USA, Staatsoberhaupt

Bush wird 80: Verhilft Trump ihm zu einem besseren Ruf?

05.07.2026 - 04:21:06 | dpa.de

George W. Bushs Wirken als US-PrÀsident polarisierte, vor allem wegen des Irak-Kriegs. Im Lichte der PrÀsidentschaft von Donald Trump könnte sich die Sicht auf ihn wandeln.

  • Die Zeit vor Trump - ehemalige US-PrĂ€sidenten (Archivbild). - Bild: Pablo Martinez Monsivais/AP Pool/AP/dpa
    Die Zeit vor Trump - ehemalige US-PrÀsidenten (Archivbild). - Bild: Pablo Martinez Monsivais/AP Pool/AP/dpa
  • Vater und Sohn (Archivbild). - Bild: epa/dpa
    Vater und Sohn (Archivbild). - Bild: epa/dpa
  • Ein wichtiger Moment fĂŒr Bush (Archivbild). - Bild: Eric Draper/Handout/White House/Consolidated/dpa
    Ein wichtiger Moment fĂŒr Bush (Archivbild). - Bild: Eric Draper/Handout/White House/Consolidated/dpa
  • Bush im Oval Office (Archivbild). - Bild: picture alliance / dpa
    Bush im Oval Office (Archivbild). - Bild: picture alliance / dpa
  • Bush kommt bei der Trump-Regierung nicht durchweg gut weg (Archivbild). - Bild: Mark Schiefelbein/AP/dpa
    Bush kommt bei der Trump-Regierung nicht durchweg gut weg (Archivbild). - Bild: Mark Schiefelbein/AP/dpa
  • Verstehen sich: Die Obamas und die Bushs (Archivbild). - Bild: Pablo Martinez Monsivais/AP Pool/AP/dpa
    Verstehen sich: Die Obamas und die Bushs (Archivbild). - Bild: Pablo Martinez Monsivais/AP Pool/AP/dpa
Die Zeit vor Trump - ehemalige US-PrĂ€sidenten (Archivbild). - Bild: Pablo Martinez Monsivais/AP Pool/AP/dpa Vater und Sohn (Archivbild). - Bild: epa/dpa Ein wichtiger Moment fĂŒr Bush (Archivbild). - Bild: Eric Draper/Handout/White House/Consolidated/dpa Bush im Oval Office (Archivbild). - Bild: picture alliance / dpa Bush kommt bei der Trump-Regierung nicht durchweg gut weg (Archivbild). - Bild: Mark Schiefelbein/AP/dpa Verstehen sich: Die Obamas und die Bushs (Archivbild). - Bild: Pablo Martinez Monsivais/AP Pool/AP/dpa

Es ist der Sommer der 80-JĂ€hrigen in den USA. Donald Trump feierte bereits seinen runden Geburtstag mit KĂ€figkĂ€mpfen vor dem Weißen Haus. Zwei seiner VorgĂ€nger im US-PrĂ€sidentenamt werden in KĂŒrze auch dieses Alter erreichen: Bevor im August Bill Clinton 80 wird, feiert George W. Bush an diesem Montag.

Er regierte von 2001 bis 2009. Sein Wirken wurde ĂŒber seine zwei Amtszeiten hinaus sehr kontrovers diskutiert. Aber fĂ€llt das Urteil ĂŒber die Bush-Ära im Lichte des erratischen Regierungsstils von Trump heute anders aus?

Die «New York Times» schrieb vor zehn Jahren mal, es gebe den Grundsatz, dass PrĂ€sidenten beliebter werden, sobald sie Ex-PrĂ€sidenten sind - und schob nach: «Zugegebenermaßen konnte es fĂŒr George W. Bush auch nur aufwĂ€rtsgehen.»

Vor dem Ende seiner zweiten Amtszeit waren Bushs Zustimmungsraten im Keller. Die Finanzkrise 2008, die sich aus der Immobilienblase und unzureichender Regulierung der FinanzmÀrkte entwickelt hatte, hatte ihm stark zugesetzt. Vor allem seine Kriege machten Bush, der sich gerne als bodenstÀndiger Texaner prÀsentierte, zur Zielscheibe scharfer Kritik.

Bush steht fĂŒr den Irak-Krieg

Bush hatte sich dem globalen «Krieg gegen den Terror» verschrieben, als Reaktion auf die AnschlĂ€ge vom 11. September 2001. Er prĂ€gte auch den Begriff der «Achse des Bösen»: Damit brandmarkte er den Iran, den Irak und Nordkorea, Terrornetzwerke zu unterstĂŒtzen. Bush ließ auch das berĂŒchtigte GefĂ€ngnis GuantĂĄnamo errichten. Die Rechtslage der Gefangenen, ihre Haftbedingungen, Berichte ĂŒber Verhör- und Foltermethoden fĂŒhrten international zu einem Aufschrei.

Die Invasion im Irak ab MĂ€rz 2003 hatte die Bush-Regierung mit der angeblichen Existenz von Massenvernichtungswaffen in dem Land begrĂŒndet - die aber nie gefunden wurden. Hinzu kamen Bilder, die um die Welt gingen: HĂ€ftlinge im irakischen GefĂ€ngnis Abu Ghoreib bei Bagdad, gefoltert durch US-MilitĂ€r. In Afghanistan fĂŒhrte Bush bereits ab Oktober 2001 Krieg. Kritiker sprachen von einer fehlenden Ausstiegsstrategie, zudem habe Bush das Land nicht stabilisiert. Zudem wurde dem 43. PrĂ€sidenten der Vereinigten Staaten vorgeworfen, keine grundsĂ€tzliche Reue ĂŒber den Irak-Krieg gezeigt zu haben.

Auch die Trump-Regierung kritisiert Bushs Vorgehen, obwohl sie selbst Ende Februar militĂ€rische Angriffe gegen den Iran anordnete. Trump ließ vor lĂ€ngerer Zeit auf dem GelĂ€nde des Weißen Hauses eine neue PrĂ€sidentengalerie mit Plaketten anbringen. Unter dem Konterfei von Bush heißt es, die Kriege gegen den Irak und Afghanistan «hĂ€tten nicht stattfinden dĂŒrfen».

 

Zuspruch fĂŒr «Dubya» fĂŒr sein Handeln nach 9/11

Doch es gibt auch die andere Seite der Bush-Ära, die als positiv wahrgenommen wird. Vielleicht war das einer seiner grĂ¶ĂŸten Momente: Bushs PrĂ€senz nach dem Terroranschlag auf das World Trade Center am 11. September 2001. «Dubya» - sein Spitzname in Anlehnung an die Aussprache des W. in seinem Namen - stand mit einem Megafon auf den TrĂŒmmern der ZwillingstĂŒrme in New York und sprach RettungskrĂ€ften, die unermĂŒdlich nach Überlebenden suchten, Mut zu. Sein Bestreben, die Nation wieder aufzubauen, brachte ihm ĂŒber Parteigrenzen hinweg Respekt ein.

FĂŒr das Miller Center an der Uni von Virginia, das sich mit der Geschichte der amerikanischen PrĂ€sidenten beschĂ€ftigt, fasste der Wissenschaftler Gary L. Gregg II zusammen: Bushs FĂŒhrung in der Krise – einschließlich seiner Entscheidung, noch in der Nacht der AnschlĂ€ge ins Weiße Haus zurĂŒckzukehren, anstatt sich in einem sicheren Bunker an einem anderen Ort zu verschanzen – habe der amerikanischen Bevölkerung das Vertrauen gegeben, dass jemand die Kontrolle hatte. In der Folge sei er zwischenzeitlich der populĂ€rste US-PrĂ€sident in der Geschichte der Meinungsumfragen gewesen.

Republikaner Bush, einst Gouverneur von Texas, war mit 54 Jahren ins Weiße Haus eingezogen, nachdem er sich in einer Wahl samt chaotischer NachzĂ€hlungen gegen Al Gore durchgesetzt hatte. 2004 gewann er gegen John Kerry. Der Name Bush war den Amerikanern bereits bekannt: Bush Vater ist George H.W. Bush (1924 - 2018) - er war der 41. PrĂ€sident der Vereinigten Staaten.

Historiker: letzter Vertreter des klassischen republikanischen Establishments

Trumps Regierungsstil fĂŒhrt aus Sicht des Historikers Christof Mauch dazu, dass Bush in einem neuen Licht wahrgenommen wird. «Bush steht heute fĂŒr den letzten Vertreter eines klassischen republikanischen Establishments, das ideologisch konservativ war, seine Konflikte aber - vor der populistischen Transformation - noch innerhalb der institutionellen Ordnung austrug.» Republikaner Trump dagegen stellt regelmĂ€ĂŸig Richter, Medien und Institutionen infrage. Die Wahl seines VorgĂ€ngers Joe Biden zweifelt er an.Allerdings fĂŒhre Trump nicht dazu, dass Bush mit Blick auf den Irak-Krieg «rehabilitiert» werde, heißt es von Mauch weiter.

Der Historiker hebt außerdem hervor, dass Bush ein PrĂ€sident einer politischen Epoche gewesen sei, in der politische Gegner als Gegner und nicht als «Feinde» des Systems galten. Trump habe diese Grenze verwischt und einen Prozess der demokratischen Erosion vorangetrieben.

Dass Bush, der Trump öffentlich nicht unterstĂŒtzte, mit Demokraten anders umgeht, sieht man am Beispiel von Barack Obama, der auf ihn als PrĂ€sident folgte. Sie hĂ€tten erbitterte Gegner werden können. Doch mit den Obamas versteht sich Bush gut. Erst jĂŒngst war er mit seiner Ehefrau und ehemaligen First Lady Laura bei der Eröffnung eines Zentrums in Chicago, das Obamas Wirken wĂŒrdigt.

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