Welt, Abschied

Welt nimmt Abschied von Franziskus - «Die Herzen berĂŒhrt»

26.04.2025 - 13:10:53

Hunderttausende GlÀubige und Besucher sowie StaatsgÀste aus aller Welt erweisen Papst Franziskus auf dem Petersplatz die letzte Ehre. Die Predigt ist emotional. Danach geht es auf die letzte Reise.

  • Hunderttausende Menschen nehmen Abschied von Papst Franziskus. - Foto: Lorena SopĂȘna/EUROPA PRESS/dpa

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  • Auch US-PrĂ€sident Donald Trump ist mit seiner Frau Melania angereist. - Foto: Andrew Medichini/AP/dpa

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  • Der ukrainische PrĂ€sident Selenskyj kam wenige Momente nach US-PrĂ€sident Trump auf den Petersplatz. - Foto: Markus Schreiber/AP/dpa

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  • Ein Blick ĂŒber den Petersplatz wĂ€hrend der Trauerfeier fĂŒr Papst Franziskus. - Foto: Michael Kappeler/dpa

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Hunderttausende Menschen nehmen Abschied von Papst Franziskus. - Foto: Lorena SopĂȘna/EUROPA PRESS/dpaAuch US-PrĂ€sident Donald Trump ist mit seiner Frau Melania angereist. - Foto: Andrew Medichini/AP/dpaDer ukrainische PrĂ€sident Selenskyj kam wenige Momente nach US-PrĂ€sident Trump auf den Petersplatz. - Foto: Markus Schreiber/AP/dpaEin Blick ĂŒber den Petersplatz wĂ€hrend der Trauerfeier fĂŒr Papst Franziskus. - Foto: Michael Kappeler/dpa

Am Ende einer emotionalen Trauerfeier wird der Sarg von Papst Franziskus auf dem Petersplatz noch einmal leicht aufgerichtet. Der Pontifex soll - nach liturgischem Ritus - ein letztes Mal auf die Stadt Rom blicken können.

Hunderte StaatsgĂ€ste, Hunderttausende Menschen in der Ewigen Stadt und Millionen weltweit haben Abschied genommen vom Oberhaupt der katholischen Kirche. «Er hat die Herzen berĂŒhrt», predigte Kardinal Giovanni Battista Re, der das etwas mehr als zwei Stunden lange Requiem auf dem Petersplatz leitete.

Neben der Polit-Prominenz, Monarchen, mehr als 200 KardinĂ€len und gut 4.000 anderen Geistlichen versammelten sich rund 250.000 Menschen dicht gedrĂ€ngt auf dem Vorplatz der mĂ€chtigen Basilika und in den umliegenden Straßen. Sie erwiesen Franziskus die letzte Ehre, nachdem dieser am Ostermontag im Alter von 88 Jahren gestorben war. Gegen 5.30 Uhr wurden die ersten Menschen auf den Petersplatz gelassen, der schon vor Beginn der Messe voll war.

Subtiler Appell in Predigt an Trump und Co.

Als einen Papst mit «mit großer menschlicher WĂ€rme und zutiefst empfindsam» beschrieb Kardinal Re den Verstorbenen. In einer emotionalen Predigt erzĂ€hlte der Kirchenmann vom Wirken Franziskus', von dessen Einsatz fĂŒr die Armen und Schwachen, fĂŒr den Frieden sowie gegen Ungerechtigkeit und Krieg.

Dies konnte als subtiler Appell verstanden werden in Richtung der MĂ€chtigen dieser Welt. Einige von ihnen waren auf dem Petersplatz bei dem Requiem dabei, etwa US-PrĂ€sident Donald Trump, der in der ersten Reihe ganz in der NĂ€he von Frankreichs PrĂ€sident Emmanuel Macron saß.

Ein paar PlÀtze weiter nahm der ukrainische PrÀsident Wolodymyr Selenskyj Platz, dessen Land sich seit drei Jahren gegen den russischen Angriffskrieg verteidigt. Trump, Selenskyj und andere Politiker hatten sich im Petersdom zu kurzen GesprÀchen getroffen, ehe die Trauerfeier begann.

Ausnahmezustand in Rom

Die hunderten Politiker aus mehr als 160 Delegationen sorgten in Rom fĂŒr einen Ausnahmezustand. Vor allem wegen Trump, der am spĂ€ten Freitagabend mit seiner Frau Melania in der Air Force One auf dem Flughafen Fiumicino landete, herrschten extreme Sicherheitsvorkehrungen.

Etliche Straßen waren gesperrt. Rund 10.000 EinsatzkrĂ€fte wurden aufgeboten, um einen reibungslosen Ablauf der Großveranstaltung zu gewĂ€hrleisten. Über der Stadt kreisten Helikopter. Das gesamte Gebiet rund um den Vatikan wird strengstens bewacht. ScharfschĂŒtzen, Hundestaffeln, Patrouillen auf dem Fluss Tiber, Polizisten und Soldaten mit Anti-Drohnen-Technologie und andere Spezialeinheiten waren im Einsatz. Das italienische Heer war zudem mit Kampfjets in Bereitschaft.

Die vielen StaatsgĂ€ste nahmen seitlich des Altars Platz. Ganz vorne saß PrĂ€sident Javier Milei aus Franziskus' Heimatland Argentinien. Daneben waren die Italiener mit PrĂ€sident Sergio Mattarella und MinisterprĂ€sidentin Giorgia Meloni. Aus Deutschland waren unter anderem BundesprĂ€sident Frank-Walter Steinmeier und der geschĂ€ftsfĂŒhrende Kanzler Olaf Scholz angereist. Viele internationale Politiker nutzten die Trauerfeier dafĂŒr, um - zumindest kurz - miteinander zu sprechen.

Hunderttausende Menschen wohnen Messe bei

Dem Requiem wohnte bei strahlendem Sonnenschein und frĂŒhlingshaften Temperaturen eine Schar an Menschen bei. Als der Petersplatz voll war, reihten sich die Leute auch in der zum Dom fĂŒhrenden Via della Conciliazione auf. Auf der etwa 500 Meter langen Prachtstraße und bis hin zur Engelsburg am Tiber verfolgten sie ĂŒber riesige Monitore die Trauerfeier. An mehreren Orten der Stadt waren LeinwĂ€nde aufgebaut.

Sehr viele eigens eingesetzte SanitĂ€ter sorgten dafĂŒr, dass Menschen geholfen wurde, die zu lange in der Sonne standen oder denen schlecht wurde. Die Trauerfeier dauerte etwas mehr als zwei Stunden.

Trauerzug durch Rom mit Sarg im Papamobil

Danach wurde der Sarg des Papstes auf ein offenes Papamobil gelegt, das Franziskus auf seine letzte irdische Reise brachte. Auf den abgesperrten Straßen fuhr der Konvoi zunĂ€chst ĂŒber den Tiber, dann durch das historische Zentrum Roms, ĂŒber die Piazza Venezia, vorbei am Forum Romanum und dem wohl bekanntesten Wahrzeichen der Stadt, dem Kolosseum. Schließlich erreichte der Sarg nach etwas weniger als einer halben Stunde die Lieblingskirche von Franziskus.

Einen solchen Trauerzug hat auch die Ewige Stadt schon lange nicht mehr gesehen. Als erster Papst seit mehr als 120 Jahren wird Franziskus nicht im Petersdom in den vatikanischen Grotten begraben, wie noch seine VorgĂ€nger Johannes Paul II. und Benedikt XVI. Nur sieben seiner VorgĂ€nger liegen in Santa Maria Maggiore, zuletzt wurde Clemens IX. dort beigesetzt – im Jahr 1669.

Letzte RuhestĂ€tte außerhalb des Vatikans

In Santa Maria Maggiore war die Beisetzung in verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig kleinem und nicht-öffentlichem Rahmen geplant: mit KardinĂ€len, aber auch mit Franziskus' engen Mitarbeitern und seinem persönlichen Krankenpfleger.

Auf Wunsch des Papstes sollen auch einige Arme und Obdachlose dabei sein, die sich von Franziskus verabschieden können. Der Pontifex, der am 17. Dezember 1936 als Jorge Mario Bergoglio in Buenos Aires geboren wurde, hatte sich zu Lebzeiten stets fĂŒr die AbgehĂ€ngten und Ausgestoßenen der Gesellschaft eingesetzt.

In einem SchriftstĂŒck, das nach katholischem Ritus in seinen Sarg gelegt wurde, steht: «Franziskus hinterließ allen ein bewundernswertes Zeugnis der Menschlichkeit, der heiligen LebensfĂŒhrung und der universalen Vaterschaft.»

@ dpa.de