Selenskyj: Kein Bedarf an 500.000 zusÀtzlichen Soldaten
03.04.2024 - 18:20:16Der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj sieht nach eigenen Angaben keinen Bedarf, die ursprĂŒnglich anvisierten 500.000 Soldaten fĂŒr den Kampf gegen Russlands Angriffskrieg einzuziehen. «Eine halbe Million brauchen wir nicht», sagte der Staatschef auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem finnischen PrĂ€sidenten Alexander Stubb in Kiew.
Laut Selenskyj gibt es ausreichend Soldaten, die an die Front geschickt werden können. Zuvor hatte sich Armeechef Olexander Syrskyj unter Berufung auf eine Bestandsaufnahme Ă€hnlich geĂ€uĂert. Konkrete Angaben zum Personalbedarf machten weder Selenskyj noch Syrskyj.
Im Dezember hatte Selenskyj unter Verweis auf das MilitĂ€r von einem Bedarf von bis zu einer halben Million Soldaten gesprochen, die mobilisiert werden mĂŒssten. Eingezogen wurden bisher jedoch nur MĂ€nner im Reservistenalter ab 27 Jahren. Selenskyj hat nun ein Gesetz unterzeichnet, mit dem Reservisten ab einem Alter von 25 Jahren zum Wehrdienst einberufen werden können. Theoretisch können damit gut 400.000 zusĂ€tzliche MĂ€nner mobilisiert werden.
Zugleich behauptete Selenskyj, dass Russland zum 1. Juni 300.000 zusĂ€tzliche Soldaten einziehen werde. Darauf gibt es in Russland, wo die KreiswehrersatzĂ€mter bis Mitte Juli mit dem Einziehen von 150.000 Soldaten zum Grundwehrdienst beschĂ€ftigt sind, bisher keine Hinweise. Diese Soldaten sollen nicht an die Front geschickt werden. Betont wird in Moskau auch, dass es genĂŒgend Freiwillige gebe, die sich zum Kriegsdienst verpflichteten - allein 100.000 seit Jahresbeginn.
Selenskyj und Stubb unterzeichneten auch ein zehnjĂ€hriges Sicherheitsabkommen zwischen der Ukraine und Finnland. Helsinki sagte Kiew weitere Finanzhilfen, UnterstĂŒtzung bei der Ausbildung von Soldaten, beim MinenrĂ€umen und dem Wiederaufbau der zerstörten Teile des Landes zu. Ăhnliche Abkommen hatte die Ukraine zuvor mit GroĂbritannien, Deutschland, Frankreich, DĂ€nemark, Kanada, Italien und den Niederlanden unterzeichnet. Die Ukraine wehrt sich seit ĂŒber zwei Jahren mit westlicher Hilfe gegen die russische Invasion.





