Feuerpause, Gaza-Krieg

Feuerpause im Gaza-Krieg wird fortgesetzt

30.11.2023 - 07:04:57

Im Gaza-Krieg können die Menschen auf die Freilassung weiterer Geiseln der islamistischen Hamas hoffen. Die Feuerpause wird erneut verlĂ€ngert - wenn auch zunĂ€chst nur fĂŒr kurze Zeit. Der Überblick.

  • PalĂ€stinenser wĂ€rmen sich wĂ€hrend des vorĂŒbergehenden Waffenstillstands an einem Lagerfeuer. - Foto: Mohammed Talatene/dpa

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  • Zwei MĂ€nner laufen durch Gaza-Stadt. - Foto: Mohammed Ali/XinHua/dpa

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  • Ein Hubschrauber mit von der Hamas freigelassenen israelischen Geiseln landet auf dem Sheba Medical Center in Ramat Gan. - Foto: Leo Correa/AP/dpa

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  • US-Außenminister Antony Blinken kommt auf dem Ben-Gurion-Flughafen in Tel Aviv an. - Foto: Saul Loeb/AFP Pool via AP/dpa

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  • TrĂŒmmer und zerstörte GebĂ€ude in Gaza-Stadt. - Foto: Mohammed Ali/XinHua/dpa

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  • StĂŒhle, auf denen Bilder mit menschlichen Augen angebracht sind: Mit der Kunstinstallation in Tel Aviv wird der Geiseln gedacht, die von der Hamas festgehalten werden. - Foto: Maya Alleruzzo/AP/dpa

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  • US-Außenminister Antony Blinken (l) trifft Israels PrĂ€sident Isaac Herzog. - Foto: Saul Loeb/Pool AFP/AP

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PalĂ€stinenser wĂ€rmen sich wĂ€hrend des vorĂŒbergehenden Waffenstillstands an einem Lagerfeuer. - Foto: Mohammed Talatene/dpaZwei MĂ€nner laufen durch Gaza-Stadt. - Foto: Mohammed Ali/XinHua/dpaEin Hubschrauber mit von der Hamas freigelassenen israelischen Geiseln landet auf dem Sheba Medical Center in Ramat Gan. - Foto: Leo Correa/AP/dpaUS-Außenminister Antony Blinken kommt auf dem Ben-Gurion-Flughafen in Tel Aviv an. - Foto: Saul Loeb/AFP Pool via AP/dpaTrĂŒmmer und zerstörte GebĂ€ude in Gaza-Stadt. - Foto: Mohammed Ali/XinHua/dpaStĂŒhle, auf denen Bilder mit menschlichen Augen angebracht sind: Mit der Kunstinstallation in Tel Aviv wird der Geiseln gedacht, die von der Hamas festgehalten werden. - Foto: Maya Alleruzzo/AP/dpaUS-Außenminister Antony Blinken (l) trifft Israels PrĂ€sident Isaac Herzog. - Foto: Saul Loeb/Pool AFP/AP

Die Feuerpause im Gaza-Krieg zwischen Israel und der islamistischen Hamas wird verlÀngert. Das gab das israelische MilitÀr am Morgen unmittelbar vor Ablauf der Frist bekannt. Damit könnten weitere in den Gazastreifen verschleppte Geiseln freikommen und noch mehr humanitÀre Hilfe in das Gebiet gelangen.

Die islamistische Hamas bestĂ€tigte die VerlĂ€ngerung der Feuerpause. Die Terrororganisation erklĂ€rte, man habe sich auf einen siebten Tag geeinigt. Demnach wird die Feuerpause zunĂ€chst nur fĂŒr diesen Donnerstag verlĂ€ngert. Dies bestĂ€tigte auch der Sprecher des katarischen Außenministeriums, Majed Al-Ansari. Man habe sich darauf geeinigt, die humanitĂ€re Feuerpause um einen weiteren Tag zu verlĂ€ngern «unter den bestehenden Bedingungen». Demnach mĂŒssten alle militĂ€rischen AktivitĂ€ten in Gaza eingestellt bleiben und die Einfuhr von humanitĂ€rer Hilfe in den Gazastreifen weiter ermöglicht werden.

Weitere Deutsche frei

Die Terrororganisation hatte am Mittwoch weitere 16 Geiseln freigelassen. Es handelte sich wie schon in den Tagen zuvor um zehn Israelis, teilte die israelische Armee am Mittwoch mit. Darunter sind drei Deutsche, bestĂ€tigte Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (GrĂŒne). Im Gegenzug setzte Israel eine weitere Gruppe von 30 PalĂ€stinensern aus israelischen GefĂ€ngnissen auf freien Fuß, wie die israelische GefĂ€ngnisbehörde in der Nacht mitteilte.

Guterres fordert Waffenstillstand

Eine weitere VerlĂ€ngerung der Feuerpause zwischen Israel und der islamistischen Hamas im Gaza-Krieg reicht nach Ansicht von UN-GeneralsekretĂ€r AntĂłnio Guterres nicht aus. Er fordert einen «echten humanitĂ€ren Waffenstillstand». Auf der Plattform X (vormals Twitter) schrieb Guterres am Mittwochabend: «Es laufen Verhandlungen ĂŒber eine VerlĂ€ngerung der Feuerpause – was wir sehr begrĂŒĂŸen –, aber wir brauchen einen echten humanitĂ€ren Waffenstillstand».

Baerbock fordert politische Lösung

Außenministerin Annalena Baerbock hat die VerlĂ€ngerung der Feuerpause im Gaza-Krieg als «enorm wichtig» begrĂŒĂŸt und eine politische Lösung des Konflikts gefordert. «Klar ist, dass wir aus der Feuerpause hinaus eine BrĂŒcke zu einem politischen Prozess schlagen mĂŒssen», sagte die GrĂŒnen-Politikerin am Rande einer Konferenz der Organisation fĂŒr Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in der nordmazedonischen Hauptstadt Skopje.

Israel könne nur in Sicherheit leben, wenn die PalĂ€stinenser in Sicherheit leben - «genauso gilt, dass PalĂ€stinenserinnen und PalĂ€stinenser nur in Sicherheit leben können, wenn Israel sicher ist», sagte Baerbock. Mit Blick auf weitere Feuerpausen sei «genauso wichtig, dass die Terrororganisation Hamas sich nicht regruppiert», so die Ministerin. Zentral sei die Sicherheit fĂŒr alle Menschen in der Region. «Das bedeutet auch, dass der Terrorismus keine Chance haben darf.»

Biden: Wollen Freilassung aller Geiseln erreichen

US-PrĂ€sident Joe Biden dankte Israels MinisterprĂ€sident Benjamin Netanjahu, dem Emir von Katar, Tamim bin Hamad Al Thani, sowie Ägyptens PrĂ€sidenten Abdel Fattah al-Sisi «fĂŒr ihre fortgesetzte Partnerschaft in diesem Prozess und ihr andauerndes Engagement, alle Geiseln nach Hause zu bringen und mehr Hilfe fĂŒr die unschuldigen Menschen in Gaza zu leisten», hieß es in der Stellungnahme.

Die USA blieben weiter «entschlossen, die Freilassung aller Personen zu erreichen, die von der Hamas wĂ€hrend ihres brutalen Terrorangriffs auf Israel am 7. Oktober als Geiseln genommen wurden, erklĂ€rte der US-PrĂ€sident in der Stellungnahme weiter. NĂ€her ging Biden auf eine mögliche VerlĂ€ngerung der Feuerpause in der ErklĂ€rung nicht ein. Sein Außenminister Antony Blinken hatte zuvor zugesagt, «alles in unserer Macht Stehende zu tun, um die Pause zu verlĂ€ngern».

Seit Freitag gilt eine Feuerpause, wÀhrend der nach Gaza verschleppte Geiseln und palÀstinensische Gefangene aus Israel ausgetauscht wurden.

Tote bei Anschlag in Jerusalem

Zwei palÀstinensische AttentÀter haben am Donnerstag an einer Bushaltestelle in Jerusalem das Feuer auf dort wartende Menschen eröffnet. Drei Menschen seien dabei getötet worden, sagte ein Sprecher des israelischen Rettungsdienstes Magen David Adom. Weitere Menschen wurden demnach zum Teil schwer verletzt.

Die beiden AttentÀter, die mit einem Fahrzeug zum Tatort kamen, wurden nach Polizeiangaben von Soldaten und einem bewaffneten Zivilisten erschossen. Sie hÀtten ein Sturmgewehr und eine PIstole bei sich gehabt.

Der Vorfall ereignete sich den Angaben zufolge am Stadteingang. Nach israelischen Medienberichten stammten die AttentÀter aus dem arabisch geprÀgten Ostteil Jerusalems.

US-Außenminister Blinken in Israel

US-Außenminister Antony Blinken will mit der israelischen Regierung ĂŒber das weitere Vorgehen im Gazastreifen sprechen. Zu Beginn eines Treffens mit dem israelischen PrĂ€sidenten Izchak Herzog in Jerusalem sagte Blinken, die Freilassung vieler Geiseln aus der Gewalt der islamistischen Hamas sei «eine sehr positive Entwicklung». Man hoffe auf eine Fortsetzung am Donnerstag. «Dies hat auch eine erhebliche Erhöhung der humanitĂ€ren Hilfe fĂŒr die unschuldigen Zivilisten im Gazastreifen ermöglicht, die sie verzweifelt brauchen.»

Blinken sagte: «Dieser Prozess bringt Ergebnisse, das ist wichtig, und wir hoffen, dass er weitergehen kann». Blinken will nach US-Angaben auch die weiteren Schritte zur GrĂŒndung eines palĂ€stinensischen Staates besprechen sowie die Notwendigkeit, eine Ausweitung des Konfliktes zu verhindern.

Israel: Werden Krieg gegen Hamas fortsetzen

Israels MinisterprĂ€sident Netanjahu kĂŒndigte in einer Mitteilung an, die KĂ€mpfe wiederaufzunehmen, wenn «diese Phase der RĂŒckkehr unserer Geiseln vollendet ist». Auch Armeesprecher Spielman erklĂ€rte, man sei fĂŒr den Fall, dass die jetzige Frist ablaufe, fĂŒr die Fortsetzung der militĂ€rischen Operation zur völligen Vernichtung der Hamas bereit.

Im Westjordanland kam es unterdessen laut dem Roten Halbmond zu ZusammenstĂ¶ĂŸen zwischen Soldaten und Menschen, die auf die Heimkehr der PalĂ€stinenser warteten. Dabei soll es Verletzte gegeben haben. Bei einem israelischen Anti-Terror-Einsatz waren zuvor mehrere PalĂ€stinenser im besetzten Westjordanland getötet worden.

Die bisherige Feuerpause habe die Bereitstellung von Hilfe fĂŒr den Gazastreifen verbessert, erklĂ€rte UN-GeneralsekretĂ€r Guterres. Doch die Menge der Hilfe reiche nach wie vor nicht aus, um den enormen Bedarf von mehr als zwei Millionen Menschen zu decken, schrieb Guterres auf X. Zivilisten benötigten einen kontinuierlichen Fluss lebensrettender humanitĂ€rer Hilfe in das und im gesamten Gebiet.

Auslöser des Gaza-Kriegs war das schlimmste Massaker in der Geschichte Israels, das Terroristen aus dem Gazastreifen am 7. Oktober in Israel nahe der Grenze begangen haben. Dabei wurden mehr als 1200 Menschen getötet. Etwa 240 Geiseln wurden nach Gaza verschleppt, auch mehrere Deutsche.

Israel reagierte mit massiven Luftangriffen und einer Blockade des Gazastreifens. Ende Oktober begannen seine StreitkrĂ€fte eine Bodenoffensive. Dabei wurden nach Angaben der Hamas fast 15.000 Menschen getötet und mehr als 36 000 verletzt. Die Zahlen lassen sich derzeit nicht unabhĂ€ngig ĂŒberprĂŒfen.

@ dpa.de