Huthi-Miliz, Saudi-Arabien

Huthi töten zwölf Menschen bei Angriff auf Flughafen Riad

Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 14:26 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Bei dem Angriff am Wochenende starben am Flughafen der saudischen Hauptstadt zwölf Menschen, mehr als 300 wurden verletzt. Der Vorfall verschärft den Konflikt zwischen Riad und der vom Iran unterstützten Miliz im Jemen.

  • Die Angriffe am Flughafen Riad - hier der dortige Vorfall am 10. Oktober - setzen Saudi-Arabien weiter unter Druck.  - Bild: Uncredited/Saudi Media Ministry via AP/dpa
    Die Angriffe am Flughafen Riad - hier der dortige Vorfall am 10. Oktober - setzen Saudi-Arabien weiter unter Druck. - Bild: Uncredited/Saudi Media Ministry via AP/dpa
  • Das Königreich bangt um sein Image als Standort für Geschäfte und Tourismus. (Archivbild) - Bild: Sebastian Gollnow/dpa
    Das Königreich bangt um sein Image als Standort für Geschäfte und Tourismus. (Archivbild) - Bild: Sebastian Gollnow/dpa
  • Die Huthi gelten heute als einer der stärksten nicht-staatlichen Akteure in Nahost. (Archivbild) - Bild: Osamah Abdulrahman/AP/dpa
    Die Huthi gelten heute als einer der stärksten nicht-staatlichen Akteure in Nahost. (Archivbild) - Bild: Osamah Abdulrahman/AP/dpa
  • US-Präsident Trump erwägt nun neue Angriffe im Jemen - wie schon 2024 und 2025. (Archivbild) - Bild: Mc3 Janae Chambers/U.S. Navy/Zuma Press/dpa
    US-Präsident Trump erwägt nun neue Angriffe im Jemen - wie schon 2024 und 2025. (Archivbild) - Bild: Mc3 Janae Chambers/U.S. Navy/Zuma Press/dpa
  • Der saudische Kronprinz bat Trump bisher vergeblich um mehr Unterstützung. (Archivbild) - Bild: Evan Vucci/AP/dpa
    Der saudische Kronprinz bat Trump bisher vergeblich um mehr Unterstützung. (Archivbild) - Bild: Evan Vucci/AP/dpa
Die Angriffe am Flughafen Riad - hier der dortige Vorfall am 10. Oktober - setzen Saudi-Arabien weiter unter Druck.  - Bild: Uncredited/Saudi Media Ministry via AP/dpa Das Königreich bangt um sein Image als Standort für Geschäfte und Tourismus. (Archivbild) - Bild: Sebastian Gollnow/dpa Die Huthi gelten heute als einer der stärksten nicht-staatlichen Akteure in Nahost. (Archivbild) - Bild: Osamah Abdulrahman/AP/dpa US-Präsident Trump erwägt nun neue Angriffe im Jemen - wie schon 2024 und 2025. (Archivbild) - Bild: Mc3 Janae Chambers/U.S. Navy/Zuma Press/dpa Der saudische Kronprinz bat Trump bisher vergeblich um mehr Unterstützung. (Archivbild) - Bild: Evan Vucci/AP/dpa

Folgen für Flughafen und Jemen-Krieg

  • Die Huthi-Miliz soll den Flughafen Riad am Wochenende angegriffen haben.
  • Bei der Attacke wurden zwölf Menschen getötet und mehr als 300 verletzt.
  • Saudi-Arabien unterstützt im Jemen die international anerkannte Regierung gegen die Huthi.

Mit dem tödlichen Angriff am Flughafen von Riad ist der seit Monaten laufende Krieg im Nahen Osten mit neuer Wucht im Machtzentrum Saudi-Arabiens angekommen.

Die Huthi kontrollieren große Gebiete

Die Huthi sind aus einer zaiditischen Strömung des schiitischen Islams hervorgegangen und entstanden in den 1990er Jahren. Nach der US-Invasion im Irak 2003 radikalisierten sie sich und begannen im verarmten Jemen mehrere Aufstände gegen die Regierung.

Der Aufstand ab 2014 entwickelte sich zum Bürgerkrieg. Die Huthi nahmen große Gebiete einschließlich der Hauptstadt Sanaa ein und eroberten zuletzt weitere Küstenabschnitte an der Meerenge Bab al-Mandab.

Miliz mit wachsendem Waffenarsenal

In den von ihnen beherrschten Gebieten, in denen schätzungsweise 70 Prozent der jemenitischen Bevölkerung leben, kontrollieren die Huthi das öffentliche Leben. Abweichler werden überwacht und festgenommen.

Seit den 2000er Jahren unterstützt der Iran die Huthi militärisch und finanziell. UN-Experten schätzten ihre Stärke Ende 2024 auf etwa 350.000 Kämpfer. Im Gaza-Krieg und im Iran-Krieg gewannen sie zusätzlichen Einfluss.

Riad und Sanaa als neue Front

Saudi-Arabien begann 2015 unter Führung des faktischen Herrschers Mohammed bin Salman mit Luftangriffen im Jemen, um die Huthi zurückzudrängen. Die Miliz griff daraufhin wiederholt saudische Flughäfen und Ölanlagen an.

Im Jemen galt ab 2022 eigentlich eine Waffenruhe. Nach dem Vormarsch der Huthi bis zur Meerenge Bab al-Mandab im September kam es jedoch erneut zu schweren Gefechten. Saudi-Arabien unterstützt dabei die international anerkannte Regierung.

Iran-Krieg verschärft den Konflikt

Die Entwicklung im Jemen ist eng mit dem Iran-Krieg und den Konflikten in Gaza, im Westjordanland, in Syrien, im Libanon und im Irak verbunden.

Saudi-Arabien bemüht sich deshalb um stärkere Unterstützung durch die USA und weitere Partner. Die Türkei und Pakistan aktivierten gemeinsam mit Riad den Mekka-Verteidigungspakt und wollen rasch Truppen im Königreich stationieren.

Militärische Antwort bleibt offen

US-Präsident Donald Trump erwägt nach eigener Aussage neue Angriffe im Jemen. Zugleich bleibt offen, ob Israel angesichts des Konflikts mit den Huthi und der für den 27. Oktober angesetzten Parlamentswahl erneut Ziele im Jemen angreifen wird.

Riad wird zum regionalen Brennpunkt

Der Angriff markiert eine Verschiebung des Konflikts: Die Huthi operieren nicht mehr nur im jemenitischen Bürgerkrieg, sondern treffen mit Raketen und Drohnen das politische und wirtschaftliche Zentrum Saudi-Arabiens. Dass der Flughafen als zivile Infrastruktur betroffen ist, erhöht den politischen Druck auf die saudische Führung und erschwert zugleich eine begrenzte Reaktion.

Für Saudi-Arabien stehen mehrere Interessen gleichzeitig auf dem Spiel. Das Königreich will den Jemen-Krieg eigentlich eindämmen, seine internationale Öffnung vorantreiben und ausländische Investitionen anziehen. Wiederholte Angriffe auf Flughäfen, Energieanlagen oder Verkehrswege können diese Ziele beeinträchtigen, ohne dass eine groß angelegte Bodenoffensive automatisch mehr Sicherheit schaffen würde.

Risiken für Handel und Diplomatie

Die strategische Bedeutung der Huthi ergibt sich auch aus ihrer Nähe zur Meerenge Bab al-Mandab. Eine Ausweitung der Kämpfe könnte den Schiffsverkehr und damit Lieferketten sowie Energiepreise belasten. Zugleich würde ein stärkeres militärisches Eingreifen externer Mächte den Konflikt über den Jemen hinaus vergrößern.

Für Reisende und Unternehmen ist kurzfristig vor allem mit Störungen im Flugverkehr und höherem Sicherheitsaufwand zu rechnen. Politisch dürfte Riad auf engere Unterstützung durch Partner drängen, während Washington abwägen muss, ob militärische Hilfe die Abschreckung stärkt oder die Huthi zu weiteren Angriffen auf saudische und internationale Ziele bewegt.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

tagesschau: „Angriffe auf Saudi-Arabien: Huthis drohen mit weiterer Eskalation“ (11.10.2026)

Der Bericht bestätige den schweren Angriff auf den Flughafen von Riad und die Verantwortung, die das von Saudi-Arabien angeführte Militärbündnis den Huthi zuschreibe. Er setze den Schwerpunkt auf neue Drohungen der Miliz, die Suche Riads nach Verbündeten sowie die Risiken für die Energie- und Handelssicherheit.

n-tv: „Ein Toter und Verletzte: Huthi greifen erneut saudische Flughäfen an“ (11.10.2026)

Der Artikel berichte über weitere Angriffe auf saudische Flughäfen und Energieanlagen am Folgetag und ordne sie als Fortsetzung der Eskalation ein. Anders als die dpa-Meldung richte er den Blick stärker auf die neuen Opfer, die Ziele der Folgeangriffe und eine mögliche militärische Beteiligung der USA.

Beide Berichte stellten die Ausweitung des Konflikts über den Jemen hinaus heraus. Offen bleibe, ob Saudi-Arabien und seine Partner mit begrenzten Gegenschlägen reagieren oder die Angriffe zu einer breiteren internationalen Militärkonfrontation führten.

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