ZĂŒndet Macrons Plan fĂŒr erweitertes G7-Treffen?
20.01.2026 - 13:50:42Angesichts massiver Spannungen zwischen Europa und den USA wegen der BesitzansprĂŒche Donald Trumps auf Grönland hat Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron dem US-PrĂ€sidenten ein Treffen der G7-Staaten mit Russland und DĂ€nemark vorgeschlagen. Das geht aus privaten Textnachrichten zwischen Macron und Trump hervor, von denen der US-PrĂ€sident auf der Plattform Truth Social Bilder teilte. Der ĂlysĂ©e-Palast bestĂ€tigte der Deutschen Presse-Agentur die Echtheit der Nachrichten.
Trumps BesitzansprĂŒche auf Grönland und die damit verbundenen Drohungen haben die VerbĂŒndeten in Europa beispiellos verunsichert. Ein Ausweg aus der Krise ist nicht absehbar. Macron schlug nun ein G7-Treffen am Donnerstag in Paris vor - nach dem Ende des laufenden Weltwirtschaftsforums im schweizerischen Davos, wo Trump am Mittwoch eine Rede halten will. HinzustoĂen sollen Macrons Vorstellung nach auch Vertreter der Ukraine, DĂ€nemarks, Syriens und Russlands. Aus den von Trump veröffentlichten Nachrichten geht auch hervor, dass Macron Trump zu einem Abendessen in Paris eingeladen hat, bevor dieser zurĂŒck nach Washington fliegt.Â
Ob Trump auf den Vorschlag eingehen möchte und ob es tatsĂ€chlich zu so einem Treffen kommen könnte, war zunĂ€chst vollkommen offen. Weitere Einzelheiten kommunizierte der ĂlysĂ©e-Palast zunĂ€chst nicht. Andere G7-Staaten, darunter Deutschland, reagierten zunĂ€chst nicht öffentlich auf den VorstoĂ. Am Donnerstagabend soll in BrĂŒssel ein EU-Sondergipfel zum Umgang mit Trumps Zolldrohungen stattfinden.Â
Macron zu Trump: Verstehe nicht, was du in Grönland vorhast
Macron lieĂ Trump in den nun veröffentlichten Nachrichten wissen, er verstehe nicht, was dieser mit Blick auf Grönland im Schilde fĂŒhre. Der US-PrĂ€sident will DĂ€nemark dazu bringen, den USA die Arktisinsel zu verkaufen. Deutschland, Frankreich und weitere Staaten hatten daraufhin als Zeichen der SolidaritĂ€t mit DĂ€nemark Soldaten zu einer Erkundungsmission nach Grönland geschickt. Der Republikaner kĂŒndigte dann am Samstag an, ab dem 1. Februar Strafzölle auf Waren aus Deutschland und anderen europĂ€ischen Nato-LĂ€ndern zu verhĂ€ngen. Damit will er den Widerstand gegen einen Verkauf Grönlands an die USA brechen.Â
Zum Grönland-Konflikt hieĂ es aus Macrons Umfeld, dass die Achtung der SouverĂ€nitĂ€t und territorialen IntegritĂ€t der Staaten fĂŒr Frankreich nicht verhandelbar sei und Frankreichs Engagement als Nato-VerbĂŒndeter fĂŒr die Sicherheit in der Arktis unverĂ€ndert bleibe.
Trump will in Grönland-Konflikt mit anderen Parteien reden
Trump hat seinerseits ein Treffen zum Grönland-Konflikt der beteiligten Parteien in Davos angekĂŒndigt. Den avisierten GesprĂ€chen sei ein Telefonat mit Nato-GeneralsekretĂ€r Mark Rutte vorangegangen, schrieb er auf Truth Social. Wer konkret an dem Treffen teilnehmen wird, lieĂ der Republikaner offen.Â
Moskau bislang nicht eingeladen
Zu einem möglichen G7-Treffen in Paris ist der Kreml nach eigenen Angaben bislang nicht eingeladen worden. Moskau habe keine Einladung bekommen, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow russischen Nachrichtenagenturen zufolge auf eine entsprechende Anfrage.
Russland war von 1998 an Mitglied der Gruppe westlicher Industrienationen, die in der Zeit G8 hieĂ. Nach der Annexion der Krim im Jahr 2014 wurde Russland ausgeschlossen und die Gruppe hieĂ wieder G7. Mit dabei sind neben den USA, Frankreich, GroĂbritannien, Italien, Kanada sowie Japan und Deutschland.
Macron betont gemeinsame Ziele bei Syrien und dem Iran
Wie es aus Macrons Umfeld hieĂ, ist Frankreich entschlossen, seinen diesjĂ€hrigen G7-Vorsitz fĂŒr einen nĂŒtzlichen Beitrag zum Dialog und zur Zusammenarbeit zu nutzen. Betont wurden Konflikte, bei denen Frankreich mit den USA an einem Strang ziehen. In Syrien arbeite Frankreich gemeinsam mit den US-Amerikanern fĂŒr die Einheit und territoriale IntegritĂ€t Syriens, die Einhaltung des Waffenstillstands und bleibe seinen VerbĂŒndeten im Kampf gegen die Terrormiliz «Islamischer Staat» treu. Im Iran fordere Frankreich von den dortigen Behörden die Achtung der Grundfreiheiten und stehe denen zur Seite, die diese verteidigten.Â
Macron merkte in den privaten Textnachrichten an Trump an, dass Frankreich und die Vereinigten Staaten «völlig im Einklang» mit Blick auf den weiteren Kurs in Syrien seien. Zudem könnten sie «groĂartige Dinge» im Iran erreichen.Â
Nicht nur private Nachrichten von Macron veröffentlicht
Trump veröffentlichte zudem auch eine private Nachricht, die ihm Nato-GeneralsekretĂ€r Mark Rutte mit Blick auf die GesprĂ€che in Davos geschrieben hatte. In dieser hieĂ es: «Herr PrĂ€sident, lieber Donald â was Du in Syrien erreicht hast, ist unglaublich. Ich werde meine Medienauftritte in Davos nutzen, um Deine Arbeit dort, in Gaza und in der Ukraine hervorzuheben. Ich bin entschlossen, in der Grönland-Frage einen Weg nach vorn zu finden. Ich kann es kaum erwarten, dich zu sehen. Dein Mark.» Eine BĂŒndnissprecherin bestĂ€tigte der dpa, dass die Nachricht authentisch ist.


