Ilhan Omar: Bundesbeamte durchsuchen Haus vor Kongresswahl
Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 23:21 Uhr | dpa, AD HOC NEWSErmittlungen im Umfeld von Omar
- Bundesbeamte durchsuchten das Zuhause der Abgeordneten im Großraum Washington.
- Ein Sprecher des Justizministeriums bestätigte einen gerichtlich genehmigten Durchsuchungsbefehl.
- Die Maßnahme soll Teil einer laufenden strafrechtlichen Untersuchung auf Bundesebene sein.
Bundesbeamte haben das Zuhause der demokratischen US-Abgeordneten Ilhan Omar im Großraum Washington durchsucht.
Justizministerium nennt keine Details
Ein Sprecher des Justizministeriums erklärte, Beamte einer Abteilung des Heimatschutzministeriums hätten einen vom Justizministerium erwirkten und gerichtlich genehmigten Durchsuchungsbefehl vollstreckt.
Aus der Erklärung ging nach Angaben von NBC News nicht hervor, dass der Befehl mit Omar in Verbindung stand. Auch zur Art der Ermittlungen wurden keine weiteren Angaben gemacht.
Hinweise auf möglichen Betrugsfall
Nach Informationen, die Fox News von zwei mit den Ermittlungen vertrauten Personen erhalten habe, gehe es um eine strafrechtliche Untersuchung wegen mutmaßlichen Betrugs im Zusammenhang mit Omars Einwanderungsunterlagen. ABC News habe ähnliche Informationen erhalten.
Omar spricht von politischer Einschüchterung
Omar schrieb auf X, die Durchsuchung sei ein Versuch, politische Gegner ins Visier zu nehmen und Bundesbehörden als Waffe einzusetzen. Sie werde sich nicht zum Schweigen bringen lassen.
Führende Demokraten im Repräsentantenhaus, darunter Minderheitsführer Hakeem Jeffries, bezeichneten die Aktion als beunruhigend und warfen Fragen zur Instrumentalisierung der Bundesregierung gegen politische Gegner auf.
Trump weist Verantwortung zurück
US-Präsident Donald Trump sagte, Omar sei ein schrecklicher Mensch, erklärte aber zugleich, die Angelegenheit liege beim Justizministerium und er habe damit nichts zu tun.
Trump hat Omar wegen ihrer somalischen Wurzeln wiederholt angegriffen und ihr nahegelegt, in das ostafrikanische Land zurückzugehen, obwohl sie US-Bürgerin ist.
Durchsuchung kurz vor den Zwischenwahlen
Omar sitzt seit 2019 im US-Kongress und will bei der Kongresswahl in drei Wochen in ihrem Bezirk im Bundesstaat Minnesota erneut antreten.
NBC News verwies auf den ungewöhnlichen Zeitpunkt. Im Justizministerium gilt seit Langem die ungeschriebene Praxis, in den zwei Monaten vor einer Wahl bei Maßnahmen besondere Vorsicht walten zu lassen, die einem Kandidaten helfen oder schaden könnten. Verboten sind solche Schritte in diesem Zeitraum jedoch nicht.
Ermittlungen mit politischer Sprengkraft
Die Durchsuchung fällt in eine besonders sensible Phase: In drei Wochen stehen in den USA die Zwischenwahlen an, bei denen Ilhan Omar in ihrem Wahlbezirk in Minnesota erneut antreten will. Maßnahmen der Bundesjustiz kurz vor Wahlen können deshalb nicht nur juristische, sondern auch erhebliche politische Folgen haben.
Nach der dpa-Meldung ist der konkrete Inhalt des gerichtlichen Durchsuchungsbefehls nicht öffentlich bekannt. Fest steht lediglich, dass eine laufende strafrechtliche Untersuchung auf Bundesebene zugrunde liegen soll. Der von US-Medien genannte mögliche Zusammenhang mit Einwanderungsunterlagen und Betrugsvorwürfen ist damit als Ermittlungsrichtung beschrieben, nicht als erwiesene Schuld.
Wahlkampf und Vertrauen in Behörden
Omar gehört zu den bekanntesten linken Demokratinnen im Repräsentantenhaus und ist seit Jahren ein Ziel scharfer Angriffe Donald Trumps. Ihre Darstellung einer politischen Einschüchterung trifft deshalb auf einen bereits stark polarisierten politischen Konflikt.
Für die Öffentlichkeit stehen zwei Fragen im Mittelpunkt: Welche Vorwürfe werden tatsächlich untersucht, und nach welchen Regeln entscheidet das Justizministerium über Maßnahmen in unmittelbarer Nähe eines Wahltermins? Die Antworten dürften beeinflussen, ob der Vorgang als reguläres Strafverfahren oder als weiterer Streit über die politische Unabhängigkeit von Bundesbehörden wahrgenommen wird.
