem bei der Gewichtung der offenen Frage nach einem direkten Huthi-Bekenntnis und bei den möglichen Reaktionen der USA.

