Grönland stimmt mit 16 Ja-Stimmen fĂŒr US-Sicherheitsabkommen
Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 18:30 Uhr | dpa, AD HOC NEWSAbstimmung in Nuuk schafft nÀchste Etappe
- Das grönlÀndische Parlament stimmte am Dienstag dem Sicherheits- und Verteidigungsabkommen mit den USA zu.
- 16 Abgeordnete votierten dafĂŒr, sieben enthielten sich, Gegenstimmen gab es nicht.
- Das dĂ€nische Parlament soll am 19. November ĂŒber die Vereinbarung abstimmen.
Grönland stimmt Sicherheitsabkommen mit den USA zu
Das grönlÀndische Parlament hat einem neuen Sicherheits- und Verteidigungsabkommen mit den USA zugestimmt. Die Vereinbarung kann nach dem Votum in Nuuk jedoch erst nach der Zustimmung des dÀnischen Parlaments in Kraft treten.
16 Abgeordnete stimmen fĂŒr Vereinbarung
Bei der Abstimmung am Dienstag votierten 16 Abgeordnete fĂŒr das Abkommen, sieben enthielten sich. Gegenstimmen gab es nicht.
Unterzeichnet worden war die Vereinbarung im September am Rande der UN-Generalversammlung in New York von US-PrÀsident Donald Trump, der dÀnischen MinisterprÀsidentin Mette Frederiksen und dem grönlÀndischen Regierungschef Jens-Frederik Nielsen.
DĂ€nisches Votum fĂŒr den 19. November geplant
In Kopenhagen ist die Abstimmung ĂŒber das Abkommen fĂŒr den 19. November angesetzt. Sobald die USA auf diplomatischem Weg ĂŒber die Ergebnisse beider Abstimmungen informiert sind, kann die Vereinbarung endgĂŒltig in Kraft treten.
Mehr Spielraum fĂŒr US-StreitkrĂ€fte
Das Abkommen modernisiert und ergÀnzt den bereits seit 1951 bestehenden Verteidigungsvertrag zwischen DÀnemark und den USA. Die SouverÀnitÀt Grönlands soll dabei unangetastet bleiben.
Die USA dĂŒrfen die Pituffik Space Base im Nordwesten Grönlands modernisieren und ihre AktivitĂ€ten dort erweitern. AuĂerdem sieht die Vereinbarung vor, dass zunĂ€chst zwei weitere Verteidigungsstandorte aufgebaut werden können.
Regeln gegen Einfluss von auĂen
DĂ€nemark und Grönland rĂ€umen den US-StreitkrĂ€ften groĂe Bewegungsfreiheit auf und um die Arktisinsel ein. Zugleich soll kein Nicht-Nato-Staat ohne die Genehmigung aller drei Parteien MilitĂ€ranlagen in Grönland errichten dĂŒrfen.
Auch Investitionen aus Staaten, die weder Nato-Mitglieder oder Nato-Partner noch EU-Mitglieder sind, werden durch den Deal begrenzt. Damit soll insbesondere der Einfluss Chinas und Russlands in der Region eingedÀmmt werden.
Das Abkommen fĂŒgt sich in die wachsende sicherheitspolitische Bedeutung Grönlands und der Arktis ein. Die Insel liegt zwischen Nordamerika und Europa und ist fĂŒr FrĂŒhwarnsysteme, Raketenabwehr, Schifffahrtswege und die Ăberwachung des nordatlantischen Raums strategisch relevant.
Mit der Zustimmung des grönlĂ€ndischen Parlaments erhĂ€lt die Vereinbarung eine wichtige politische Grundlage. Entscheidend bleibt jedoch das noch ausstehende Votum im dĂ€nischen Parlament am 19. November. Erst danach kann das Verfahren abgeschlossen werden. Die Konstruktion zeigt zugleich die besondere staatsrechtliche Rolle Grönlands: Die Insel verfĂŒgt ĂŒber weitreichende Selbstverwaltung, wĂ€hrend DĂ€nemark weiterhin fĂŒr zentrale Bereiche wie die AuĂen- und Sicherheitspolitik zustĂ€ndig ist.
MilitÀrische PrÀsenz und geopolitischer Wettbewerb
Praktisch dĂŒrfte die Vereinbarung vor allem die US-Nutzung bestehender und möglicher kĂŒnftiger Verteidigungsstandorte erleichtern. Die Modernisierung der Pituffik Space Base könnte die Ăberwachung des hohen Nordens und die Raketenabwehr stĂ€rken. ZusĂ€tzliche Standorte wĂŒrden den USA mehr Möglichkeiten geben, AktivitĂ€ten in der Region zu beobachten und auf Entwicklungen schneller zu reagieren.
FĂŒr Grönland und DĂ€nemark verbindet sich damit ein sicherheitspolitischer Nutzen mit der Notwendigkeit, die eigene SouverĂ€nitĂ€t sichtbar zu wahren. Die ausdrĂŒcklichen BeschrĂ€nkungen fĂŒr nicht der Nato oder der EU nahestehende Staaten zielen zugleich auf den wachsenden Wettbewerb mit China und Russland um Einfluss, Infrastruktur und Investitionen in der Arktis. FĂŒr die Bevölkerung wird deshalb neben der militĂ€rischen Absicherung besonders relevant sein, wie transparent die kĂŒnftige Nutzung der Standorte geregelt wird und welche politischen oder wirtschaftlichen Vorteile daraus entstehen.
