Huthi greifen Flughafen in Riad erneut mit Rakete an
Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 15:56 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Die Huthi-Miliz hat nach eigenen Angaben erneut eine ballistische Rakete auf den Flughafen King Chalid in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad abgefeuert.
Mehrere Geschosse abgefangen
Der Militärsprecher der Huthi, Jahja Sari, reklamierte den Angriff für die Miliz. Nach Angaben Saudi-Arabiens wurden zwei auf Riad gerichtete Raketen sowie eine weitere auf Chamis Muschait im Südwesten des Landes abgefangen, wie der Sprecher des von Saudi-Arabien angeführten Militärbündnisses, Turki al-Maliki, mitteilte.
Augenzeugen berichteten von vier aufeinanderfolgenden Explosionen in Riad. Der saudische Zivilschutz meldete Sachschäden an einem Kindergarten und einem Klinikkomplex durch herabfallende Trümmerteile. Aus Flughafenkreisen hieß es, Trümmer abgefangener Raketen seien auf ein Terminalgebäude gefallen.
Huthi drohen mit Angriffen auf Ölanlagen
Die vom Iran unterstützten Huthi warnten, sämtliche Ölanlagen Saudi-Arabiens könnten zu Zielen werden. In der Vergangenheit hatte die Miliz bereits Angriffe auf Anlagen des staatlichen Ölkonzerns Aramco für sich beansprucht.
Zudem riefen die Huthi Fluggesellschaften erneut dazu auf, Flüge nach Saudi-Arabien einzustellen. Ausgenommen seien die Gebiete über den heiligen Städten Mekka und Medina.
Drei Tote bei vorherigen Angriffen
Saudi-Arabien macht die Huthi wiederholt für Angriffe auf zivile Ziele verantwortlich und fliegt seinerseits Luftangriffe auf Stellungen der Miliz im Jemen. Nach Angaben der saudischen Luftfahrtbehörden waren bereits am Dienstag und Mittwoch die Flughäfen von Riad und Abha angegriffen worden. Dabei seien insgesamt drei Menschen getötet worden; die Huthi reklamierten beide Angriffe für sich.
Angriffe auf Hudaida gemeldet
Unterdessen berichtete der Huthi-nahe Fernsehsender Al-Masirah von saudischen Luftangriffen auf den Flughafen der westjemenitischen Hafenstadt Hudaida und weitere Gebiete. Bewohner berichteten von heftigen Explosionen und Rauchwolken in Hafennähe. Eine Stellungnahme Saudi-Arabiens lag zunächst nicht vor.
Der Bürgerkrieg im Jemen war im Sommer im Zuge des Iran-Krieges erneut aufgeflammt. Seitdem kämpfen die Huthi wieder gegen die von Saudi-Arabien unterstützte international anerkannte Regierung. Am Wochenende kündigte die jemenitische Regierung eine großangelegte Offensive zur Rückeroberung aller von den Huthi kontrollierten Gebiete an; zuletzt hatten die Huthi strategisch wichtige Gebiete gewonnen.
Neue Fronten im Jemen-Krieg
Die Angriffe fallen in eine Phase, in der der seit Jahren andauernde Jemen-Krieg erneut an Intensität gewinnt. Regierungstruppen und verbündete Kräfte haben eine Offensive zur Rückeroberung von Huthi-Gebieten angekündigt. Besonders wichtig ist die Region um die Meerenge Bab al-Mandab, die das Rote Meer mit dem Golf von Aden verbindet und für den internationalen Seehandel von großer Bedeutung ist.
Die Huthi kontrollieren weite Teile des Nordjemens einschließlich der Hauptstadt Sanaa und haben zuletzt ihre Positionen an der Westküste ausgebaut. Saudi-Arabien unterstützt die international anerkannte jemenitische Regierung militärisch. Damit ist jeder Raketen- oder Drohnenangriff auf saudisches Gebiet zugleich Teil des innerjemenitischen Machtkampfs und ein regionaler Konflikt mit iranischer Beteiligung.
Risiken für Verkehr und Energie
Für die Bevölkerung in Saudi-Arabien stehen neben der unmittelbaren Gefahr durch Geschosse auch Einschränkungen des Flugverkehrs und Schäden an ziviler Infrastruktur im Mittelpunkt. Die Huthi-Drohungen gegen Ölanlagen erhöhen zudem das Risiko für Energieversorgung, Exportwege und Preise. Bereits kleinere Störungen können an den Märkten erhebliche Reaktionen auslösen, weil die Region zentrale Transportwege für Öl und Waren bündelt.
Eine weitere Ausweitung würde außerdem den Druck auf Saudi-Arabien erhöhen, militärisch im Jemen vorzugehen. Das könnte die angekündigte Offensive verstärken und die Bemühungen um eine politische Lösung weiter zurückwerfen. Für Reisende und Unternehmen bleibt daher besonders relevant, ob Flughäfen, Lufträume und Schifffahrtsrouten dauerhaft beeinträchtigt werden.
