Harley-Davidson-Chef, DiversitÀt

Harley-Davidson-Chef: DiversitĂ€t ĂŒber Quoten der falsche Weg

13.09.2024 - 18:08:35

Harley-Davidson-Chef Jochen Zeitz wehrt sich gegen die Kritik, er habe die DiversitÀts- und Nachhaltigkeitsziele des Motorradherstellers kassiert und sei damit vor ultrarechten Influencern eingeknickt.

Nicht alle Richtlinien des Unternehmens zu DiversitĂ€t, Gleichstellung und Inklusion seien klug gewesen, sagte Zeitz dem "Spiegel". Der Konzern habe sie schon lĂ€nger ĂŒberprĂŒft, die meisten seien bereits von seinen VorgĂ€ngern eingefĂŒhrt worden "und haben nur begrenzt funktioniert". Er glaube zum Beispiel nicht an den Sinn strikter Vorgaben bei der Auswahl von Mitarbeitern oder GeschĂ€ftspartnern. Seine VorgĂ€nger bei Harley-Davidson hatten beispielsweise festgelegt, dass ein bestimmter Anteil der Ausgaben an Zulieferer gehen soll, die speziellen DiversitĂ€tskriterien entsprechen.

"Ein Zwang ĂŒber Quoten ist nicht der richtige Weg", sagte Zeitz. Auch rechtfertigte Zeitz sich dafĂŒr, dass sich Harley-Davidson beim Sponsoring kĂŒnftig wieder auf seine Stammkundschaft sowie Ersthelfer, Soldaten und Veteranen beschrĂ€nken will. "Wir konzentrieren uns auf das Wachstum des Motorradsports", sagte Zeitz. "Und das schließt alle Kunden mit ein." Die Harley-Davidson-Community sei vielfĂ€ltig. Zeitz spricht von einer Kundschaft, die "reprĂ€sentativ fĂŒr die US-amerikanische Gesellschaft" sei, allerdings "branchentypisch eher mĂ€nnlich". Noch immer sehe er sich als Vorreiter der Nachhaltigkeit, sagte Zeitz, wie frĂŒher als Puma-Chef, aber "im Kontext von Umwelt und Natur". Das sei immer sein Fokus gewesen, und der gelte bis heute. Ende Juli hatte der ultrakonservative Influencer Robby Starbuck in einem Videoclip auf der Plattform X zur viralen Attacke aufgerufen: "Es ist Zeit, dass Harley-Davidson bloßgestellt wird." Unter Zeitz sei die Marke "total woke" geworden. Das Unternehmen arbeite daran, weniger "weiße Zulieferer, HĂ€ndler und Mitarbeiter zu haben". Zeitz sei "Klimaaktivist" und "VerbĂŒndeter" der Schwulen-, Lesben- und Transgender-Bewegung, so Starbuck. Mitte August teilte Harley-Davidson mit, der Konzern ĂŒberprĂŒfe sĂ€mtliche SponsorenvertrĂ€ge und Organisationen, mit denen er kooperiere. Außerdem lasse sich der Motorradhersteller nicht mehr von der "Human Rights Campaign" kontrollieren, die sich fĂŒr einen guten Umgang mit schwulen, lesbischen, bisexuellen oder trans Mitarbeitern einsetzt. Eine eigene Abteilung fĂŒr DiversitĂ€t und Inklusion betreibe das Unternehmen bereits seit April nicht mehr.

@ dts-nachrichtenagentur.de