Kremlkritiker Nadeschdin darf Wahlkampagne fortsetzen
28.12.2023 - 14:22:37 | dpa.de
Die zentrale Wahlkommission in Russland hat Oppositionspolitiker Boris Nadeschdin die Fortsetzung seiner Kampagne fĂŒr eine Kandidatur bei der PrĂ€sidentenwahl 2024 gestattet. Er habe die Erlaubnis zur Eröffnung eines Spendenkontos fĂŒr seine Wahlkampagne und fĂŒr den Beginn der Unterschriftensammlung bekommen, teilte Nadeschdin auf seinem Telegram-Kanal mit.
Der 60-JĂ€hrige wurde von der Partei BĂŒrgerinitiative nominiert. FĂŒr eine endgĂŒltige Registrierung muss der liberale Kriegsgegner allerdings innerhalb der nĂ€chsten drei Wochen noch 100.000 UnterstĂŒtzerunterschriften sammeln, die die Wahlkommission als echt anerkennen muss. In den vergangenen Jahren hatte die Kommission immer wieder Kandidaten, die dem Kreml nicht genehm waren, aus formalen GrĂŒnden bei der Unterschriftensammlung ausgesiebt. Nadeschdin gab sich allerdings optimistisch. «Wir schaffen das», sagte er. Der ehemalige Duma-Abgeordnete gilt als gemĂ€Ăigt oppositionell und war eine der letzten kritischen Stimmen, die nach Kriegsbeginn auch noch im russischen Staatsfernsehen zu Wort kamen.
Kriegskritische Journalistin Dunzowa nicht zugelassen
Die kriegskritische Journalistin Jekaterina Dunzowa, deren Kandidatur fĂŒr die PrĂ€sidentenwahl von der Wahlkommission aufgrund angeblicher Fehler in den Unterlagen zuletzt abgelehnt wurde - und die mit einem Einspruch vor dem Obersten Gericht in Russland damit scheiterte - hat angekĂŒndigt, die Bewerbung Nadeschdins zu unterstĂŒtzen.
Bei der Wahl im MĂ€rz gilt Amtsinhaber Wladimir Putin allerdings als haushoher Favorit. Der 71-JĂ€hrige lieĂ eigens fĂŒr die Wahl die Verfassung Ă€ndern und tritt zum fĂŒnften Mal an. Die Abstimmung gilt auch als Referendum fĂŒr den Kriegskurs des Kremlchefs. Kritiker werfen der russischen FĂŒhrung vor, das politische Feld weitgehend gerĂ€umt zu haben und mit administrativen Mitteln ein Rekordergebnis zu forcieren.
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