Ex-PrÀsident Sarkozy soll in Libyen-AffÀre vor Gericht
25.08.2023 - 12:53:26In der AffĂ€re um angebliche Wahlkampfgelder aus Libyen soll Frankreichs frĂŒherer PrĂ€sident Nicolas Sarkozy auf die Anklagebank. Ermittlungsrichter ordneten einen Prozess gegen ihn und zwölf weitere VerdĂ€chtige an, wie die Finanzstaatsanwaltschaft mit Sitz in Paris mitteilte.
Sarkozy wird demnach der illegalen Wahlkampffinanzierung, Veruntreuung öffentlicher Gelder und Bestechlichkeit beschuldigt. Der Prozess ist fĂŒr Januar 2025 bis April 2025 angesetzt.
Was ist die Libyen-AffÀre?
Die Libyen-AffĂ€re dreht sich um Hinweise, wonach fĂŒr Sarkozys Wahlkampf 2007 illegal Geld vom Regime des damaligen libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi geflossen sein soll.
Ein Zeuge hatte 2016 gesagt, er habe Ende 2006 oder Anfang 2007 mehrere vom libyschen Regime vorbereitete Koffer mit insgesamt fĂŒnf Millionen Euro ins Pariser Innenministerium gebracht, das damals von Sarkozy gefĂŒhrt wurde. Der Konservative, der von 2007 bis 2012 französischer PrĂ€sident war, hatte die VorwĂŒrfe stets zurĂŒckgewiesen.
Nicht sein erster Prozess
Sarkozy liefert sich wegen verschiedener VorwĂŒrfe bereits seit Jahren einen Kampf mit der Justiz. Im Mai bestĂ€tigte ein Berufungsgericht eine dreijĂ€hrige Haftstrafe wegen Bestechung und unerlaubter Einflussnahme gegen den AltprĂ€sidenten, davon zwei Jahre auf BewĂ€hrung. Sarkozy kĂŒndigte Revision an.
Im November soll zudem der Berufungsprozess um ĂŒberhöhte Wahlkampfkosten fĂŒr seine letztlich gescheiterte Kampagne zur Wiederwahl 2012 starten. In erster Instanz wurde Sarkozy deshalb zu einem Jahr Haft verurteilt.


