WirtschaftstÀtigkeit, Gaza

WirtschaftstÀtigkeit in Gaza fast zum Erliegen gekommen

14.12.2023 - 13:51:07 | dpa.de

GebĂ€ude werden beschĂ€digt, Betriebe schließen und Menschen verlieren ihre Arbeit. Der Gazastreifen befindet sich in einer Rezession. Aber auch im Westjordanland ist die Wirtschaft erheblich beeintrĂ€chtigt.

PalĂ€stinenser suchen inmitten der TrĂŒmmer nach Überresten ihres Besitzes. - Foto: Abed Rahim Khatib/dpa

Der Gaza-Krieg hat heftige Auswirkungen auf die Wirtschaft in den PalĂ€stinensergebieten. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) werde dort in diesem Jahr um 3,7 Prozentpunkte zurĂŒckgehen, wie es in einem Bericht der Weltbank hieß.

Vor dem Krieg prognostizierte die Weltbank mit Sitz in Washington fĂŒr 2023 ein reales BIP-Wachstum von 3,2 Prozent. Die WirtschaftstĂ€tigkeit im Gazastreifen sei seit Ausbruch des Kriegs nahezu vollstĂ€ndig zum Erliegen gekommen.

In dem KĂŒstengebiet sind dem Bericht zufolge inzwischen 85 Prozent der Menschen arbeitslos. Vor dem Ausbruch des Kriegs war dort rund die HĂ€lfte der Einwohner ohne BeschĂ€ftigung. Die meisten der 56.000 offiziellen Unternehmen im Gazastreifen hĂ€tten zudem im Zuge der Kampfhandlungen den Betrieb eingestellt.

«Der Verlust an Menschenleben, die Geschwindigkeit und das Ausmaß der SchĂ€den an Sachanlagen sowie die Verringerung der Einkommensströme in den palĂ€stinensischen Gebieten sind beispiellos», hieß es weiter. Der Gazastreifen befinde sich in einer «tiefen Rezession».

Auswirkungen auch auf Westjordanland

Auch im Westjordanland beeintrĂ€chtigt demnach der Krieg die Wirtschaft erheblich. Grund dafĂŒr sei auch, dass Israel 200.000 PalĂ€stinensern die Arbeit in Israel und israelischen Siedlungen im Westjordanland nicht mehr erlaube.

Insgesamt können demnach 67.000 Menschen derzeit ihren Arbeitsplatz aufgrund von BewegungsbeschrĂ€nkungen und dem Anstieg der Siedlergewalt im Westjordanland nicht mehr erreichen. Zudem seien öffentliche GehĂ€lter vorĂŒbergehend gekĂŒrzt worden und der Tourismus im Westjordanland erheblich zurĂŒckgegangen.

Der Konsum, der ein Motor des palĂ€stinensischen Wirtschaftsaufschwungs nach der Coronapandemie gewesen sei, breche ein, hieß es weiter. Die israelische Besatzung des Westjordanlands habe dort aber bereits vor dem Gaza-Krieg das Wachstum gebremst, hieß es weiter. Die im Westjordanland regierende PalĂ€stinensische Autonomiebehörde habe zudem notwendige Reformen nur unzureichend umgesetzt und damit der Wirtschaft ebenfalls geschadet. Der Krieg verschĂ€rfe die bestehenden Probleme nun noch einmal.

Die PalĂ€stinenser wĂŒrden unterm Strich Ă€rmer und die PalĂ€stinensergebiete blieben auf internationale Hilfe angewiesen, so die Weltbank.

Auslöser des Gaza-Kriegs war das schlimmste Massaker in der Geschichte Israels, das palĂ€stinensische Terroristen am 7. Oktober in Israel verĂŒbt hatten. Sie ermordeten rund 1200 Menschen. Bei Israel Gegenoffensive wurdne laut Hamas-Gesundheitsbehörde mehr als 18.600 Menschen getötet und mehr als 50.000 verletzt.

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