Atomstreit, Iran

Atomstreit: Iran und USA vereinbaren dritte GesprÀchsrunde

19.04.2025 - 18:06:45

Im Atomstreit zwischen dem Iran und den USA sind die GesprÀche nach vier Stunden schon wieder vorbei. Aber in einer Woche sollen die Verhandlungen weitergehen. Sichtbare Ergebnisse gibt es noch keine.

Die USA und der Iran wollen ihre Verhandlungen ĂŒber Teherans Atomprogramm weiterfĂŒhren. Die beiden LĂ€nder, die sich seit Jahrzehnten immer wieder mit Drohungen und VorwĂŒrfen ĂŒberziehen, vertagten sich nach der zweiten Runde in Rom ohne erkennbare Fortschritte. Das nĂ€chste Treffen soll am Samstag kommender Woche im Oman stattfinden. Der arabische Staat vermittelt zwischen beiden Delegationen.

Die zweite Runde unter Leitung der beiden Chefverhandler, Irans Außenminister Abbas Araghtschi und dem US-Sondergesandten Steve Witkoff, war nach vier Stunden wieder vorbei. Die GesprĂ€che fanden auf neutralem GelĂ€nde in der omanischen Botschaft in Rom statt. 

Araghatschi berichtete anschließend: «Die Verhandlungen kommen gut voran.» Konkreter wurde er nicht. Aus der US-Regierung gab es zum Verlauf der Unterredungen zunĂ€chst keinen Kommentar.

Trump droht mit militÀrischen Konsequenzen

Der Streit ĂŒber das iranische Atomprogramm gehört seit vielen Jahren zu den Dauerthemen der internationalen Politik. Dem Iran wird vorgeworfen, am Bau von eigenen Atomwaffen zu arbeiten. Teheran bestreitet das. US-PrĂ€sident Donald Trump drohte dem Land mehrfach mit militĂ€rischen Konsequenzen, sollten die GesprĂ€che scheitern. In der Region verfĂŒgt bislang nur Israel ĂŒber Atomwaffen.

2015 hatte der Iran mit einer Sechser-Gruppe (USA, Russland, China, Großbritannien, Frankreich und Deutschland) bereits ein Abkommen geschlossen, das im Gegenzug fĂŒr ZugestĂ€ndnisse beim Atomprogramm die Lockerung internationaler Sanktionen vorsah. In Trumps erster Amtszeit kĂŒndigten die USA die Vereinbarungen jedoch einseitig auf. Daraufhin hielt sich auch der Iran nicht mehr daran. Jetzt dringt Trump auf eine neue Vereinbarung.

Iran lehnt «Kapitulation» ab

Der US-Sondergesandte Witkoff hatte zuletzt betont, ein Abkommen werde nur zustande kommen, wenn Teheran die Urananreicherung und sein Waffenentwicklungsprogramm vollstÀndig stoppe. 

Dies lehnt der Iran ab. Ein Berater des obersten iranischen FĂŒhrers Ali Khamenei, Ali Shamchani, schrieb auf der Plattform X: «Wir wollen ein ausgewogenes Abkommen, keine Kapitulation.» Er forderte die vollstĂ€ndige Aufhebung der Sanktionen sowie ein Ende von Drohungen aus Israel und den USA gegen sein Land. 

Weitere Konfliktpunkte sind das iranische Raketenprogramm sowie die Nahostpolitik, insbesondere die UnterstĂŒtzung militanter islamistischer Gruppen gegen den iranischen Erzfeind Israel. 

Vor der offiziellen dritten Runde der Verhandlungen am kommenden Samstag soll es bereits am Mittwoch zwischen beiden Seiten GesprÀche auf Expertenebene geben. 

Oman vermittelt weiter

Ein Sprecher des omanischen Außenministeriums nannte als Ziel ein «faires, dauerhaftes und verbindliches Abkommen, das den Iran völlig frei von Atomwaffen und Sanktionen macht und dessen FĂ€higkeit zur Entwicklung friedlicher Atomenergie erhĂ€lt». Eine solche Einigung wĂ€re im Interesse aller Beteiligten in der Region und auch auf internationaler Ebene, hieß es.

@ dpa.de