Lage der Menschen im Sudan wird immer katastrophaler
16.06.2023 - 14:50:15 | dpa.de
Nach dem Ausbruch der KĂ€mpfe im Sudan wird die Lage fĂŒr die Menschen immer katastrophaler. Fast 25 Millionen Menschen brauchten humanitĂ€re Hilfe, berichtete eine Sprecherin der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf. Vier Millionen Kinder und schwangere oder stillende MĂŒtter seien akut unterernĂ€hrt.
Das WelternĂ€hrungsprogramm (WFP) versucht, in den kommenden Monaten mindestens 5,9 Millionen Menschen zu versorgen, braucht aber dringend mehr Geld, wie ein Sprecher sagte. Das WFP sei besorgt um die nĂ€chste Ernte. Eigentlich beginne im Juni die Aussaat von Sorghum, einer der wichtigsten Getreidearten im Sudan. Abgesehen von der Sicherheitslage seien die Preise fĂŒr Samen und DĂŒngemittel in die Höhe geschossen.
Rund 2,2 Millionen Menschen seien durch die KĂ€mpfe vertrieben worden, sagte die WHO-Sprecherin. Davon seien 528.000 in die NachbarlĂ€nder geflohen. Unter anderem hĂ€tten gut 200.000 Ăgypten erreicht, rund 150.000 den Tschad und 110.000 SĂŒdsudan. Schon vor Ausbruch der KĂ€mpfe im April gab es 3,7 Millionen Vertriebene im Land.
Zu wenig Trinkwasser
In der Hauptstadt sei nur noch jede fĂŒnfte Klinik oder Praxis voll im Einsatz, berichtete die WHO-Sprecherin. Der drohende Beschuss hindere PflegekrĂ€fte und Patienten daran, Kliniken zu erreichen. Die WHO fĂŒrchtet KrankheitsausbrĂŒche, weil es zu wenig Trinkwasser gibt und Menschen in ihrer Not ungefiltertes Wasser aus FlĂŒssen trinken. Sie fĂŒrchtet auch zusĂ€tzliche FĂ€lle von Malaria und Dengue-Fieber, weil EinsĂ€tze gegen die Ausbreitung von MĂŒcken eingestellt worden sind.
Die WHO nannte unter Bezug auf das sudanesische Gesundheitsministerium 1073 TodesfÀlle und 11.704 Verletzungen aufgrund der KÀmpfe bis zum 14. Juni. Weil vielerorts kaum Informationen gesammelt werden können, gehen die UN-Organisationen aber davon aus, dass die wahren Zahlen deutlich höher liegen.
Im Sudan ist Mitte April ein Machtkampf zwischen dem PrÀsidenten und dem VizeprÀsidenten ausgebrochen. Die Armee kÀmpft gegen Milizen des VizeprÀsidenten.
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