Krieg gegen die Ukraine:Â So ist die Lage
24.05.2023 - 05:15:34Der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj hat bei seiner jĂŒngsten BrĂŒssel-Reise weitere RĂŒckendeckung fĂŒr den Abwehrkrieg seines Landes gegen Russland erhalten. Beim EU-Gipfel unterzeichnete er am Donnerstag mit EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen und EU-RatsprĂ€sident Charles Michel eine Vereinbarung zur Sicherheitskooperation und langfristigen UnterstĂŒtzung. Bei einem Besuch im Nato-Hauptquartier wurde ihm weitere Hilfe zugesagt.
Neben der EU haben auch Estland und Litauen Vereinbarungen mit der Ukraine zur Sicherheitskooperation und langfristigen UnterstĂŒtzung des von Russland angegriffenen Landes geschlossen. Am Rande des EU-Gipfels in BrĂŒssel unterzeichneten die estnische Regierungschefin Kaja Kallas und der litauische Staatschef Gitanas Nauseda am Donnerstag die jeweils bilateralen Abkommen mit Selenskyj.Â
Darin verpflichten sich die beiden EU- und Nato-LĂ€nder, die Ukraine zehn Jahre lang politisch militĂ€risch und wirtschaftlich zu unterstĂŒtzen. Damit haben nun alle baltischen Staaten der Ukraine langfristige Sicherheitszusagen gemacht. Lettland hatte zuvor bereits im April ein entsprechendes Abkommen getroffen.
Nato will langfristige Zusagen fĂŒr MilitĂ€rhilfen geben
Selenskyj traf sich in BrĂŒssel auch mit dem slowenischen Regierungschef Robert Golob. «Wir haben die Fertigstellung des bilateralen Sicherheitsabkommens und zur Sicherung eines gerechten Friedens fĂŒr die Ukraine besprochen», schrieb Selenskyj spĂ€ter auf der Plattform X.
Selenskyj besuchte in BrĂŒssel auch das Nato-Hauptquartier. Bei einem GesprĂ€ch mit Nato-GeneralsekretĂ€r Jens Stoltenberg ging es unter anderem um den Nato-Gipfel in der zweiten Juli-Woche in Washington. Der ukrainische PrĂ€sident ist zu dem Treffen der Staats- und Regierungschefs der 32 Alliierten als Gast eingeladen.Â
«Wir erwarten, dass die Rolle des BĂŒndnisses bei der Koordinierung der Sicherheitshilfe und der Ausbildung der ukrainischen Truppen gestĂ€rkt wird und dass langfristige finanzielle Verpflichtungen eingegangen werden, um eine stabile UnterstĂŒtzung der Ukraine zu gewĂ€hrleisten», schrieb Selenskyj nach dem Treffen auf X. Er dankte zudem Stoltenberg fĂŒr dessen BemĂŒhungen um Konsolidierung der alliierten UnterstĂŒtzung fĂŒr die Ukraine, vor allem bei der StĂ€rkung der Flugabwehr.
Geplant ist seitens der Nato, der Ukraine beim Gipfel langfristige Zusagen fĂŒr MilitĂ€rhilfen zu geben und in Wiesbaden ein Hauptquartier fĂŒr den geplanten Nato-Einsatz zur Koordinierung von Waffenlieferungen und AusbildungsaktivitĂ€ten fĂŒr die ukrainischen StreitkrĂ€fte aufzubauen.
Flugabwehr fĂŒr die Ukraine
Eines der Hauptanliegen des ukrainischen Staatschefs, weitere Flugabwehrsysteme zur Abwehr der stĂ€ndigen russischen Angriffe zu erhalten, wurde unterdessen an anderer Stelle erörtert. Wie die «Financial Times» berichtete, verhandelten die USA darĂŒber gerade mit Israel. Demnach sollte Israel bis zu acht Patriot-Flugabwehrsysteme an die Ukraine abgeben. Vor der Ăberstellung in die Ukraine sollten die etwa 30 Jahre alten Systeme jedoch zunĂ€chst zum Ăberholen in die USA gebracht werden, berichtete die «FT» unter Berufung auf Beteiligte an den Verhandlungen.
Aktuell sind in der Ukraine vier Patriot-Flugabwehrsysteme im Einsatz, zwei von ihnen wurden aus Deutschland zur VerfĂŒgung gestellt. Selenskyj hatte zuletzt den weiteren Bedarf seines Landes auf mindestens sechs weitere Patriot-Systeme geschĂ€tzt.Â
Tote und Verletzte in Dnipro und Donezk
Der Einschlag einer russischen Rakete in ein Hochhaus der ukrainischen Industriestadt Dnipro hat mindestens einen Toten und neun Verletzte gefordert. Unter den Verletzten sei auch ein sieben Monate altes Baby, teilte der MilitĂ€rgouverneur der Region Dnipropetrowsk, Serhij Lyssak, auf seinem Telegramkanal mit. Drei der Verletzten, zwei Frauen im Alter von 27 und 30 Jahren sowie ein 29-JĂ€hriger, seien in kritischem Zustand. Zudem wĂŒrden noch zwei Personen unter den TrĂŒmmern vermutet. nipro ist seit Beginn des russischen Angriffskriegs schon mehrfach mit Raketen beschossen worden.
In der Siedlung Nju-Jork (New York) in der Ostukraine sind nach russischen Angriffen mindestens vier Zivilisten getöteten worden. Drei weitere wurden verletzt, wie die Staatsanwaltschaft des Gebiets Donezk mitteilte. Die Angreifer hÀtten unter anderem eine Gleitbombe mit einer Masse von 250 Kilogramm eingesetzt, die mehrere WohnhÀuser beschÀdigt habe. An dem Frontabschnitt nahe der Stadt Torezk hatten russische Truppen zuletzt ihre Angriffe intensiviert und kleinere Gebietsgewinne erzielt.
Der Gebietsverwaltung zufolge sind zudem am Vortag durch russischen Beschuss bei Kurachowe und um Torezk mindestens drei Menschen getötet und fast 20 verletzt worden. Mehr als 30 WohngebĂ€ude seien beschĂ€digt worden. Die Ukraine wehrt seit ĂŒber zwei Jahren eine russische Invasion ab. Russland verlangt vom Nachbarstaat unter anderem die vollstĂ€ndige Abtretung des Donezker Gebietes.













































































































































































































































