PrÀsidentenwahl in Litauen - Nauseda klarer Favorit
12.05.2024 - 19:52:20Ăberschattet von Russlands Krieg gegen die Ukraine hat Litauen am Sonntag in einer Direktwahl ein neues Staatsoberhaupt gewĂ€hlt. Als klarer Favorit ging der 59 Jahre alte Amtsinhaber Gitanas Nauseda in das Rennen um das höchste Staatsamt des baltischen EU- und Nato-Landes, das an die russische Ostsee-Exklave Kaliningrad und an Russlands VerbĂŒndeten Belarus grenzt. Gegen den parteilosen Politiker traten sieben Kandidaten an. Mit aussagekrĂ€ftigen Ergebnissen wurde in der Nacht zum Montag gerechnet. Erreicht kein Kandidat die absolute Mehrheit, gehen die beiden Bestplatzierten am 26. Mai in eine Stichwahl.Â
Bis zur SchlieĂung der Wahllokale hatten nach Angaben der Wahlkommission in Vilnius ĂŒber 59 Prozent der fast 2,4 Millionen Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Dies sei die höchste Beteiligung in der ersten Runde der PrĂ€sidentenwahl seit 1997.
Nauseda: Entschlossener UnterstĂŒtzer der Ukraine
Nauseda ist ein entschlossener UnterstĂŒtzer der von Russland angegriffenen Ukraine. International profilierte er sich zudem als engagierter Vertreter der Interessen seines Heimatlandes, das durch seine Lage an der Nato-Ostflanke in der geopolitischen Konfrontation mit Russland besonders exponiert ist. Deutschland will deshalb eine gefechtsbereite Brigade mit bis zu 5000 deutsche Soldaten dauerhaft in dem Baltenstaat zu stationieren.
Nach seiner Stimmabgabe in der Hauptstadt Vilnius sagte Nauseda, er habe «fĂŒr StabilitĂ€t, VerlĂ€sslichkeit und KontinuitĂ€t» gestimmt. Bei Umfragen vor der Wahl lag der parteilose Politiker klar vor seinen Mitbewerbern, unter denen mit Regierungschefin Ingrida Simonyte nur eine Frau ist. Dennoch dĂŒrfte er voraussichtlich nicht bereits im ersten Wahlgang eine absolute Mehrheit erzielen.Â
Nach Ansicht von Nausedas AmtsvorgĂ€ngerin Dalia Grybauskaite werden die gegenwĂ€rtigen geopolitischen Herausforderungen das Leitmotiv fĂŒr die fĂŒnfjĂ€hrige Amtszeit des kommenden PrĂ€sidenten bleiben: Sicherheit fĂŒr Litauen, die Region und Europa sowie Schutz und Verteidigung der Demokratie. Zeitgleich mit der PrĂ€sidentenwahl fand ein Referendum zur EinfĂŒhrung der doppelten StaatsbĂŒrgerschaft statt.


