Hegseth: Zur Not auch Marineinfanteristen in Los Angeles
08.06.2025 - 10:19:43 | dpa.de
Angesichts der teils von Gewalt ĂŒberschatteten Proteste in Los Angeles gegen die Abschiebepolitik der Regierung erwĂ€gt US-Verteidigungsminister Pete Hegseth notfalls auch den Einsatz von Marineinfanteristen. «Sie sind in hoher Alarmbereitschaft», schrieb er auf der Plattform X ĂŒber in Kalifornien stationierte Einheiten der StreitkrĂ€fte. Zuvor hatte US-PrĂ€sident Donald Trump den Einsatz von mindestens 2.000 Soldatinnen und Soldaten der Nationalgarde befohlen, um die Lage unter Kontrolle zu bringen.Â
Kaliforniens demokratischer Gouverneur Gavin Newsom kritisierte sowohl Trump als auch Hegseth und zeigte sich entsetzt: Der Verteidigungsminister drohe damit, Soldaten «auf amerikanischem Boden gegen die eigenen BĂŒrger einzusetzen», schrieb er auf X. «Das ist geistesgestörtes Verhalten.»Â
Die am Freitag ausgebrochenen und vereinzelt auch gewaltsamen Proteste in Los Angeles' Stadtteil Paramount richten sich gegen die SicherheitskrĂ€fte der US-Einwanderungsbehörde ICE, die Migranten ohne gĂŒltige Papiere festgenommen hat, um sie abzuschieben. Manche Demonstranten bewarfen die SicherheitskrĂ€fte unter anderem mit Steinen. Das Trump unterstellte US-Heimatschutzministerium sprach von einer massiven Eskalation. Demnach griffen rund 1.000 Demonstranten ICE-Beamte an. Die örtliche Polizei sei erst nach zwei Stunden eingeschritten, kritisierte das Ministerium.
Die Nationalgarde ist eine militĂ€rische Reserveeinheit und Teil der US-StreitkrĂ€fte. In den USA haben im Normalfall die Bundesstaaten die Kontrolle ĂŒber die Nationalgarde. Deren Einsatz auf Befehl des PrĂ€sidenten gegen den Willen des Bundesstaats stellt eine massive Eskalation dar. Eine Mobilmachung des regulĂ€ren MilitĂ€rs im Inneren - wie von Hegseth angedroht - wĂ€re ein noch gröĂerer Tabubruch.
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