Frankreich, Yanbu

Frankreich schützt Ölterminal Yanbu in Saudi-Arabien mit Militär

Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 02:46 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Frankreich will Saudi-Arabien beim Schutz des wichtigen Ölterminals Yanbu am Roten Meer unterstützen. Präsident Macron kündigte Soldaten, Radarsysteme und Verteidigungstechnik an – vor dem Hintergrund angespannter Öltransporte und hoher Spritpreise.

  • Saudi-Arabien ist der weltgrößte Ölexporteur. (Symbolbild) - Bild: Ali Haider/EPA/dpa
    Saudi-Arabien ist der weltgrößte Ölexporteur. (Symbolbild) - Bild: Ali Haider/EPA/dpa
  • Bei den Huthi-Angriffen im September sollen Pumpstationen der Pipeline getroffen worden sein. (Archivbild) - Bild: Uncredited/Satellite image ©2026 Vantor/AP/dpa
    Bei den Huthi-Angriffen im September sollen Pumpstationen der Pipeline getroffen worden sein. (Archivbild) - Bild: Uncredited/Satellite image ©2026 Vantor/AP/dpa
  • Saudi-Arabiens Ölfelder liegen vor allem im Osten, entsprechend wichtig ist der Exportweg über die Straße von Hormus. (Symbolbild) - Bild: Amr Nabil/AP/dpa
    Saudi-Arabiens Ölfelder liegen vor allem im Osten, entsprechend wichtig ist der Exportweg über die Straße von Hormus. (Symbolbild) - Bild: Amr Nabil/AP/dpa
Saudi-Arabien ist der weltgrößte Ölexporteur. (Symbolbild) - Bild: Ali Haider/EPA/dpa Bei den Huthi-Angriffen im September sollen Pumpstationen der Pipeline getroffen worden sein. (Archivbild) - Bild: Uncredited/Satellite image ©2026 Vantor/AP/dpa Saudi-Arabiens Ölfelder liegen vor allem im Osten, entsprechend wichtig ist der Exportweg über die Straße von Hormus. (Symbolbild) - Bild: Amr Nabil/AP/dpa

Frankreich will mit Soldaten, Radarsystemen und Verteidigungssystemen das wichtige Ölterminal Yanbu am Roten Meer in Saudi-Arabien schützen, um die Versorgung des Weltmarktes zu unterstützen.

Schutz für wichtige Ausweichroute

Präsident Emmanuel Macron sagte demnach den Sendern TF1 und France 2, die Gespräche mit Saudi-Arabien seien am Donnerstag abgeschlossen worden. Eine genaue Zahl der französischen Soldaten und Angaben zu den vorgesehenen Systemen machte er nicht.

Saudi-Arabien war vor dem Iran-Krieg hinter den USA der zweitgrößte Ölproduzent und wichtigste Exporteur. Die Ost-West-Pipeline transportiert Öl von der Golfküste über rund 1.200 Kilometer nach Yanbu und umgeht damit die faktisch blockierte Straße von Hormus.

Pipeline nach Angriffen vorsorglich stillgelegt

Die Pipeline war nach Angriffen der vom Iran unterstützten Huthi-Miliz aus dem Jemen vor rund zwei Wochen vorsorglich stillgelegt worden. Nach Medienberichten fließt inzwischen wieder Öl durch die Leitung, allerdings wegen der Schäden deutlich weniger als zuvor.

Die maximale Kapazität der Pipeline liegt bei bis zu sieben Millionen Barrel pro Tag. Über Yanbu könnten nach Macrons Angaben täglich mehr als fünf Millionen Barrel Rohöl verladen werden.

Macron erwartet Auswirkungen auf Spritpreise

Eine solche Menge habe direkte Auswirkungen auf den Spritpreis, sagte Macron. Wenn sich die Lage in Yanbu entspanne, werde sich das nach seiner Darstellung zwei Tage später an niedrigeren Preisen an Tankstellen bemerkbar machen.

Macron steht wegen der hohen Spritpreise innenpolitisch unter Druck. Auch US-Präsident Donald Trump fordert von Verbündeten der USA ein stärkeres Engagement in der Region.

Keine französischen Kampfflugzeuge vorgesehen

Die Erwähnung von Radaranlagen lässt auf einen Schwerpunkt bei der Luftabwehr schließen. Damit könnten mögliche Angriffe der Huthi mit Drohnen oder ballistischen Raketen abgewehrt werden.

Großbritannien hatte Saudi-Arabien kürzlich ebenfalls defensive Militärhilfe zugesagt, darunter Flugzeuge zur Luftbetankung. Auf die Frage nach französischen Kampfflugzeugen sagte Macron, ein solcher Einsatz sei derzeit nicht vorgesehen; Frankreich verfüge in der Region jedoch über Kampfflugzeuge.

Gefahr für Exporte nach Asien

Seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar und der weitgehenden Blockade der Straße von Hormus versucht Saudi-Arabien, mit der Pipeline einen stärkeren Einbruch seiner Ölexporte zu verhindern. Auch die Route über das Rote Meer ist teilweise gefährdet.

Nach dem jüngsten Vormarsch kontrollieren die Huthi die jemenitische Küste am Roten Meer und strategisch wichtige Inseln. Dadurch könnten sie saudische Schiffe auf dem Weg durch die Meerenge Bab al-Mandab behindern, die für Exporte nach Asien passiert werden muss.

Die Exportroute über das nördliche Rote Meer und den Suez-Kanal nach Europa ist der Meldung zufolge derzeit uneingeschränkt nutzbar. Die Huthi gehören zur iranischen «Achse des Widerstands», einem regionalen Netzwerk, das vom Iran mit Waffen, Technologie, Fachwissen und Geld unterstützt wird.

Eine Ausweichroute unter Schutz

Yanbu ist für Saudi-Arabien strategisch wichtig, weil der Hafen am Roten Meer eine Alternative zur Route über die Straße von Hormus bietet. Die Ost-West-Pipeline verbindet die Ölfelder an der Golfküste mit dem Terminal im Westen des Landes und kann damit einen Teil der Exporte von der besonders gefährdeten Meerenge wegführen.

Die französische Zusage fällt in eine Phase, in der Angriffe und Drohungen im Umfeld mehrerer Engpässe des Welthandels zusammenwirken. Neben Hormus ist auch Bab al-Mandab zwischen Jemen und Dschibuti von Bedeutung. Wird die Infrastruktur in Yanbu geschützt, kann das die Ausfuhrmöglichkeiten Saudi-Arabiens stabilisieren; eine vollständige Kompensation möglicher Ausfälle an anderen Stellen ist damit jedoch nicht verbunden.

Auswirkungen auf Preise und Sicherheit

Für Verbraucher in Europa zählt vor allem, ob zusätzliche Mengen tatsächlich regelmäßig verschifft werden können. Selbst bei einer Entspannung am Terminal wirken sich Transportkosten, Versicherungsprämien, Lieferausfälle und die Erwartungen der Händler auf den Öl- und Kraftstoffpreis aus. Eine schnelle Weitergabe niedrigerer Rohölpreise an Tankstellen ist deshalb möglich, aber nicht automatisch.

Der angekündigte Einsatz hat zudem eine politische Doppelwirkung: Frankreich signalisiert Unterstützung für die regionale Sicherheit, will nach Macrons Darstellung aber nicht unmittelbar in den Krieg eintreten. Dass zunächst Radare und Verteidigungssysteme statt Kampfflugzeuge genannt werden, deutet auf einen Schutzauftrag gegen Luftangriffe hin. Umfang, Dauer und genaue Fähigkeiten der Mission bleiben offen.

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