Ex-PrÀsident, Nicolas

Ex-PrÀsident Nicolas Sarkozy in Libyen-AffÀre vor Gericht

06.01.2025 - 04:00:41

FĂŒr den Wahlkampf von Frankreichs Ex-PrĂ€sident Sarkozy sollen Millionen des damaligen libyschen Machthabers Gaddafi geflossen sein. Nun beginnt ein Prozess gegen Sarkozy und zwölf Mitangeklagte.

  • Dem Prozess gegen Sarkozy in der Libyen-AffĂ€re sind zwölfjĂ€hrige Ermittlungen vorangegangen (Archivbild). - Foto: Julien De Rosa/AFP/dpa

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  • Sarkozy musste sich bereits wegen diverser AffĂ€ren vor Gericht verantworten (Archivbild). - Foto: Bertrand Guay/AFP/dpa

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  • Die beiden ehemaligen Minister GuĂ©ant und Hortefeux sollen eine SchlĂŒsselrolle in der Libyen-AffĂ€re gespielt haben (Archivbild). - Foto: picture alliance / dpa

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Dem Prozess gegen Sarkozy in der Libyen-AffĂ€re sind zwölfjĂ€hrige Ermittlungen vorangegangen (Archivbild). - Foto: Julien De Rosa/AFP/dpaSarkozy musste sich bereits wegen diverser AffĂ€ren vor Gericht verantworten (Archivbild). - Foto: Bertrand Guay/AFP/dpaDie beiden ehemaligen Minister GuĂ©ant und Hortefeux sollen eine SchlĂŒsselrolle in der Libyen-AffĂ€re gespielt haben (Archivbild). - Foto: picture alliance / dpa

Frankreichs Ex-PrĂ€sident Nicolas Sarkozy steht in der AffĂ€re um angebliche Wahlkampfgelder aus Libyen von Montag (13.30 Uhr) an vor Gericht. Die Libyen-AffĂ€re dreht sich um Hinweise, wonach fĂŒr Sarkozys PrĂ€sidentschafts-Wahlkampf 2007 illegal Millionensummen vom Regime des damaligen libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi geflossen sein sollen. Der Konservative, der von 2007 bis 2012 französischer PrĂ€sident war, hatte die VorwĂŒrfe stets zurĂŒckgewiesen. 

Neben Sarkozy stehen zwölf weitere Angeklagte wegen des Vorwurfs der illegalen Wahlkampffinanzierung, Veruntreuung öffentlicher Gelder und Bestechlichkeit in Paris vor Gericht. Zu den Mitangeklagten gehören die ehemaligen Innenminister Claude GuĂ©ant und Brice Hortefeux sowie der ehemalige Arbeitsminister und Abgeordnete Éric Woerth.

Koffer mit Millionen Euro im Innenministerium? 

Die Anklage stĂŒtzt sich unter anderem auf Angaben des französisch-libanesischen GeschĂ€ftsmann Ziad Takieddine, der erklĂ€rt hatte, er habe Ende 2006 oder Anfang 2007 mehrere - vom libyschen Regime vorbereitete - Koffer mit mehreren Millionen Euro ins Pariser Innenministerium gebracht, das damals von Sarkozy gefĂŒhrt wurde. Sarkozy bezichtigte ihn daraufhin der LĂŒge. Takieddines Aussagen schwankten im Laufe der Ermittlungen mehrfach und er befindet sich nach einer Verurteilung in einer anderen Angelegenheit auf der Flucht.

Als Gegenleistung fĂŒr die mutmaßliche Zahlung von Millionen sollen dem damals geĂ€chteten Libyen gute GeschĂ€fte mit französischen Unternehmen und Hilfe bei der RĂŒckkehr auf die internationale BĂŒhne zugesagt worden sein. In der Tat wurde Muammar al-Gaddafi im Dezember 2007 mit militĂ€rischen Ehren im ÉlysĂ©e-Palast empfangen. 

Außerdem sollen BemĂŒhungen zur Aufhebung eines französischen Haftbefehls gegen Gaddafis Schwager Abdallah Senoussi in Aussicht gestellt worden sein. Er war in Paris 1999 in Abwesenheit als Hauptverantwortlicher schuldig gesprochen worden fĂŒr einen Anschlag auf ein französisches Verkehrsflugzeug, bei dem 170 Menschen starben. Die ehemaligen Minister und Mitangeklagten GuĂ©ant und Hortefeux sollen Senoussi 2005 in Libyen getroffen haben - nach französischen Medienberichten, um die Millionenhilfe einzufĂ€deln. 

Sarkozy drohen bis zu zehn Jahre Haft

Sarkozy drohen im Falle eines Schuldspruchs bis zu zehn Jahre Haft und eine hohe Geldstrafe. Etliche der Mitangeklagten mĂŒssen ebenfalls mit bis zu zehn Jahren Haft rechnen. Der Prozess mit 40 Verhandlungstagen ist bis zum 10. April terminiert. FĂŒr die umfangreichen Ermittlungen in der Libyen-AffĂ€re, die Anfang 2013 begannen, stellte Frankreich Rechtshilfegesuche an 21 LĂ€nder, darunter an Deutschland. Die Ermittlungen fĂŒllen 73 Prozessakten.

Sarkozy (69) stand bereits wegen diverser AffĂ€ren vor Gericht. Mitte Dezember erging gegen den Ex-PrĂ€sidenten ein endgĂŒltiger Schuldspruch in einem Verfahren um Einflussnahme auf die Justiz. Wegen Bestechung und unerlaubter Einflussnahme wurde Sarkozy dazu verurteilt, eine einjĂ€hrige Haftstrafe mit einer Fußfessel zu Hause zu verbĂŒĂŸen. Die ModalitĂ€ten werden in den nĂ€chsten Wochen noch bestimmt, noch bekam Sarkozy die Fußfessel nicht angelegt.

@ dpa.de