Golf-Treffen zur Straße von Hormus in Oman kurzfristig verschoben
Veröffentlicht am: 13.09.2026 um 22:46 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Ein für diesen Montag im omanischen Salalah geplantes Außenministertreffen von Staaten am Persischen Golf zur Straße von Hormus ist kurzfristig verschoben worden.
Oman begründet Absage mit Konsenssuche
Der omanische Außenminister Badr al-Busaidi teilte nach Angaben aus Maskat auf der Plattform X mit, das regionale Treffen werde „im Interesse des Konsenses“ verschoben. Zu konkreten Gründen und einem neuen Termin machte er keine weiteren Angaben. Ein Vertreter des iranischen Außenministeriums erklärte, Teheran und Maskat hätten auf Wunsch einiger Länder der Region gemeinsam entschieden, das Gipfeltreffen abzusetzen.
Geplante Vereinbarung von Iran und Oman
Nach Berichten sollte bei der Zusammenkunft eine Vereinbarung vorgestellt werden, mit der Iran und Oman den festgefahrenen Konflikt über die Straße von Hormus entschärfen wollten. Die übrigen Golfstaaten waren demnach eingeladen, um über die Einzelheiten dieser Vereinbarung informiert zu werden.
Bahrain kündigt Boykott an
Bereits im Vorfeld hatte der Inselstaat Bahrain angekündigt, das Treffen zu boykottieren. Bahrain war im Krieg massiven iranischen Raketenangriffen ausgesetzt, was die Spannungen zusätzlich erhöht. Hinweise auf weitere Vorbehalte unter den geladenen Staaten gab es auch mit Blick auf die Vereinigten Arabischen Emirate, die statt des Außenministers lediglich einen Staatssekretär entsenden wollten.
Konflikt um zentrale Energie- und Handelsroute
Die Straße von Hormus ist im Iran-Krieg zu einem zentralen Streitpunkt zwischen Teheran und Washington geworden. Vor Ausbruch des Krieges lief rund ein Fünftel der weltweiten Ölversorgung durch die Meerenge, zudem werden über diese Route Flüssiggas und Düngemittel aus den Golfstaaten exportiert. Einschränkungen in der Passage belasten die Weltwirtschaft und setzen den damaligen US-Präsidenten Donald Trump unter zusätzlichen Druck.
Schlüsselrolle des Oman im Golfkonflikt
Die Verschiebung des Außenministertreffens in Salalah unterstreicht die heikle Rolle des Oman als Vermittler zwischen Iran und den arabischen Golfstaaten. Oman pflegt traditionell Kontakte sowohl zu Teheran als auch zu westlichen Staaten und versucht häufig, Spannungen im Golf diplomatisch abzufedern. Dass gerade Maskat Gastgeber eines Treffens zur Straße von Hormus sein sollte, zeigt die Bedeutung des Landes als Brückenbauer in einer Region, in der sicherheitspolitische und wirtschaftliche Interessen eng miteinander verflochten sind.
Strategische Bedeutung der Straße von Hormus
Die Straße von Hormus gehört zu den wichtigsten Seewegen der Welt. Über die Meerenge wurden vor dem Krieg erhebliche Teile der globalen Ölversorgung sowie Flüssiggas und Düngemittel aus den Golfstaaten verschifft. Jede Störung dieser Route wirkt sich auf Energiepreise, Lieferketten und damit auf die Weltwirtschaft aus. Der Konflikt zwischen Teheran und Washington über Sicherheit und Kontrolle der Passage ist deshalb nicht nur ein regionales, sondern ein globales Thema. Die im Oman vorbereitete Vereinbarung sollte einen Ausweg aus dem festgefahrenen Streit bieten und zumindest einen Rahmen für mehr Planbarkeit und Risikoreduktion schaffen.
Regionale Spannungen und begrenzter Handlungsspielraum
Der angekündigte Boykott Bahrains und die Zurückhaltung anderer Staaten, die nur Vertreter niedrigerer Ebene nach Salalah entsenden wollten, machen deutlich, wie tief das Misstrauen innerhalb der Region sitzt. Staaten, die im Krieg unter iranischem Beschuss standen oder sich eng an die USA anlehnen, sind offenbar skeptisch gegenüber einer Lösung, die stark von Iran und Oman geprägt ist. Die Verschiebung des Treffens zeigt den begrenzten Handlungsspielraum regionaler Diplomatie: Ohne breiten Konsens lassen sich Sicherheitsfragen an der Straße von Hormus kaum dauerhaft regeln, dennoch bleibt der Druck hoch, eine stabile Lösung zu finden, um weitere wirtschaftliche und sicherheitspolitische Verwerfungen zu vermeiden.
