Zeichen, AnnÀherung

Zeichen der AnnÀherung: Meloni empfÀngt Macron in Rom

03.06.2025 - 19:48:34

Frankreichs PrĂ€sident und Italiens Premierministerin Meloni sind nicht als enge Freunde bekannt. Nun kam Macron nach Rom – fĂŒr ein ausfĂŒhrliches GesprĂ€ch, das bis in die Abendstunden dauerte.

Mit einem festen HĂ€ndedruck hat Italiens Premierministerin Giorgia Meloni Frankreichs PrĂ€sident Emmanuel Macron in Rom empfangen – ein Treffen, das viele als Zeichen diplomatischer AnnĂ€herung werteten. Nach dreistĂŒndigem GesprĂ€ch erklĂ€rten beide, eine «unerschĂŒtterliche» UnterstĂŒtzung der Ukraine sei umso notwendiger, um eine «faire und dauerhafte Lösung» zu erreichen. Zugleich sei ein «ehrgeiziger Maßstabswechsel in der europĂ€ischen Verteidigung» nötig, hieß es in der gemeinsamen Pressemitteilung.

Besprochen wurde demnach auch die europÀische Zusammenarbeit in den Bereichen Migration und die Lage im Nahen Osten. Das nÀchste bilaterale Treffen soll erst Anfang 2026 in Frankreich stattfinden.

Politisches Tauwetter, aber die Spannungen bleiben

Das Treffen im italienischen Regierungssitz Palazzo Chigi galt als diplomatischer Neustart zwischen Paris und Rom – auch wenn beide Seiten betonten, es habe nie eine Eiszeit gegeben. Man habe viele Gemeinsamkeiten, aber auch Differenzen, sagte die Parteivorsitzende der rechten Partei Fratelli d'Italia (BrĂŒder Italiens) vergangene Woche. Wichtig sei, dass man spreche, auch bei Meinungsverschiedenheiten. Aus dem ÉlysĂ©e-Palast hieß es mehrfach, Italien sei ein wichtiger Partner. Meloni werde keinesfalls geĂ€chtet.

Das VerhĂ€ltnis der beiden wirkte zuletzt dennoch angespannt. In Rom sorgte Macrons Kiew-Reise mit Bundeskanzler Friedrich Merz und dem britischen Premierminister Keir Starmer fĂŒr Verstimmung - Meloni war nicht dabei. Auch bei der von Macron angestoßenen «Koalition der Willigen» zur UnterstĂŒtzung der Ukraine nach einem Waffenstillstand gehen die Positionen auseinander: Italien lehnt eine Entsendung von Truppen strikt ab. 

Auch in der Haltung zum amerikanischen PrÀsident Donald Trump unterscheiden sich die Strategien der beiden Regierungschefs: Rom setzt auf NÀhe und Vermittlung, Paris auf europÀische EigenstÀndigkeit.

@ dpa.de