Macron will Anti-IS-Koalition auch gegen Hamas
24.10.2023 - 15:47:33Die internationale Koalition gegen die IS-Miliz soll nach Ansicht des französischen PrĂ€sidenten Emmanuel Macron auch die islamistische Hamas ins Visier nehmen. «Frankreich ist bereit dafĂŒr, dass die internationale Anti-IS-Koalition, in deren Rahmen wir uns fĂŒr unseren Einsatz im Irak und Syrien engagieren, auch gegen die Hamas kĂ€mpfen kann», sagte Macron am Dienstag nach einem Treffen mit dem israelischen MinisterprĂ€sidenten Benjamin Netanjahu in Tel Aviv. Unter FĂŒhrung der USA wurde 2014 eine internationale Koalition gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gegrĂŒndet; gemeinsam mit lokalen Gruppen gelang es dann, den IS im Irak und spĂ€ter in Syrien militĂ€risch zu besiegen. Er verĂŒbt aber weiterhin AnschlĂ€ge.
«Ich schlage es unseren internationalen Partnern vor, ich hab es bei ihnen heute Morgen erwĂ€hnt, dass wir eine regionale und internationale Koalition bilden könnten, um gegen die Gruppen zu kĂ€mpfen, die uns alle bedrohen.» Er glaube, dies sei im Interesse Israels und dessen Sicherheit, aber ebenso im Interesse einiger NachbarlĂ€nder, die von denselben oder verwandten Gruppen bedroht wĂŒrden. Macron sicherte Netanjahu Frankreichs SolidaritĂ€t im Kampf gegen den Terrorismus zu - den gemeinsamen Feind, wie er es nannte.
Macron mahnt:Â Kein unverantwortliches Risiko eingehen
Er mahnte zugleich, man mĂŒsse den Kampf fĂŒhren, ohne dass er sich auf die ganze Region ausdehne. «Ich warne hier die Hisbollah, das iranische Regime, die Huthi im Jemen, und alle Gruppen, die in der Region Israel bedrohen, nicht das unverantwortliche Risiko einzugehen und neue Fronten zu eröffnen. Das wĂŒrde die TĂŒr zu einem regionalen FlĂ€chenbrand öffnen, bei dem jeder als Verlierer dastehen wĂŒrde.» Dies sei eine Notwendigkeit fĂŒr alle Völker der Region. «Lassen Sie uns alles tun, um nicht noch mehr TrĂ€nen zu den TrĂ€nen und Blut zu dem Blut hinzuzufĂŒgen.»
Macron mahnte zugleich zur Einhaltung humanitÀrer GrundsÀtze beim Kampf gegen die islamistische Hamas im Gazastreifen. «Der Kampf muss gnadenlos sein, aber nicht ohne Regeln, denn wir sind Demokratien, die gegen Terroristen kÀmpfen, Demokratien also, die das Kriegsrecht respektieren und den humanitÀren Zugang gewÀhrleisten», sagte Macron.
Er fĂŒhrte aus, Demokratien nĂ€hmen keine Zivilisten ins Visier, weder in Gaza noch anderswo. Er forderte die Versorgung von KrankenhĂ€usern im Gazastreifen mit Strom. Netanjahu bekrĂ€ftigte, Israel wolle «alles tun, um palĂ€stinensische Zivilisten aus der Gefahrenzone herauszuhalten» und warf der Hamas erneut vor, Zivilisten davon abzuhalten, in eine «sichere Zone» im Gazastreifen zu gelangen.
Netanjahu zieht Parallelen zum Zweiten Weltkrieg
Netanjahu bedankte sich bei Macron fĂŒr seinen Besuch. «Wie im Zweiten Weltkrieg, als die Alliierten den französischen Widerstand gegen die Nazis voll unterstĂŒtzten, schlieĂt sich heute die internationale Gemeinschaft zur UnterstĂŒtzung Israels zusammen», sagte Netanjahu und verglich die Taten der islamistischen Hamas erneut mit dem Holocaust. «Die Hamas hat geschlachtet, die Hamas hat geköpft, die Hamas hat Babys bei lebendigem Leib verbrannt, die Hamas hat vergewaltigt, die Hamas hat Geiseln entfĂŒhrt.»
«Die Barbarei der Hamas bedroht nicht nur die Juden, sie bedroht den Nahen Osten, sie bedroht die Region, sie bedroht Europa, sie bedroht die Welt», sagte Netanjahu weiter. Die Hamas mĂŒsse zerstört werden.
Macron forderte zudem, eine politische Lösung im Nahostkonflikt mĂŒsse gefunden und der Friedensprozess fortgesetzt werden. «Die StabilitĂ€t der Region und die RĂŒckkehr zur Normalisierung werden nur dann gewĂ€hrleistet sein, wenn Israels Antwort auf die Gewalt unerbittlich, aber auch politisch ist, indem es das legitime Recht der PalĂ€stinenser auf einen Staat akzeptiert.» Die Sicherheit Israels, der gemeinsame Kampf gegen den Terrorismus, die Achtung des humanitĂ€ren Rechts und die Eröffnung eines politischen Horizonts seien untrennbar miteinander verbunden. Am Nachmittag will Macron mit PalĂ€stinenserprĂ€sident Mahmud Abbas zusammentreffen. GesprĂ€che mit weiteren arabischen Partnern aus der Region sind möglich.


